Guten Morgen {{vorname}}
Wir starten heute mit traurigen News aus Kolumbien. Der Notstand wurde ausgerufen, nachdem gestern ein schweres Erdbeben den Westen des Landes erschütterte. Der Guardian schreibt gar vom stärksten Erdbeben des Jahrhunderts, das Kolumbien traf.

Was du heute ausserdem wissen musst: In Zürich begann der Berufungsprozess um Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz und eine neue Studie zeigt, dass junge Menschen am klimaschädlichsten essen.

Schweiz · Feuer

Vier Verletzte nach Grossbrand in Schaffhausen

Am Montag kam es in Schaffhausen zu einem Grossbrand, bei dem vier Menschen verletzt wurden. (Screenshot: Blick / Leserreporter)

Am Montagabend wurden bei einem Grossbrand mitten in Schaffhausen vier Feuerwehrleute verletzt. Ein Gebäude an der Fulachstrasse in der Nähe des Güterbahnhofs brannte lichterloh, nachdem es zu mehreren Explosionen kam. Wie Blick schreibt, berichten Augenzeuginnen von zwei Explosionen innerhalb von zwei Minuten. Die Anwohner:innen im Quartier mussten die Fenster schliessen, weil die Rauch- und Hitzeentwicklung so stark war.

Die Schaffhauser Polizei erklärte, dass die vier verletzten Feuerwehrleute ins Spital gebracht werden mussten. Glücklicherweise konnte die Feuerwehr die Flammen schnell unter Kontrolle bringen und damit weitgehend verhindern, dass sich das Feuer grossflächig auf benachbarte Gebäude verbreitete. Die direkt angrenzenden Liegenschaften wurden teilweise beschädigt, wie der Tages-Anzeiger berichtet.

Noch ist unklar, was den Brand oder die Detonationen verursachte. Die Polizei spricht vom Brand einer «Liegenschaft», SRF berichtet von einer leerstehenden Scheune, die zerstört wurde. Die Ermittlungen wurden aufgenommen.

Schweiz · Wirtschaft

Berufungsprozess von
Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat begonnen

Pierin Vincenz (r.) und sein Anwalt Lorenz Erni gestern vor dem Zürcher Obergericht.
(Screenshot: SRF / Keystone / Urs Flueeler)

Vor dem Zürcher Obergericht begann gestern Morgen der Berufungsprozess im Fall des früheren Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz. Wie die NZZ berichtet, zeigte sich der 70-Jährige beim Auftakt des Verfahrens locker und sagte, er sei bereit, für ein milderes Urteil zu kämpfen. Die Verteidigung konzentrierte sich auf Fragen der Verjährung und darauf, ob die Staatsanwaltschaft ihre Beweismittel rechtmässig erlangt hat.

Das Bezirksgericht verurteilte den Ex-Banker 2022 in erster Instanz unter anderem wegen Betrugs und qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Dabei handelt es sich um einen der grössten Fälle von Wirtschaftskriminalität in der Schweiz in den letzten Jahren.

Neben Vincenz, der von 1999 bis 2015 Vorsitzender der Raiffeisen-Geschäftsleitung war, stehen weitere sechs Mitbeschuldigte vor Gericht, unter anderem sein ehemaliger Geschäftspartner Beat Stocker. Der Vorwurf: Vincenz und Stocker sollen sich heimlich an Firmen beteiligt haben, die später unter anderem von Raiffeisen gekauft wurden. Sie hätten damit Millionen verdient. Die Anklage wirft Vincenz laut SRF ausserdem Spesenexzesse vor.

Die Ausmasse des Verfahrens sind riesig: Insgesamt sind es sieben Angeklagte, eine fast 400-seitige Anklageschrift und Millionensummen. Angesetzt sind noch neun Verhandlungstage – bis zum Urteil können laut Obergericht aber Wochen oder Monate vergehen.

International · Klima

Jugendliche essen am schädlichsten fürs Klima

Eine neue Studie untersuchte die Ernährungsgewohnheiten in 149 Ländern. Auch für die Schweiz ist die Studie relevant. (Foto: Unsplash / Dan Gold)

Ausgerechnet Jugendliche und junge Erwachsene belasten das Klima mit ihrer Ernährung am meisten. Menschen zwischen 11 und 29 Jahren verursachen die höchsten ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen pro Kopf, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Dies zeigt eine im Fachmagazin «Nature Food» erschienene Studie, für die Forschende 19 Jahre lang Ernährungsgewohnheiten in 149 Ländern untersuchten.

Zurückzuführen sei das auch auf einen höheren Konsum von Fleisch, Milchprodukten und hoch verarbeiteten Lebensmitteln. Senior:innen über 60 Jahre tragen ebenfalls stark zu den Emissionen bei, besonders in Ländern mit hohem Einkommen und einer alternden Gesellschaft wie der Schweiz. Die Gruppe hat den absolut betrachtet grössten Anteil am Anstieg der Emissionen.

Das Learning: Klimaschutz braucht in der Ernährung je nach Altersgruppen und Regionen differenzierte Strategien. Für Länder wie die Schweiz werden Konzepte für die Generation 60+ empfohlen, etwa eine Beratung mit Fokus auf Vegi-Alternativen. Für jüngere Bevölkerungsgruppen soll Ernährung in Schulen reformiert werden.

Aber was bedeutet die Studie konkret für die Schweiz? «Aus Schweizer Sicht halten wir die Studie für durchaus relevant», sagt Tiziana Böbner-Lombardo, Mediensprecherin des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Eine wichtige Erkenntnis für die Schweiz sei, dass «die demografische Alterung selbst zu einem relevanten Faktor der Ernährungs- und Klimapolitik» wird und künftig stärker berücksichtigt werden sollte.

Aufgeschnappt

«Avocado-Hand»-Fälle nehmen zu

«Avocado-Hand»-Fälle nehmen zu. (Foto: Unsplash / charlesdeluvio)

Wo wir schon bei Essen sind: Wer schon einmal eine Avocado halbiert hat, weiss, dass das eine rutschige Sache ist. Für die Verletzungen, die dabei passieren, gibt es sogar einen eigenen Begriff: «Avocado-Hand» wird das unschöne Phänomen genannt, das sich offenbar häuft. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, haben diese «Avocado-Hand»-Fälle zugenommen – zumindest in einem deutschen Spital, das seine Notaufnahmedaten von Anfang 2020 bis Mitte 2026 auswertete.

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) verzeichnet seit 2020 dreimal so viele dieser spezifischen Schnittverletzungen durch Zubereiten von Avocados. Besonders betroffen sind junge Frauen.

Obacht beim Schneiden deiner nächsten Avocado! Diese spezifische Verletzung endet in vielen Fällen mit einer Operation. Die deutsche Klinik gibt laut der Welt sogar einen Tipp mit, um die «Avocado-Hand» zu vermeiden und empfiehlt, die Frucht beim Halbieren lieber flach auf ein Schneidebrett zu legen, statt sie in der Hand zu halten.

Dass solche Schnittverletzungen zunehmen, hatte vor ein paar Jahren auch ein US-Team festgestellt. Es registrierte von 1998 bis 2002 über 3000 Fälle – und von 2013 bis 2017 gut 27’059 Fälle.

Kurz-News

Trotz Warnung Bergtouren auf Matterhorn · Am Wochenende begaben sich Bergsteiger:innen trotz Warnungen aufs Matterhorn. Fotos zeigen mehrere Gruppen auf dem Gipfelweg, wie Nau berichtet. Hitze und tauender Permafrost erhöhen derzeit die Steinschlaggefahr. Erst am Mittwoch kam es auf der Südseite des Matterhorns auf rund 3900 Metern Höhe zu einem grossen Felssturz.

Vorgezogener Alpabzug wegen Trockenheit · Wegen der Trockenheit müssen die Kühe im Graubünden früher als vorgesehen ins Tal zurück. Auf mehreren Bündner Alpen ist das Gras vertrocknet, Futter und Wasser fehlen. Dies berichtet SRF. Im Domleschg müssen die Kühe rund drei Wochen früher ins Tal.

Hilfswerke unter Druck · Der Entwicklungshilfe stehen weltweit weniger Mittel zur Verfügung: Die Auswirkungen sind auch bei Schweizer Hilfswerken spürbar, schreibt SRF. Gemäss Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sparten die 38 OECD-Mitgliedsländer 2025 23 Prozent (40 Milliarden Franken) bei der Entwicklungshilfe ein. Die Schweiz strich 110 Millionen Franken. Mehrere Hilfsprojekte in verschiedenen Ländern wurden verkleinert oder aufgegeben.

International

Schweres Erdbeben im Westen Kolumbiens · Bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 am Montagmorgen in Kolumbien sind laut BBC mindestens 132 Personen gestorben. Allein in der Stadt Pereira westlich der Hauptstadt Bogotá wurden laut Spiegel 47 Todesopfer registriert. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó. Gemäss Guardian war es das stärkste Erdbeben des Jahrhunderts in Kolumbien.

Bergnot wegen Ausflug mit Kinderwagen · In Österreich mussten laut Watson drei Familien mit Kleinkindern und Kinderwagen gerettet werden, weil sie sich auf eine spontane Wanderung auf mehr als 2'300 Metern ü. M. begeben hatten. Wie die Tiroler Polizei mitteilte, hatten Rettungskräfte am Vortag insgesamt 36 Personen aus hochalpinem Gelände geborgen. Ihre Ausrüstung sei «gleich null» gewesen.

🔧 Nützliches des Tages

Chum verreis

Vielleicht langweilen dich deine Spotify-Playlists und du willst mal was Neues hören: Versuch Radio Garden. (Screenshot: Radio Garden)

Falls dich gerade ein wenig das Fernweh plagt und deine Ferientage für dieses Jahr aufgebraucht sind oder eine Reise dein Budget sprengt: Manchmal hilfts ein bisschen, so zu tun, als wäre man in einer anderen Stadt. Besonders gut eignet sich für diesen Hack, die passende Musik zu hören.

Bei Radio Garden klickst du dich auf das Fleckchen Erde deiner Wahl und hörst direkt die lokalen Radiosender. Wie wärs zum Beispiel mit Jazz in Tokio um drei Uhr morgens? Oder zu deinem fünften Kafi am Nachmittag ein wenig Pop in Kendari?

Okay fair, mit einer richtigen Reise nach Indonesien oder Japan ist Radio Garden nicht vergleichbar. Aber das Online-Radio ist eine nette Abwechslung.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Bis morn 🌞

Vanja

Reply

Avatar

or to participate