Guten Morgen {{vorname}}

Im heutigen 6iBrief räumen wir mit Klischees auf. Es geht ums Trinken. Genauer ums Trinken beim Fondue-Spass. Kalte Getränke, sagt ein Ernährungsberater, seien keine gute Idee. Und damit meint er explizit auch kalten Weisswein. Dieser sei der grösste Feind des Fondues, wenn man den Käse noch vor Ende des Winters verdauen möchte. Noch schlimmer sei Kirsch. Was der Mann stattdessen empfiehlt, erfährst du weiter unten.

In der Kontroverse ums berühmte Glas Wein pro Tag gibt es ebenfalls Neues zu vermelden. Und auch das wird die Winzer:innen nicht unbedingt freuen. In einem eben veröffentlichten Bericht des Bundes heisst es nämlich: Weniger ist immer gesünder.

Übrigens: Trinkgeld kann man auch fürs Rivella geben.

Schweiz · Iran-Krieg

Über 4000 Schweizer:innen sitzen im Nahen Osten fest

Rauchsäule über Beirut nach einem Angriff Israels. (Screenshot: PBS/Mohamed Azakir/Reuters)

Über 4000 Reisende aus der Schweiz sitzen derzeit aufgrund des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran im Nahen Osten fest. Die Sperrung des Luftraums verhindert gemäss SRF eine Rückkehr der Betroffenen aus Ländern wie Israel, Libanon oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Im Blick beschweren sich Expats und gestrandete Tourist:innen. «Es ist mühsam, dass man vom EDA keine Informationen bekommt ausser einer SMS», sagt etwa der 37-jährige Abdi, der seine Tante in den Vereinigten Arabischen Emiraten besucht. Er höre jeden Tag Detonationen und fühle sich unsicher.

Jemand anderes meldet aus Dubai: «Während unsere österreichischen Freunde bereits konkrete Informationen und einen Evakuierungsplan von ihrem Konsulat erhalten hatten, bekamen wir von der Schweizer Botschaft nur den Hinweis, die Airline anzurufen.»

In einem Gespräch mit der Limmattaler Zeitung und anderen Schweizer Medien am Rande der Frühlingssession versicherte Aussenminister Ignazio Cassis (FDP) gestern, dass die Schweiz weiterhin ihre guten Dienste anbiete und humanitäre Hilfe unterstütze, wo dies nötig sei.

Er stehe in Kontakt zu den Diplomat:innen in Teheran, so Cassis. «Die Lage ist geprägt von der Angst vor den deutlich hörbaren Mörsergranaten, den Sirenen, die ununterbrochen heulen und die Menschen auffordern, Schutz zu suchen, sowie der Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Lage. Im Moment geht es jedoch allen gut.» Die Botschaft habe keine Schäden erlitten, es gebe keine Opfer. «Also versuchen wir vorerst zu hoffen und zu beten, dass dieser Angriff nicht allzu lange dauert.»

Derweil verschärft sich die Lage im Nahen Osten gemäss PBS weiter: Israel und die USA setzen ihre Luftangriffe auf Ziele im Iran fort, während Teheran und verbündete Milizen Raketen auf Israel und andere Staaten in der Region abfeuern. Gemäss CNN ist in der US-Botschaft in der saudiarabischen Hauptstadt Riad ein Feuer ausgebrochen, nachdem es zu einer Explosion gekommen ist.

Gleichzeitig griff Israel Ziele in Beirut an, nachdem die Hisbollah Raketen auf Israel geschossen hatte. Die USA riefen ihre Bürger:innen auf, mehrere Länder der Region zu verlassen.

🇨🇭 · 🇪🇺

Historischer Schulterschluss in Brüssel: «Bilaterale III» unterzeichnet

Diesmal hats geklappt: Guy Parmelin und Ursula von der Leyen. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Nicolas Tucat)

Bundespräsident Guy Parmelin (SVP) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben gestern in Brüssel mit der Unterzeichnung von 18 Dokumenten die neuen bilateralen Abkommen besiegelt. Damit endet die jahrelange diplomatische Eiszeit. Von der Leyen sprach von «neuer Hoffnung» und betonte die enorme wirtschaftliche Bedeutung der Verträge.

Eine handfeste Überraschung gab es gemäss Tages-Anzeiger beim Thema Marktabschottung: Von der Leyen machte die bisher fehlende Zusage, dass die Schweiz bei der künftigen «Made in Europe»-Politik der EU eingeschlossen wird. Dies soll Schweizer Bedenken hinsichtlich eines möglichen Ausschlusses vom wichtigsten Exportmarkt entkräften.

«Wir wollen mit den neuen Abkommen jedenfalls eher nach vorn als nach hinten schauen.»

Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin

Trotz der feierlichen Zeremonie bleibt der Weg bis zur Umsetzung weit. In der Schweiz entscheidet letztlich das Volk. Besonders die im Juni anstehende 10-Millionen-Initiative gilt als Hürde, da sie die Personenfreizügigkeit gefährden könnte. Von der Leyen gab sich dennoch zuversichtlich: «Wir wollen mit den neuen Abkommen jedenfalls eher nach vorn als nach hinten schauen.»

Ironie dieser Geschichte mit vorläufigem Happy End: 2021 war es ausgerechnet Parmelin, der das damalige Rahmenabkommen scheitern liess. Nun betonten beide Seiten den Willen zur Zusammenarbeit, auch angesichts der besorgniserregenden Weltlage.

Schweiz · AHV-Finanzierung

Ständerat bremst Trinkgeld-Steuer aus

Zeichen der Wertschätzung: Trinkgeld. (Foto: Unsplash/Sam Dan Truong)

Trinkgelder für Kellner:innen, Coiffeur:innen und Barpersonal sollen auch künftig steuer- und abgabefrei bleiben. Der Ständerat hat sich gestern mit 42 zu 1 Stimme gegen die Pläne von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (SP) gestellt. Die Innenministerin wollte die freiwilligen Zuwendungen der AHV-Beitragspflicht unterstellen, um die Rentenfinanzierung zu stützen.

Mit der Annahme einer Motion von Beat Rieder (Die Mitte) entzieht die kleine Kammer dem Bundesrat die Kompetenz, dies eigenmächtig auf dem Verordnungsweg zu regeln, schreibt die NZZ. Die Rät:innen betonten, dass Trinkgelder eine «Schenkung» und ein «Zeichen der Wertschätzung» seien, die nicht als Lohn gelten dürften. Besonders im Tieflohnsegment sei der administrative Aufwand zu hoch und der Nettoverlust für die Angestellten zu belastend.

Das Geschäft geht nun an den Nationalrat. Sowohl Branchenverbände als auch Gewerkschaften leisten massiven Widerstand gegen die Pläne der Regierung, da sie befürchten, dass die Spendebereitschaft der Gäste bei einer Besteuerung abnehmen würde.

Apropos Trinken: Das tägliche Glas Wein ist definitiv kein Gesundheitstipp mehr. Laut der Eidgenössischen Fachkommission EKSN sind frühere Empfehlungen überholt. In ihrem gestern publizierten Bericht hält sie fest, dass bereits kleine Mengen Alkohol das Krebsrisiko deutlich erhöhen. Die Devise lautet neu: «Weniger ist besser.» 🚰

🫕 Zitat des Tages

«Coca-Cola ist nicht das Schlimmste, was man zum Fondue trinken kann»

Soll mit Coci noch besser schmecken: Fondue. (Screenshot: Watson)

In den Nullerjahren spielten die Leute mit Mentos-Bonbons und Coca-Cola. Sie liessen ein Dragée durch den Flaschenhals plumpsen und freuten sich über die chemische Reaktion, die einen bräunlichen Minigeysir im Wohnzimmer eruptieren liess.

Heute spielen die Leute mit Coca-Cola und Fondue. Was schlimmer ist, kann ich nicht beurteilen. Beides ist jedenfalls auf keinen Fall zur Nachahmung empfohlen (schon gar nicht im Wohnzimmer). Oder etwa doch?

Aber der Reihe nach: In einer Werbekampagne kaperte der US-Getränkehersteller jüngst kulinarische Heiligtümer der Schweiz: Capuns, Zürcher Geschnetzeltes – oder eben Fondue. All das schmecke besser mit einer Cola Zero. User:innen aus der Romandie und dem Wallis brachte das gemäss Watson gehörig aus der Fassung. Was für ein Sakrileg!

Also hat das Portal ernsthaft recherchiert. Was der Ernährungsberater Aurélien Clerc dabei zu Protokoll gab, wird dich erstaunen: «Es ist nicht das Schlimmste, was man zum Fondue trinken kann. Genau genommen ist Coca-Cola in Bezug auf die Verdauung sogar eine bessere Wahl als Wasser.»

Der sehr saure pH-Wert des Getränks helfe bei der Verdauung. Besser noch als kalte Süssgetränke, Wein oder Kirsch sei allerdings heisser Tee zum Fondue, so der Ernährungsberater.

Um das Fondue luftiger und bekömmlicher zu machen, schwören manche auch auf eine Messerspitze Backpulver, die man dem geschmolzenen Käse beim Köcheln im Caquelon beifügt. Aber nicht zu viel. Sonst, du ahnst es: Geysir! 🌋

Kurz-News

Mord soll nicht mehr verjähren · In der Schweiz soll Mord künftig lebenslang verfolgt werden können. Der Nationalrat hat gestern einem entsprechenden Antrag zugestimmt und folgt damit dem Ständerat. Bisher verjährt Mord nach 30 Jahren. Justizminister Beat Jans (SP) warnte gemäss Tages-Anzeiger vergeblich vor Beweisproblemen bei weit zurückliegenden Taten. Befürworter:innen betonen hingegen die Gerechtigkeit für Opfer und Angehörige. Die Gesetzesänderung muss nun noch final ausgestaltet werden.

Corona-Experte Peter Steiger verstorben · Der bekannte Zürcher Intensivmediziner Peter Steiger ist Ende Januar im Alter von 58 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben. Während der Pandemie wurde er gemäss Nau als empathischer Experte des Unispitals Zürich zur nationalen Identifikationsfigur. Neben seiner medizinischen Arbeit prägte er als langjähriges VSAO-Mitglied den Kampf für bessere Arbeitsbedingungen der Ärzteschaft entscheidend mit.

Yakin überrascht Junioren · Schöne Geste nach der Brand-Katastrophe von Crans-Montana VS: Nati-Trainer Murat Yakin leitete gestern Abend gemäss SRF unangemeldet ein Training der Junioren des FC Lutry. Gemeinsam mit seinem Staff wollte er den Jugendlichen nach dem schweren Schicksalsschlag einen Moment der Freude schenken. Der Klub hatte bei dem Drama in der Neujahrsnacht viele junge Spieler verloren.

International

Mafia-Boss stirbt im Gefängnis · Der berüchtigte sizilianische Mafia-Boss Benedetto «Nitto» Santapaola ist im Alter von 87 Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis in Mailand gestorben, berichtet Reuters. Santapaola, bekannt als «der Jäger», führte über Jahrzehnte den Clan in Catania an. Er sass seit 1993 in Haft und verbüsste mehrere lebenslange Strafen, unter anderem für die Beteiligung an den Morden an den Anti-Mafia-Staatsanwälten Giovanni Falcone und Paolo Borsellino im Jahr 1992.

Videos von Clinton-Aussagen veröffentlicht · Neu veröffentlichte Videoaufnahmen des US-Untersuchungsausschusses zeigen die Aussagen von Bill und Hillary Clinton zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Beide bestritten gemäss BBC jegliche Kenntnis seiner Verbrechen. Hillary Clinton drohte nach dem Leak eines Sitzungsfotos mit dem Abbruch: «Ich bin fertig damit. Wenn Sie das tun, bin ich fertig», herrschte sie die Abgeordneten an. Bill Clinton bezeichnete ein Whirlpool-Foto als harmlosen Reisemoment.

🧷 Musiktipp

Hier geht Alex

In diesem Sommer in Zürich, nächsten Sommer in Bern: Die Toten Hosen mit Sänger Campino. (Foto: dth.de)

Nach 44 Jahren ist Schluss: Die Toten Hosen veröffentlichen am 29. Mai ihr letztes Studioalbum. «Trink aus, wir müssen gehen!» heisst das Abschiedswerk der Düsseldorfer Punkrocker. «Wir haben gemeinsam beschlossen, noch mal aus allen Rohren zu schiessen und rauszuhauen, was geht», teilt die Band auf Instagram mit.

Neben den neuen Songs dürfen sich Fans gemäss Blick auf das Bonus-Album «Alles muss raus!» freuen. Dieses enthält 25 Cover-Songs, die zusammen mit Weggefährten der Toten Hosen eingespielt wurden. Die 19'820 Exemplare der limitierten und handsignierten Deluxe-Edition sind im Hosen-Shop bereits ausverkauft. Als Standard-Edition gibt es die Platte noch.

Eine Tour führt Sänger Campino und seine Band am 20. Juni in den Zürcher Letzigrund (bereits ausverkauft) und im Sommer 2027 nach Bern (bei Redaktionsschluss noch nicht ausverkauft).

Hey, machs gut, Alex, vielen Dank für ein kleines bisschen Horrorshow! 🍻

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Und bis morgen, wenn du magst.

Peter

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