Guten Morgen {{vorname}}
Gibt es etwas zu feiern? Den einen Punkt gegen Katar vermutlich nicht. Und aufs Nein zum Bevölkerungsdeckel stösst auch nur etwas mehr als die Hälfte an.
Also einigen wir uns doch auf die Magna Charta, eines der bedeutendsten Rechtsdokumente der Geschichte. Sie wurde am 15. Juni 1215 besiegelt.
Darin heisst es etwa: «Es soll im ganzen Königreich ein einheitliches Mass für Wein, Bier und Korn geben.» Deshalb zelebrieren sie in England heute den Tag des Bieres.
Da feiern wir doch gerne mit. Soll ja wieder ein lauer Sommerabend werden. 🍻
Schweiz · 🗳️
«Der Trump-und-AfD-Zeitgeist spielt in der Schweiz nur bedingt»

Doch noch gewonnen: Politiker:innen beim Public Viewing am Sonntag. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Alessandro della Valle)
Das Schweizer Stimmvolk hat die 10-Millionen-Initiative der SVP abgelehnt. Politgeograf Michael Hermann ordnet das Resultat im Tages-Anzeiger als Zeichen politischer Reife ein: «Das Stimmvolk hat sich gewissenhaft mit der Thematik auseinandergesetzt und ist nicht einfach einem Bauchgefühl gefolgt.»
Ausschlaggebend war laut Hermann der Bevölkerungsdeckel. Die Mehrheit habe zwar Mühe mit der Vorstellung einer 10-Millionen-Schweiz, «aber noch mehr mit diesem starren Ansatz».
Bundesrat Beat Jans (SP) gehöre zu den Siegern, so Hermann. «Die Landesregierung wäre arg in die Defensive geraten, wenn die Initiative angenommen worden wäre. Darum dürfte sich Jans’ Engagement unter dem Strich positiv auf seine Bilanz als Bundesrat auswirken.»
In Sachen Stadt-Land-Graben erwartet Hermann keine Zerwürfnisse: «Wer von der Zuwanderung am unmittelbarsten betroffen ist, hat Nein gesagt.» Grosse Bedeutung misst der Sotomo-Chef dem Resultat für die Europapolitik bei. Die Parlamentarier:innen erkennten nun, dass die Bevölkerung Zuwanderung weniger negativ betrachte als angenommen: «Der Trump-und-AfD-Zeitgeist spielt in der Schweiz eben nur bedingt.»
Mit 52,5 Prozent wurde ausserdem die Änderung des Zivildienstgesetzes angenommen. Das bedeutet: höhere Hürden für den Wechsel vom Militär- in den Zivildienst.
Abgestimmt wurde gestern aber noch über viel mehr. Eine gute Übersicht zu sämtlichen Urnengängen in den Kantonen findest du beim SRF.
Schweiz · Frauenstreik
Tausende demonstrieren für Gleichberechtigung

Streiken und feiern. (Screenshot: NZZ/Alessandro Della Valle)
Tausende Frauen haben gestern in Zürich, Bern, Basel und Luzern für Gleichberechtigung demonstriert. Der jährliche Frauenstreik – 1991 etabliert, seit 2019 fest im Kalender – ist zur grössten Kundgebung für Frauenrechte in der Schweiz geworden, schreibt die NZZ. Die Veranstalterinnen sprechen von über hunderttausend Teilnehmerinnen landesweit.
In violetten und pinken Farben zogen die Demonstrantinnen durch die Städte. Ihre Forderungen: schärferes Vorgehen gegen Femizide, bessere Löhne in Pflege- und Kita-Berufen, gleicher Lohn für Frauen und Männer. Selbstgemalte Schilder prägten den Umzug: «Zeit, dass sich was gendert» oder «Ich kann gar nicht so schlecht arbeiten, wie ich bezahlt werde».
In Zürich löste sich der Frauenstreikumzug nach 20.30 Uhr langsam auf. Wie eine gigantische Party habe er sich durch Zürich bewegt, heisst es im Artikel. «Von der Stimmung her weniger Streik als fröhliches Fest.» Mit ein Grund dafür: das Nein zur SVP-Initiative gegen die 10-Millionen-Schweiz.
International · Irankrieg
Trump verkündet Friedensabkommen mit Iran

Endlich Frieden? (Foto: Unsplash/Zaur Ibrahimov)
Die USA und Iran haben sich auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. Das bestätigten US-Präsident Donald Trump und Vermittler in Pakistan am Sonntagabend.
«Das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran wurde erzielt», schrieb Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf X. Trump ordnete daraufhin die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen an. Die Strasse von Hormus soll am Freitag geöffnet werden, berichtet die deutsche Tagesschau.
Die offizielle Unterzeichnung ist für Freitag in der Schweiz geplant. Beide Seiten hätten die «sofortige und endgültige Beendigung der Militäroperationen an allen Fronten, einschliesslich im Libanon» zugesichert, so Sharif. Details zum Atomstreit sollen in weiteren Gesprächen ausgehandelt werden.
Der Deal stand zwischenzeitlich auf der Kippe: Israelische Angriffe nahe Beirut drohten die Einigung zu gefährden. Trump rügte Israel öffentlich, der Angriff hätte nicht stattfinden dürfen, «insbesondere an einem besonderen Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit Iran so nahe sind», schrieb er auf Truth Social.
Die USA und Israel hatten den Krieg gegen Iran am 28. Februar gemeinsam begonnen.
🐠 Kurioses
60’000 Franken für einen Spion-Fisch

Erinnert an ein Videospiel aus den 90ern: James Pond. (Foto: Wikipedia)
Chinas Staatssicherheit warnt vor einem neuen Spionageinstrument: Mit Sensoren bestückte Fische und Schildkröten sollen in chinesischen Gewässern geheime Daten sammeln. Wer ein solches Tier fängt, erhält bis zu 60'000 Franken Belohnung.
Auf WeChat schreibt die Behörde: «In einem Seegebiet unseres Landes wurden grössere lebende Meerestiere entdeckt, denen Sensoren angebracht wurden.» Die Tiere sollen gemäss Peking Sonardaten liefern, mit denen ausländische Spione chinesische U-Boote in Echtzeit überwachen könnten.
Ob tatsächlich Tiere mit Sensoren ausgerüstet wurden, lässt sich nicht unabhängig überprüfen, heisst es beim SRF. Ähnliche Vorwürfe – russische Spionagedelfine – kursierten früher im Westen, ebenfalls ohne Beweise.
Kurz-News
G7-Demo in Genf eskaliert · Mehrere Tausend Menschen demonstrierten gestern in Genf gegen den G7-Gipfel im französischen Évian. Am Abend eskalierten die Proteste: Randalierer:innen zündeten einen Tesla an, warfen Velos und Steine auf Polizisten und beschädigten Gebäude. Die Polizei setzte Tränengas ein und löste die Kundgebung gegen 19 Uhr auf. Rund 600 Angehörige des Schwarzen Blocks sollen beteiligt gewesen sein. Verletzte wurden zunächst keine gemeldet, berichtet die SDA, nachzulesen bei Nau.
Flohmarkt evakuiert · Wegen einer telefonischen Bombendrohung evakuierte die Polizei gestern Morgen den grenzüberschreitenden 24-Stunden-Flohmarkt in Kreuzlingen TG und Konstanz. Ein Sprengstoffräumkommando aus Stuttgart sowie ein Roboter und eine Drohne durchsuchten das Gelände – und fanden tatsächlich einen verdächtigen Gegenstand. Der Bahnverkehr zwischen Kreuzlingen und Konstanz war unterbrochen, zitiert Blue News die SDA.
Ein Quadratmeter Wald für 1 Franken · In der Schweiz kaufen immer mehr Privatpersonen und Gruppen Wald. Nicht um Gewinn zu machen, wie das SRF berichtet, sondern um ihn zu schützen. «Kaum jemand weiss, dass man für 1 Franken pro Quadratmeter Wald kaufen kann», sagt Waldeigentümer Laurent Thévoz, der für 7700 Quadratmeter rund 9000 Franken bezahlte. Pro Natura will im Freiburger Voralpengebiet zerstückelte Privatparzellen zu einem Waldreservat zusammenführen.
International
Marines entern russischen Öltanker im Ärmelkanal · Britische Spezialeinheiten haben gestern Morgen im Ärmelkanal einen Öltanker der russischen Schattenflotte geentert. Die «Smyrtos» wurde in einer sechsstündigen Operation von Royal Marines und der Kriminalbehörde NCA per Helikopter gestoppt, berichtet die BBC. Ein indischer Staatsbürger wurde wegen des Verdachts auf Sanktionsverstösse festgenommen. Das Schiff hatte russisches Öl geladen und wird nun für weitere Ermittlungen vor der englischen Küste festgehalten.
Vögel nutzen städtischen Müll · Männliche Graulaubenvögel in Australien bevorzugen menschengemachten Abfall wie Kabel, Scherben oder Banknoten für den Bau ihrer Balzlauben. Laut einer im Fachblatt Royal Society Open Science erschienenen Studie wählen die Tiere künstliche Materialien zehnmal häufiger als natürliche Objekte. Der Grund: Plastik und Glas verrotten nicht und fallen den Weibchen besser auf. In Städten sammeln die Vögel fast fünfmal mehr Deko-Objekte als auf dem Land, heisst es im Tages-Anzeiger.
🦄 Nützliches des Tages
Persönlicher Geschmack

Influencer:innen machen langweilig. Sei die blaue Ente! (Foto: Unsplash/Bob Jenkin)
Algorithmen sind Gift für unseren persönlichen Geschmack. Statt selbst zu entscheiden, was uns gefällt, konsumieren wir, was Spotify, Instagram und Tiktok uns vorsetzen.
Autor Kyle Chayka schreibt in seinem Buch Filterworld, dass Algorithmen gezielt das am wenigsten Störende und Bedeutungsvolle promoten, weil es die Nutzer:innen am längsten auf den Plattformen hält.
Das Resultat: Mikrotrends, die über Nacht explodieren und genauso schnell verschwinden. Mode-Fürze, die millionenfach kopiert werden oder Musikhypes, die sich später vielleicht als gezielte Werbekampagnen entpuppen.
Doch es gibt eine Gegenbewegung, schreibt der Guardian: Social-Media-Nutzung sinkt seit 2022, physische Medien erleben ein Revival, von Algorithmen befreite Plattformen wachsen.
Man müsse sich stets die eine Frage stellen: «Warum gefällt mir das? Gefällt es mir nur, weil ich es schon hundert Mal gesehen oder gehört habe – oder liebe ich es wirklich?»
Wenn du also das nächste Mal eine Bibliothek, ein Kleidergeschäft oder einen Plattenladen betrittst, lass das Handy in der Tasche. Eigene Entdeckungen sind meistens interessanter – und bereiten definitiv viel mehr Freude!
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Cheers!
Peter
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