Guten Morgen {{vorname}}

Was reimt sich auf «Nicht mehr alle Tassen im Schrank»? Richtig, krank – bin ich heute nämlich. Falls jemand Tipps gegen eine sich anbahnende miese Erkältung und damit einhergehendes Selbstmitleid hat, gerne her damit. 🙂‍↔️

Ansonsten wünsche ich dir jetzt eine interessante Lektüre: Im 6iBrief liest du heute Neues zum Bestand der Schweizer Armee (sinkend), dem AKW-Referendum (eingereicht) und – apropos nicht alle Tassen im Schrank – neuen Absurditäten, die Donald Trump verzapft.

Schweiz · Armee

17’000 Personen fehlen bis 2030: Bestand der Schweizer Armee geht zurück

Der Frauenanteil in der Armee soll mit einem obligatorischen Orientierungstag erhöht werden. (Screenshot: Nau / Keystone)

In den nächsten vier Jahren droht die Zahl an Armeeangehörigen in der Schweiz zu sinken: Rund 17’000 Personen könnten der Armee bis 2030 fehlen. Wie Nau berichtet, will der Bundesrat mit verschiedenen Massnahmen eingreifen – mehr Frauen und eine neue Dienstpflicht sollen das drohende Defizit beheben.

Wie die Gruppe Verteidigung gestern mitteilte, sei der Bestand der Schweizer Armee derzeit noch ausreichend: Insgesamt 147'017 Angehörige zählte die Armee per 1. März 2026. Damit ist der Sollbestand von 100'000 Personen für einen Einsatzfall sichergestellt, heisst es.

Die Tendenz des Bestands ist allerdings sinkend: Der Grund dafür sei die Entlassung der letzten Jahrgänge mit zwölf Jahren Dienstpflicht in den Jahren 2028 und 2029. Pro Jahr verliere die Armee fast 12'000 der knapp 26'000 Militärdienstpflichtigen, vor allem durch vorzeitige Abgänge in den Zivildienst, schreibt Blick. Dies trotz einer Militärtauglichkeitsquote von 70 Prozent und einem leichten demografischen Wachstum bei den Stellungspflichtigen.

Was also nun? Dieser Entwicklung sollen unter anderem flexiblere Ausbildungs- und Laufbahnmodelle entgegenwirken. Um ausserdem den Frauenanteil in der Armee (der übrigens seit 2022 leicht angestiegen ist) weiter langfristig zu erhöhen, plant der Bundesrat einen obligatorischen Orientierungstag. Derzeit berät das Parlament die entsprechende Botschaft und eine Volksabstimmung wird für 2028 erwartet.

Schweiz · AKW

Referendum gegen neue AKW eingereicht

Das Bündnis «Nein zu neuen AKW» reichte gestern die Unterschriften ein. (Screenshot: 20 Minuten / Stefan Lanz)

Im Februar 2027 stimmen wir erneut über AKW in der Schweiz ab: Das Referendumsbündnis «Nein zu neuen AKW» hat gestern in Bern nach eigenen Angaben 131’793 Unterschriften gegen die geplante Aufhebung des Neubauverbots eingereicht. Das Komitee besteht aus den Grünen, der GLP, der SP und diversen Umweltschutzverbänden, berichtet 20 Minuten.

Im Sommer hatte das Parlament beschlossen, das seit 2018 geltende Verbot für den Bau neuer Atomkraftwerke wieder aufzuheben. Das Komitee sieht Risiken – etwa einen Reaktorunfall, die Abhängigkeit von importiertem Uran und, als zentralen Punkt, die Kosten: Ein neues Atomkraftwerk könne bis zu 43 Milliarden Franken kosten, sagte Barbara Schaffner (GLP/ZH). Ausserdem habe sich die Bevölkerung mehrfach für den Ausbau erneuerbarer Energien ausgesprochen. «Die AKW sind eine veraltete, überteuerte und sehr gefährliche Technologie», fasste Lisa Mazzone, Präsidentin der Grünen Schweiz, laut SRF zusammen.

Nationalrätin Jacqueline Badran (SP/ZH) erklärte im Interview mit Watson: «Wenn wir AKW bauen, bauen wir weniger erneuerbare Energien aus. Dann kann die Öllobby länger Ölheizungen und Benzin verkaufen. Sie hat grösstes Interesse daran, dass die Erneuerbaren nicht vorwärtskommen.»

Gegenwind kommt von Economiesuisse und weiteren Wirtschafts- und Energieverbänden, deren «Allianz sichere Stromversorgung» die Aufhebung des Neubauverbots unterstützt. Die Allianz argumentiert, dass die Schweiz sich angesichts des steigenden Strombedarfs alle Technologien offenhalten müsse.

Schweiz · Crans-Montana

Jessica Moretti könnte Geld von ihrer Unfallversicherung erhalten

Die Unfallversicherung von Jessica Moretti prüft den Erwerbsausfall. (Screenshot: Blick / AFP)

Jessica Moretti ist als Mitinhaberin der Bar «Le Constellation» eine Beschuldigte im Strafverfahren um die Brandkatastrophe von Crans-Montana VS. Die Walliser Staatsanwaltschaft untersucht, welche Verantwortung das Betreiberpaar Jessica und Jacques Moretti für die Katastrophe trägt, bei der 41 Menschen starben und über 100 Personen verletzt wurden.

Wie Blick schreibt, könnte ausgerechnet Jessica Moretti nun wegen des Brandes Geld von ihrer Unfallversicherung erhalten. Heisst: Sie macht gesundheitliche Folgen jenes Brandes geltend, für den sie sich vor Gericht verantworten muss.

Die Zurich Versicherung prüft eine Taggeldleistung wegen eines gesundheitlich bedingten Erwerbsausfalls, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Laut dieser hat die Walliser Staatsanwaltschaft ihr Einverständnis erklärt, dass die Versicherung eine allfällige Leistung auszahlen darf. Noch ist aber unklar, ob und wie viel Geld Jessica Moretti erhält.

Jacques Moretti sitzt seit dem 11. August wegen eines mutmasslichen Falls von Körperverletzung an seiner Ehefrau in Untersuchungshaft. Er bleibt mindestens bis zum 11. November in Haft. Für die Morettis gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung.

Zitat des Tages

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«It's a small price to pay for keeping the world safe, keeping our country safe. They can take out a city. Let them take out Los Angeles, let them take out San Diego.»

Donald Trump, US-Präsident

«Let them take out LA!»: Trumps Aussage könnte man als Aufforderung zur Auslöschung von San Diego und Los Angeles verstehen. (Screenshot: BBC)

Schon crazy. Wir leben in einer Zeit, in der ein US-Präsident vor der Weltöffentlichkeit problemlos folgende befremdliche Sätze raushauen kann: «Das ist ein geringer Preis dafür, dass die Welt und unser Land sicher bleiben. Sie können eine Stadt auslöschen! Sollen sie doch Los Angeles auslöschen, sollen sie doch San Diego auslöschen!»

Trump sprach bei einer Wahlkampfveranstaltung in Nebraska über den Iran-Konflikt, schreibt BBC. Seine Äusserung, der Iran könne Los Angeles und San Diego «auslöschen», hat unter Politiker:innen heftige Reaktionen ausgelöst.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom verurteilte die Aussage auf der Plattform X und bezeichnete Trump als «gestört und gefährlich». Newsom habe das kalifornische State Threat Assessment Center angewiesen, die Lage aktiv zu beobachten, «für den Fall, dass ausländische Akteure die Äusserungen des Präsidenten als Aufforderung interpretieren, Kalifornien ins Visier zu nehmen», schreibt der Spiegel.

Karen Bass, die Bürgermeisterin von Los Angeles, bezeichnete die Äusserungen als «Drohungen» und als «Versuch», zu «Angriffen auf das Leben von Amerikanern aufzurufen».

Das Weisse Haus versuchte abzuwiegeln und bezeichnete die Kritik als «Medien-Hysterie»: Trump habe damit gemeint, dass US-Städte vom Iran bedroht worden wären, hätte er dort nicht Anfang des Jahres einen Krieg begonnen.

Kurz-News

Tausende Schweine wegen Krankheit getötet · Rund 10’500 Schweine mussten in der Schweiz getötet oder geschlachtet werden, nachdem sie sich mit einer ansteckenden Lungenkrankheit (Enzootische Pneumonie) infiziert hatten. Laut SRF lebte fast die Hälfte der betroffenen Tiere auf Betrieben im Kanton Luzern. Der Veterinärdienst des Kantons Luzern wurde Anfang September darüber informiert, dass die Krankheit in einem kantonsübergreifenden Schweinering ausgebrochen war.

SBB schliessen weitere Reisezentren · Weitere 13 SBB-Schalter an kleineren Bahnhöfen werden ab Januar geschlossen, schreibt Watson. Sie werden auf Selbstbedienung umgestellt. Betroffen sind unter anderem Reisezentren in Arbon TG, Brunnen SZ und Frick AG. Entlassungen gibt es laut SBB keine: Die Angestellten sollen ihre Stellen nicht verlieren, sondern in andere Reisezentren versetzt werden.

Leiche nach Brand in Oberwinterthur gefunden · Nachdem es gestern Vormittag in Oberwinterthur zu einem Grossbrand in einer Dachstockwohnung gekommen ist, wurde laut 20 Minuten eine Leiche gefunden. Unklar ist, ob es sich dabei um die Person handelt, die nach Brandausbruch als vermisst gemeldet wurde. Die Feuerwehr konnte den Brand unter Kontrolle bringen, mehrere Wohnungen sind derzeit nicht mehr bewohnbar.

International

Nach Hinrichtungsversuch: Christa Pike bei Bewusstsein · Christa Pike, die 1996 als 18-Jährige wegen Mordes verurteilt wurde, ist nach der missglückten Hinrichtung am vergangenen Mittwoch in Nashville, USA, wieder bei Bewusstsein. Gemäss ihrem Anwaltsteam ist sie ansprechbar, schreibt der Spiegel. Sie sei trotz schwerer Verletzungen an den Armen nach wie vor mit Handschellen ans Bett gekettet. Ihre Prognose bleibt unklar. Pike wurde zweimal die Giftspritze verabreicht, doch sie überlebte.

Macron ruft wegen Protesten zu Krisensitzung · In Frankreich weiten sich die Proteste aus – neben Schüler:innen protestieren auch Eltern, Lehrkräfte und Gewerkschaften für bessere Lernbedingungen. Nach Gewerkschaftsangaben gab es laut ZDFheute landesweit Kundgebungen mit insgesamt 450’000 Teilnehmenden. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen, bei denen die Polizei laut BBC Tränengas und Wasserwerfer einsetzte. Präsident Emmanuel Macron will am Abend bei einer Krisensitzung über die Lage beraten.

🔧 Nützliches des Tages

Ein bisschen Romantik

Bei «The Sound of Love» kriegst du einen Zufallsliebessong und einen passenden Kommentar dazu. Die Botschaften reichen von deep und traurig bis sehr herzig. (Screenshot: The Sound of Love)

«I heard of love in the YouTube comments section», heisst es auf der Webseite The Sound of Love. Das Konzept ist simpel. Und gleichzeitig besonders und irgendwie berührend: Die Seite spielt dir einen random Liebessong aus und dazu wird dir ein echter User-Kommentar gezeigt, den jemand bei YouTube zum Video hinterlassen hat.

Die Künstlerin Chia Amisola sammelt für die Webseite seit Jahren Botschaften in der Kommentarspalte, die sich immer um Zärtlichkeit, Liebe, Nähe, Verlust oder Verlangen drehen. «Intimität findet sich immer an unerwarteten Orten: Sie liegt in der menschlichen Natur», schreibt Amisola über ihre Sammlung. Ein spannendes Kunstprojekt, durch das ich schon ein paar neue, tolle Songs entdeckt habe.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

OK ciao, bis morn!

Vanja

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