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So funktioniert Trumps «Art of the Deal» aussenpolitisch: Zuerst lĂ€sst er seine «Bunker-Buster» detonieren, um dann zu verkĂŒnden: «Es wird entweder Frieden geben oder eine Tragödie fĂŒr Iran.» Davon ist auch die Schweiz direkt betroffen, denn sie vertritt die Interessen der USA im Iran. Dabei stellt sich die Frage: Soll sie mehr sein als eine blosse BrieftrĂ€gerin?

USA greifen Iran an

Wie reagiert die Schweiz?

Aussenminister Cassis wird gerade in die Zange genommen (Foto: Schweizerische Eidgenossenschaft)

Ja? Nein? Vielleicht? Nun hat er es doch getan: In der Nacht auf den Sonntag verordnete Trump einen Angriff auf iranische Atomanlagen. Ob sie vollkommen zerstört wurden, ist noch unklar.

GemĂ€ss EinschĂ€tzungen von Expert:innen verstossen die jĂŒngsten Handlungen Israels und des Irans gegen das Völkerrecht. Auch dem amerikanischen Bombenangriff wird dies vorgeworfen.

Und was bedeutet diese Eskalation fĂŒr die Schweiz?

Einiges, denn seit 45 Jahren hat die Schweiz fĂŒr die USA ein Schutzmachtmandat inne. Das bedeutet, dass die Kommunikation zwischen dem Iran und den USA ĂŒber das Aussendepartement der Schweiz vermittelt wird.

Kurz nach dem amerikanischen Angriff teilte das Schweizer Aussendepartement auf «X» entsprechend mit: «Wir fordern alle Parteien auf, grösstmögliche ZurĂŒckhaltung zu ĂŒben, die Zivilbevölkerung und zivile Infrastrukturen zu schĂŒtzen und unverzĂŒglich zur Diplomatie zurĂŒckzukehren.»

Aussenminister Cassis betonte ĂŒbers Wochenende in einem Interview mit der NZZ, dass diplomatische KanĂ€le gerade in Krisenzeiten umso wichtiger seien, um einer reinen Kriegslogik entgegenzuwirken.

Das sehen auch einige Parlamentarier:innen so, wie im Blick zu lesen ist. «Gerade in der jetzigen Eskalationsphase ist zentral, dass die Kommunikationsmöglichkeit nicht unterbrochen wird», sagt etwa Mitte-NationalrÀtin Elisabeth Schneider-Schneiter.

Auf einen etwas anderen Kurs drĂ€ngt allerdings ihr linker Ratskollege Fabian Molina von der SP. «Der Bundesrat muss viel stĂ€rker darauf hinweisen, dass Israel und der Iran das humanitĂ€re Völkerrecht brechen», sagt er gegenĂŒber den Tamedia Zeitungen.

Auch Mitte-StĂ€nderĂ€tin Marianne Binder fordert vom Bund hĂ€rtere Sanktionen gegen den Iran. Denn diesbezĂŒglich leiste die Schweiz weitaus weniger als ihre Nachbarstaaten.

Grossdemo in Bern

Tausende zeigen SolidaritÀt mit Gaza

Auch wenn die Aufmerksamkeit ĂŒbers Wochenende vor allem auf den Iran gerichtet war, dĂŒrfen wir eines nicht vergessen: In Gaza ist die humanitĂ€re Lage immer noch katastrophal.

Mehr als 54’000 PalĂ€stinenser:innen sind seit Beginn des Krieges gestorben. Millionen weiteren droht Hunger. Und das israelische MilitĂ€r schiesst immer noch weiter.

Deswegen nahmen am Samstag etwa zehntausend Menschen in Bern an einer bewilligten Demonstration teil. Rund 30 Organisationen hatten dazu aufgerufen, darunter der Schweizerische Gewerkschaftsbund, Amnesty International, die SP, die GrĂŒnen und Campax. Das berichtet das SRF.

Grossen Unmut bekundeten die Demonstrierenden gegenĂŒber Aussenminister Cassis. Auf einigen Transparenten stand «Ignazio Cassis complicit in Genocide» oder «Kriegsverbrecher Cassis».

Eine der zentralen Forderungen an den Bundesrat lautete, sich «aktiv fĂŒr einen sofortigen, dauerhaften und von der internationalen Gemeinschaft ĂŒberwachten Waffenstillstand und fĂŒr die sofortige Aufhebung der Blockade des Gazastreifens einzusetzen.»

Auch eine «Freilassung aller Geiseln und willkĂŒrlich inhaftierten Gefangenen in Israel und im besetzten palĂ€stinensischen Gebiet» gehörte zum Forderungskatalog.

Die Demonstration sei mehrheitlich friedlich gewesen. Es kam allerdings zu kleineren SachbeschÀdigungen.

Armeebeschaffung

Massive Mehrkosten bei F-35-Kampfjets

Bis 1,5 Milliarden mehr könnte die Beschaffung dieser Kampfjets fĂŒr die Schweiz kosten. (Foto: Wikipedia)

Als die Schweizer Bevölkerung im September 2020 ĂŒber die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge abstimmte, war die Stimmung gegenĂŒber AufrĂŒstung wohl noch deutlich verhaltener als heute. Nur eine hauchdĂŒnne Mehrheit von 50,1 Prozent sagt Ja dazu.

Teil der Abmachung war zudem, dass das ganze GeschÀft nicht mehr als sechs Milliarden Franken kosten werde.

Ein SchnĂ€ppchen also? Wohl kaum, denn es ist das bislang teuerste RĂŒstungsprojekt der Schweizer Armee.

Wie Recherchen des SRF zeigen, soll es nun noch teurer werden. Verschiedene Quellen sollen bestÀtigt haben, dass der geplante Kauf von amerikanischen F-35-Kampfjets bis zu 1,5 Milliarden mehr kosten könnte.

Bisher hiess es, man habe sich mit dem US-Verteidigungsministerium auf einen Fixpreis geeinigt. Scheinbar wusste die damalige VBS-Chefin Viola Amherd schon seit Sommer 2024 von diesen Mehrkosten, informierte aber den Gesamtbundesrat erst im vergangenen Dezember.

Überhaupt wurde die rechtliche Grundlage der Fixpreise schon 2021 in einer Untersuchung der Eidgenössischen Finanzkontrolle infrage gestellt.

Gilt nun der Fixpreis oder nicht?

Als SP-Nationalrat Fabian Molina Verteidigungsminister Martin Pfister vergangene Woche dazu ausfragte, antwortete dieser: «Wir sind der Meinung, dass es ein Fixpreis ist.»

Auch das VBS Ă€usserte sich ĂŒbers Wochenende gegenĂŒber der «Sonntagszeitung» (E-Paper) mit den Ă€hnlichen Worten: Man sei «weiterhin der Meinung, dass fĂŒr den Kauf der Schweizer F-35A der mit der US-Regierung vereinbarte Fixpreis gilt».

Das ist ĂŒbrigens Regel Nummer zwei in Trumps «Art of the Deal»: Wahrheit ist Meinungssache.

Visualisierung

#ShowYourStripes

Dieser Klimastreifen bildet die Temperaturentwicklung der Schweiz ab. Die Daten stammen von MeteoSwiss.

Am 21. Juni war der «Show Your Stripes Day». Diese Visualisierung wurde vom Klimaforscher Ed Hawkins entwickelt und veranschaulicht, mit welcher Geschwindigkeit sich das Klima in den letzten Jahren erhitzt. Jeder Streifen steht fĂŒr ein Jahr. Je dunkelroter er ist, desto heisser war dieses Jahr im Vergleich zum mehrjĂ€hrigen Durchschnitt. Das Umgekehrte gilt fĂŒr dunkelblaue Streifen.

Die Visualisierung macht eines deutlich: Der Klimawandel ist real.

Kurz-News

Chefdiplomat:innen treffen in Genf Irans Aussenminister · Am Freitag trafen sich die Aussenminister von Deutschland, Frankreich und Grossbritannien in Genf mit ihren iranischen Amtskollegen, schreibt die NZZ. FĂŒr Kompromisse habe sich letzterer allerdings wenig bereiterklĂ€rt. Irans «VerteidigungsfĂ€higkeiten» seien «nicht verhandelbar», sagte er gegenĂŒber der Presse.

269 Millionen Franken fĂŒr internationales Genf · Um das Zentrum der multilateralen Diplomatie zu stĂ€rken, hat der Bundesrat 269 Millionen Franken gutgeheissen. Damit soll in Genf ansĂ€ssigen internationalen Organisationen unter die Arme gegriffen werden, die besonders wegen der Einstellung von US-Zahlungen in letzter Zeit unter Druck geraten. Das berichtet das SRF.

Bericht ĂŒber Situation in AusschaffungsgefĂ€ngnissen · Die Schweizerische Beobachtungsstelle fĂŒr Asyl- und AuslĂ€nderrecht hat letzte Woche einen neuen Bericht zur auslĂ€nderrechtlichen Administrativhaft veröffentlicht. Der Bericht kommt zum Schluss, dass dort rechtsstaatliche GrundsĂ€tze und Garantien regelmĂ€ssig verletzt werden wĂŒrden. Die Autor:innen fordern daher einen humanen und rechtskonformen Wegweisungsvollzug als Alternative zum aktuellen System.

Armee sammelt GegenstĂ€nde im Blatten-See ein · Die Armee ist mit Booten und einer Schwimmplattform auf dem «Blatten-See» auf der Suche nach persönlichen GegenstĂ€nden der Blattner:innen. Ebenfalls soll Schwemmholz und TrĂŒmmer geborgen werden, um zu verhindern, dass der Ablauf des Sees verstopft. Das berichtet das SRF.

Tausende feiern an der Pride in ZĂŒrich · Am Samstag ging in ZĂŒrich die Pride ĂŒber die BĂŒhne, wie im Blick zu lesen ist. Unter dem Motto «Gemeinsam fĂŒr unsere Gesundheit» zogen tausende Menschen durch die Strassen. Ebenfalls wurde der 40-jĂ€hrige Kampf gegen HIV/Aids gewĂŒrdigt und auf Diskriminierung im Gesundheitssystem aufmerksam gemacht.

Ohne Big Brother im Netz

🔧 NĂŒtzliches des Tages

Meta hatte letzte Woche angekĂŒndigt, dass sie Werbung auf WhatsApp schalten wird. Es dauert zwar noch, bis wir solche zu sehen bekommen, dennoch ist es ein guter Zeitpunkt, um ĂŒber mögliche Alternativen nachzudenken.

Hier sind zwei besonders gute:

Auf diesen Messengern kannst du ungestört kommunizieren, ohne deine Daten an irgendwelche Firmen abzuliefern.

Ich persönlich benutze schon seit Jahren signal. Besonders die Desktop-App dazu gefÀllt mir sehr gut.

Falls dich das Thema weiter interessiert: In der aktuellen WOZ findest du noch mehr Tools und Anleitungen fĂŒr einen freien Datenverkehr ohne Big Brother.

đŸŽČ RĂ€tsel zum Schluss

Errate im 6iBrief RÀtsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

Das Wochenthema: Sommer

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • GrĂŒn: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Macheds guet!

Jonas

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