Guten Morgen {{vorname}}
Wer bei diesen Temperaturen etwas auf die Reihe kriegen will, muss viel trinken und zwischendurch den Schatten suchen.
Das sage nicht nur ich, das sagt auch die FIFA. Deshalb (und um noch mehr Kohle zu verdienen) gibt es bei der WM sogenannte Hydration Breaks, also Trinkpausen. Die Spieler der Fussball-Nati nutzten gestern Abend eine solche, um danach aus dem Schatten zu treten: 4 zu 1 gegen Bosnien.
Wenn dir der Sinn zunächst nach «In-den-Schatten-treten» steht, findest du ganz unten einen nützlichen Tipp.
Schweiz · Energiewende
Nationalrat hebt AKW-Neubauverbot auf

Alle im Griff: Thomas Aeschi diskutiert mit Daniel Sormanni (Archivbild). (Screenshot: SRF/Alessandro della Valle)
Nun also doch: Der Nationalrat hat die Aufhebung des AKW-Neubauverbots hauchdünn angenommen. Drei Personen stimmten anders als noch am Montag, berichtet das Echo der Zeit von SRF.
Einer von ihnen ist der Genfer Daniel Sormanni (Mouvement Citoyens Genevois), der zur SVP-Fraktion gehört. Er sagt, er sei die ganze Woche bedrängt worden, kurz vor der Abstimmung sogar direkt an seinem Pult. «Es war alles zu viel», sagt Sormanni. Ein solcher Druck sei nicht zulässig.
«Das ist ein Bruch der Verfassung und nicht tolerierbar.»
Kritik kommt auch von Mitte-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt, der auf die Bundesverfassung verweist: «Es wurde Instruktion bei Fraktionsmitgliedern betrieben. Das ist ein Bruch der Verfassung und nicht tolerierbar – egal, welcher Meinung man ist.» Die SVP weist die Vorwürfe zurück; die Abgeordneten seien in ihrer Entscheidung frei gewesen.
Auch Jacqueline de Quattro (FDP) und Vincent Maitre (Mitte) liessen sich von Energieminister Albert Rösti (SVP) umstimmen. Beide betonten jedoch, der Austausch sei im normalen Rahmen geblieben. De Quattro erklärte: «Nur ein Fraktionsmitglied hat ausgerufen, ich solle doch aus der Partei austreten. Auch das ist geklärt.»
Schweiz · 🚰
Schweizer Gewässer haben Fieber

Thunersee, Spiez, Niesen. (Foto: Unsplash/Stephen H)
Die rasant steigenden Wassertemperaturen bringen die Schweizer Trinkwasserversorger in Bedrängnis. Seit 1980 haben sich grosse Schweizer Seen im Schnitt um zwei Grad erwärmt, der Rhein bei Basel sogar um rund drei Grad. «Es ist, als hätten unsere Gewässer Fieber», sagt Eawag-Experte Martin Schmid in den Tamedia-Zeitungen.
Die Wärme begünstigt giftige Cyanobakterien und Keime in den Leitungen. Zudem führt die Sommer-Trockenheit zu tieferen Pegeln, wodurch Schadstoffe wie das potenziell fruchtbarkeitsschädigende Trifluoracetat (TFA) weniger verdünnt werden. «Wenn bei gleichem Schadstoffeintrag nur halb so viel Wasser abfliesst, verdoppeln sich die Schadstoffkonzentrationen», sagt Roman Wiget, Co-Präsident des Trinkwasserverbands AWBR. Das Problem: Gängige Filteranlagen können TFA nicht heraustrennen.
«Eskalierende Konflikte sind vorprogrammiert.»
Der Verband fordert dringend nationale Wasserstrategien und wirft den Kantonen Datenlücken vor. Man wisse oft weder, wie viel Wasser zur Verfügung stehe, noch, wer wie viel verbrauche. Ein solcher Blindflug sei im Klimawandel nicht mehr tragbar. «Eskalierende Konflikte sind vorprogrammiert», so Wiget.
Das Bundesamt für Umwelt verweist derweil auf ein neues Früherkennungssystem für Trockenheit und betont, eine übergeordnete Strategie sei in Arbeit.
Schweiz · 💰
Ständerat will goldene Fallschirme verbieten

Muss man sich leisten können: Leben auf dem Golfplatz. (Foto: Unsplash/Matt Aylward)
Der Ständerat will Abgangsentschädigungen für Topkader der Bundesverwaltung und bundesnaher Betriebe künftig verbieten. Die kleine Kammer stimmte einer entsprechenden parlamentarischen Initiative mit 21 zu 13 Stimmen zu.
Auslöser für den Meinungsumschwung im Parlament waren umstrittene Zahlungen, wie die Abfindung von 340'000 Franken für die ehemalige Fedpol-Chefin Nicoletta della Valle, schreibt die NZZ.
Finanzministerin Karin Keller-Sutter (FDP) verteidigte die bisherige Regelung. Die Entschädigung klinge zwar nach «gewaltigen goldenen Fallschirmen», sie sei aber eine «Gegenleistung für das Risiko der vereinfachten Kündigung» und verhindere kostspielige Rechtsstreitigkeiten.
Das Verbot ist jedoch noch nicht in trockenen Tüchern: Als Nächstes muss der Nationalrat darüber befinden. Zudem droht der Bundesrat bereits damit, das geplante Verbot zu umgehen. Keller-Sutter kündigte an, Alternativen wie «längere Kündigungsfristen oder die Freistellung – auch mit Lohnfortzahlung» zu prüfen. Dies zerrt an den Nerven der Befürworter. Mitte-Ständerat Daniel Fässler kritisierte die Pläne der Regierung scharf: Es gehe nicht an, «den Willen des Parlaments auf dem Verordnungsweg zu umgehen».
Zitat des Tages
«I love that tan suit»

Stephen Colbert und David Letterman tragen Beige. (Screenshot: New York Times/Win McNamee)
Donald Trump feierte seinen 80. Geburtstag und den 250. Geburtstag der USA mit einer primitiven Prügelparty im Garten vor dem Weissen Haus. «Eine Metapher für seinen Mangel an Ernsthaftigkeit», hätten seine Republikaner:innen dazu sagen können.
Taten sie aber nicht. Anders als 2014, als US-Präsident Barack Obama bei einer Pressekonferenz einen beigefarbenen Anzug trug. «Der Anzug ist eine Metapher für seinen Mangel an Ernsthaftigkeit», erklärte damals der republikanische Abgeordnete Peter King.
Bei der Eröffnungsfeier der Obama-Präsidentschaftsbibliothek in Chicago erlebte der berüchtigte «Tan Suit» nun ein Comeback: Prominente Gäste wie David Letterman oder Stephen Colbert erschienen in Beige.
Der Vorstandsvorsitzende der Obama-Stiftung, Martin Nesbitt, trug ebenfalls Khaki und sagte bei seiner Rede: «Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber ich fand, er sah verdammt gut darin aus, also habe ich mich entschieden, selbst einen zu tragen.»
Der ehemalige Präsident amüsierte sich über die Aktion. «I love that tan suit», soll Obama gesagt haben, als Nesbitt die Bühne betrat. Der Originalanzug ist in der Bibliothek übrigens nicht zu sehen, schreibt die New York Times. Obama habe ihn verschenkt.
Kurz-News
Neues Strafverfahren gegen Dittli · Gegen die Waadtländer Mitte-Staatsrätin Valérie Dittli wird eine neue Strafuntersuchung eröffnet. Es besteht der Verdacht, dass sie mit 10'000 Franken Steuergeldern und der Vergabe von Mandaten eine Strafanzeige gegen sich abgewendet hat. Das Büro des Grossen Rates hat die Strafverfolgung bewilligt, heisst es bei Watson. Für die 33-jährige Politikerin ist es bereits das zweite Verfahren, nachdem im Herbst Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs eingeleitet wurden.
Teure Radarfalle für Rollerfahrer · Ein Rollerfahrer wurde im Aargau mit 1 km/h zu viel geblitzt und muss nun fast 7000 Franken zahlen. Die ursprüngliche Busse betrug lediglich 40 Franken, doch der Mann zog den Fall bis vor das Bundesgericht. Die Lausanner Richter wiesen seine Beschwerde jedoch ab, berichtet der Beobachter. Da er durch alle Instanzen ging, summieren sich die Gerichts- und Verfahrenskosten nun auf diese enorme Summe.
Bio boomt in der Schweiz · Schweizer Konsument:innen achten wegen hoher Fixkosten zwar stärker aufs Geld und kaufen vermehrt günstige Eigenmarken, doch anders als etwa in Deutschland bricht der Bio-Markt nicht ein. Migros, Coop und Lidl verzeichnen sogar ein überdurchschnittliches Wachstum bei nachhaltigen Lebensmitteln, schreibt Nau. Grund dafür sind die hohe Kaufkraft der Haushalte und die tiefe Verankerung von Bio-Produkten im Alltag.
International
Grippewelle auf US-Militärbasis · Nach der Abschaffung der Impfpflicht durch US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sind auf einer Luftwaffenbasis in Texas mindestens 159 Rekruten an der Grippe erkrankt, heisst es im Guardian. Hegseth hatte die Impfung vor wenigen Wochen im Namen der körperlichen Autonomie optional gemacht, woraufhin sich nur 40 Prozent impfen liessen. Nun ordnete die Air Force auf der Basis Lackland wieder Zwangsimpfungen an, um den Ausbruch in den Gemeinschaftsunterkünften einzudämmen.
Big Mac in Havanna? · Kuba will seine staatlich gelenkte Wirtschaft mit einem 176-Punkte-Plan für ausländische Investoren öffnen. Investitionen in Immobilien, Banken, Tankstellen und Fast-Food-Ketten sollen erlaubt werden, um die schwere Wirtschafts- und Energiekrise zu bekämpfen. Grund für den Schritt ist gemäss NZZ der enorme Druck durch US-Sanktionen. Laut Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz dient die Marktöffnung dem «Erhalt des Sozialismus» und bricht nicht mit den Revolutionsprinzipien.
⛱️ Nützliches des Tages
Schatten

Sehr gefragt: Schattenplatz. (Foto: Unsplash/Finn)
«Wo viel Licht ist, ist starker Schatten», heisst es bei Goethe. «Zum Glück!», möchte man bei dieser Gluthitze sagen. Bloss: Wo ist der Schatten, wenn man ihn mal braucht?
Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF weiss Rat. Es hat jüngst eine neue Onlineplattform namens Envidat vorgestellt, die stundengenau Licht und Schatten in der gesamten Schweiz anzeigt.
Die Daten besitzen eine Auflösung von zehn mal zehn Metern und erfassen präzise den Schattenwurf jedes einzelnen Hauses und Baumes, schreibt der Tages-Anzeiger.
Hinter dem Projekt stehen wissenschaftliche Interessen. Die Sonneneinstrahlung ist entscheidend für die Erforschung der Schneeschmelze sowie für Lawinen- und Hochwasserprognosen. «Im Wald sind die Verhältnisse von Meter zu Meter sehr variabel», sagt Wissenschaftlerin Clare Webster.
Die Datenbank ist aber auch im Alltag sehr nützlich. So kannst du auf dem Smartphone oder dem Laptop nun jederzeit genau prüfen, ob sich dein Lieblingstisch im Café gerade im Schatten befindet oder nicht. Ein echter Stimmungsaufheller, würde ich sagen.
🥳 Witziges zum Schluss
Bild der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke
Abonniere den unsinnigsten Newsletter der Schweiz von der Petarde.
🎲 Rätsel
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Schönes Wochenende!
Peter
|


