Guten Morgen {{vorname}}
Der Kanton Wallis musste ja zuletzt – und oftmals zu Recht – viel einstecken.
Heute gibt es Positives zu vermelden. In einem Hotel in Crans-Montana, das auferlegte Brandschutzmassnahmen ignoriert hatte, griffen die Behörden rigoros durch: Schliessung per sofort.
Und auch in Sachen Klimaschutz macht man im Wallis vorwärts. Mit einer neuen Strategie, die ein zweites Blatten verhindern soll.
Schweiz · Klimastrategie
Plan B nach der Zäsur von Blatten

Soll sich nicht wiederholen: Naturkatastrophe in Blatten. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Jean-Christophe Bott/Keystone)
Vor gut einem Jahr sagte die Walliser Stimmbevölkerung Nein zu einem Klimagesetz mit einem 100-Millionen-Franken-Fonds. Nun legt der Staatsrat gemäss Tages-Anzeiger eine neue Klimastrategie vor. Die Ziele bleiben die gleichen, doch der eigene Klimafonds fehlt dieses Mal. Und statt eines Gesetzes gibt es jetzt eine Strategie ohne feste Finanzierung.
Auslöser seien die jüngsten Katastrophen: die Überschwemmungen im Sommer 2024 sowie der Bergsturz von Blatten. Diese Ereignisse innert kurzer Zeit hätten im Gebirgskanton die Verwundbarkeit gegenüber dem Klimawandel sichtbar gemacht, so die Zeitung.
Gestern präsentierte Staatsrätin Franziska Biner den Plan, der den Gebirgskanton besser schützen soll. Da sich die Alpen doppelt so schnell erwärmen wie der globale Durchschnitt, setzt das Wallis künftig auf die Pfeiler Prävention, Antizipation und Regeneration.
Das Ziel: Die Lebensgrundlagen in den Alpen müssen gesichert werden. Konkret umfasst die Strategie acht Bereiche: von der Raumplanung über das Monitoring von Naturgefahren bis hin zur Wasserbewirtschaftung.
Finanziell schlägt der Kanton einen neuen Weg ein. Statt des ursprünglich geplanten Fonds sollen ab 2027 jährlich 0,5 Prozent des Gesamtbudgets – etwa 22 Millionen Franken – zusätzlich in den Klimaschutz fliessen.
Trotz des Verzichts auf ein spezielles Gesetz hält der Staatsrat an den ambitionierten Klimazielen fest. Die direkten Emissionen sollen bis 2040 um 75 Prozent gesenkt werden, um bis 2050 Netto-Null zu erreichen.
Angesichts drohender lokaler Temperaturen von über 45 Grad bis zum Jahr 2060 sieht die Regierung keinen Spielraum mehr für Verzögerungen.
Schweiz · Gesundheit
Grünes Licht für neues Alzheimer-Medikament

Mehr Zeit gegen das Vergessen. (Foto: Unsplash/Mario Heller)
Die Zulassungsbehörde Swissmedic hat das Medikament Donanemab zur Behandlung von Alzheimer im Frühstadium zugelassen.
Das Präparat des Pharma-Unternehmens Eli Lilly markiert einen wichtigen Fortschritt, heisst es in der NZZ, da es gezielt giftige Proteinklumpen im Gehirn auflöst, die für das Absterben von Nervenzellen verantwortlich sind.
Fachorganisationen wie Alzheimer Schweiz begrüssen den Entscheid, der Betroffenen und Angehörigen neue Hoffnung auf einen längeren Erhalt der Selbstständigkeit gibt.
Studien belegen, dass Donanemab den kognitiven Abbau um rund 35 Prozent verlangsamen kann. Das Medikament ist jedoch keine Heilung: Es kann die Krankheit nicht stoppen und bereits verlorene geistige Fähigkeiten nicht wiederherstellen. Die Therapie ist vor allem dann wirksam, wenn sie so früh wie möglich beginnt, um bestehende Hirnstrukturen zu schützen.
Die Behandlung ist allerdings nicht risikofrei, da sie bei einem Teil der Patient:innen Nebenwirkungen wie Schwellungen oder kleine Blutungen im Gehirn auslösen kann.
Wann das Mittel für Schweizer Patient:innen tatsächlich verfügbar ist, hängt von der Entscheidung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) über die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ab.
🥌 Olympische Winterspiele
Ab heute geht es um mehr als nur Gold

Madeleine Berthod nach ihrem Sieg in der Abfahrt 1956. (Screenshot: NZZ/Bettmann/Getty)
Und nun zum Sport: Heute beginnen in Italien die Olympischen Winterspiele mit Eröffnungsfeiern in Mailand und Cortina. Zum ersten Mal in der Geschichte des Grossevents werden also gleich zwei olympische Feuerschalen entzündet.
Für die musikalische Unterhaltung sorgen Mariah Carey, Andrea Bocelli oder Laura Pausini. Fahnenträger:innen für die Schweiz sind Skicross-Star Fanny Smith und Eishockeyspieler Nino Niederreiter. Zu sehen gibts das Spektakel live auf SRF (ab 19 Uhr).
Ob das auch in vier Jahren noch der Fall sein wird, könnte auch vom Abstimmungsergebnis am 8. März abhängen. Dann gehts um die Halbierungsinitiative. Fürs SRF kommt Olympia also gerade zur rechten Zeit. Hier kann – und muss – sich der Sender beweisen.
«Ein Grossereignis verdient ernsthafte Rundfunkanstalten.»
In einem Kommentar schreibt Glen Killane, Verantwortlicher für Sport bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU), der auch die SRG angehört: «Ein Grossereignis verdient ernsthafte Rundfunkanstalten.»
Die Olympischen und Paralympischen Spiele gehörten zu den komplexesten und anspruchsvollsten Sportereignissen. Gefragt seien Storytelling, Logistik, redaktionelles Urteilsvermögen und technische Fähigkeiten. Darüber hinaus müsse die Berichterstattung präzise, fair und vertrauenswürdig sein.
In einer zunehmend fragmentierten Medienlandschaft sei dieses Engagement von zentraler Bedeutung, schreibt Killane. «Der frei empfangbare Zugang trägt dazu bei, dass die Spiele ein gemeinsames kulturelles Erlebnis bleiben, das in Wohnzimmern und Gemeinschaftsräumen in ganz Europa verfolgt wird, anstatt etwas zu sein, das nur jenen zur Verfügung steht, die es sich leisten können.»
Wem das nun alles zu politisch ist: Hier blickt die NZZ mit wunderbaren Bildern zurück auf die Spiele in Cortina d’Ampezzo im Jahr 1956. Eine tolle Einstimmung auf die nächsten Tage und Wochen. Hopp Schwiiz! 🇨🇭
🐒 Aufgeschnappt
Auch Affen spielen Teekränzchen

Was geht wohl in seinem Kopf vor? (Screenshot: Guardian/Guenter Guni/Getty Images)
Kinder lieben Kochspiele. Als Götti habe ich oft imaginären Tee aus winzigen Holzschälchen geschlürft.
Nun haben Wissenschaftler:innen herausgefunden: Auch Bonobos können offenbar so tun, als ob. Sie wiesen gemäss Guardian erstmals experimentell nach, dass die eng mit uns verwandten Zwergschimpansen sich Objekte vorstellen und deren Position verfolgen können.
Die Forscher:innen präsentierten Bonobo Kanzi zwei leere Becher und gaben vor, beide mit einem ebenfalls leeren Krug zu füllen (Hier gehts zum Video).
Anschliessend wurde so getan, als würde der Inhalt eines Bechers wieder in den Krug zurückgeleert. Kanzi sollte nun zeigen, in welchem Becher der «Saft» verblieben war. Das Ergebnis war verblüffend: In 34 von 50 Versuchen wählte Kanzi den «vollen» Becher. Ein Wert, der weit über dem Zufall liegt.
Für die Studienautor:innen ist es der Beweis, dass die Vorstellungskraft für fiktive Objekte nicht einzigartig menschlich ist. Es deute darauf hin, dass die Wurzeln unserer Fantasie tief in der Evolutionsgeschichte liegen würden.
Bonobo Kanzi bekommt vom ganzen Rummel, den er in der Welt der Wissenschaft jetzt auslöst, nichts mehr mit. Er ist im vergangenen Frühling im Alter von 44 Jahren gestorben.
Kurz-News
Hotel geschlossen · Wegen schwerer Mängel beim Brandschutz muss das Hotel Golf und Sport in Crans-Montana VS per sofort schliessen. Nach einer Kontrolle im August 2025 verstrich gemäss SRF ein Ultimatum zur Behebung der Sicherheitsdefizite ungenutzt. Auf Empfehlung der Sicherheitsbehörden verfügte die Gemeinde nun die Schliessung. Das örtliche Tourismusbüro unterstützt Gäste dabei, eine alternative Unterkunft zu finden.
Bitcoin im freien Fall · Der Bitcoin-Kurs hat in den vergangenen Tagen massiv an Wert verloren. Innerhalb eines Tages sank der Wert der Kryptowährung von rund 56'000 auf unter 50'000 Franken. Dieser Tagesverlust von 13 Prozent markiert den Tiefpunkt einer viermonatigen Negativserie – der längsten seit dem Jahr 2018. Entsprechend tief steht gemäss Watson der «Fear & Greed Index», der aktuell eine sehr pessimistische Marktstimmung widerspiegelt.
Keine Ermittlungen gegen Cassis · Die Bundesanwaltschaft hat das Verfahren gegen Ignazio Cassis und weitere Bundesräte eingestellt. 25 Anwält:innen hatten der Regierung Beihilfe zu Völkerrechtsverletzungen im Gazastreifen vorgeworfen. Da die Kläger:innen weder Geschädigte noch Zivilparteien sind, ist keine Berufung möglich. Die Anwält:innen ziehen nun gemäss Blick vor den Internationalen Strafgerichtshof, um den Vorwurf der «Komplizenschaft» wegen unterlassener Sanktionen prüfen zu lassen.
International
Starmer entschuldigt sich · Der britische Premierminister Keir Starmer hat sich bei den Opfern von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entschuldigt. Er bedauert gemäss BBC, den Lügen von Peter Mandelson geglaubt und ihn als US-Botschafter berufen zu haben. Mandelson soll seine Nähe zu Epstein verschwiegen haben. Während Opfer das Eingeständnis loben, fordern Opposition und Parteikollegen Starmers Rücktritt. Die Akten zum Fall sollen veröffentlicht werden.
Trump übt Wahlbeeinflussung · Auf Anweisung des Weissen Hauses hat das FBI das Wahlzentrum im Fulton County südlich von Atlanta durchsucht und 700 Kisten mit Stimmzetteln abtransportiert. Hintergrund ist Trumps anhaltende Lüge, bei der Wahl 2020 betrogen worden zu sein. Beobachter:innen sehen die Aktion gemäss SRF als Testlauf, um den Wahlprozess vor den Midterms im November zu beeinflussen und Zweifel an der Rechtmässigkeit künftiger Ergebnisse zu säen. Das County fordert die Dokumente nun gerichtlich zurück.
🪨 Nützliches des Tages
Tool (Werkzeug)

Komplex wie eine Fuge von Johann Sebastian Bach: Tool. (Screenshot: Spotify/Alex)
Alex Honnold, der vor rund zwei Wochen ungesichert auf den 508 Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101 geklettert ist, mag Rockmusik (Logisch – Achtung, schlechtes Wortspiel –, schliesslich heisst «Rock» auf Englisch Fels).
Gestern machte der Free-Solo-Profi nun die Spotify-Playlist, die er beim Aufstieg gehört hat, öffentlich. 21 Songs, knapp zwei Stunden Metal und Nu Metal, alles sehr – Achtung, noch ein schlechtes Wortspiel – uplifting.
Für den Kletterer ist die Musik aber mehr als nur Unterhaltung. Sie habe ihm als präzises Werkzeug (Tool) gedient, um die Geschwindigkeit zu kontrollieren, sagte er gegenüber Variety.
Jedes Bambus-Segment habe ihn fünf bis sechseinhalb Minuten gekostet. Da er die Länge der Songs kenne, habe er immer gewusst, ob er zu schnell oder zu langsam unterwegs sei.
Honnolds Playlist beginnt mit einigen Songs der Progressive-Metal-Band Tool (Werkzeug), dann folgen Acts wie Linkin Park und The Offspring, und schliesslich noch eine Auswahl an Liedern von Nothing More.
Falls diese Songs die Komplexität des Taipei 101 widerspiegeln, könnte man also – letztes schlechtes Wortspiel – festhalten: Am Anfang ziemlich anspruchsvoll, ab der Mitte eher simpel.
Witziges zum Schluss
Frage der Woche*
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🎲 Rätsel
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
Peter



