Guten Morgen {{vorname}}
Mein Tag beginnt heute mit purem Neid. FOMO habe ich, denn hier in Bangkok sehe ich genau gar nichts von der Sonnenfinsternis, von der alle sprechen.

Jänu, so läufts manchmal im Leben. Sofern du gerade in der Schweiz bist und den 6iBrief nicht auf dem Liegestuhl in deinen Ferien liest, erwartet dich das Naturphänomen heute ab 19.24 Uhr am Schweizer Himmel. 🌝

Schweiz · Klima

Die meisten wollen eigenes Verhalten trotz Hitzewellen nicht ändern

Eine neue Umfrage zeigt: Die meisten Menschen wollen ihre Gewohnheiten wegen des Klimas nicht anpassen.
(Screenshot: SRF / Keystone / DPA / Thomas Frey)

Trockenheit, Hitzewellen, tiefe Wasserpegel – in den vergangenen Wochen wurden die Folgen der Klimaerwärmung nicht nur in der Schweiz nochmal klar und deutlich. Für den Grossteil der Menschen in der Schweiz ist eine Änderung der eigenen Gewohnheiten trotz des Klimawandels aber kein Thema, wie SRF berichtet.

Für vier von fünf Erwachsenen in der Schweiz hat die Klimadebatte minimale oder gar keine Auswirkungen auf ihre Entscheide beim Einkaufen oder Geldanlegen. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis, an der im Juli 1040 Personen aus dem ganzen Land teilgenommen haben.

«Zwar behaupten viele Schweizerinnen und Schweizer, sie würden etwa Flugreisen oder ihren Fleischkonsum reduzieren. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache», sagt Michael Kuhn, Finanzexperte bei Comparis. Besonders Personen mit hohem Einkommen über 8000 Franken wollen offenbar nicht verzichten. «Das dürfte auch daran liegen, dass sich Besserverdienende schlicht mehr Reisen und mehr Konsum leisten können», erklärt Kuhn. In Haushalten mit Kindern (74 Prozent) erhält das Klima-Thema eine grössere Bedeutung als in jenen ohne (62 Prozent).

Zum Schluss dieser Meldung noch ein kurzes Update zur aktuellen Hitzewelle: Nach einer heissen Woche dürften die Temperaturen am Sonntag wieder sinken. Laut Meteorologe Peter Wick verabschiedet sich die Hitzewelle allmählich, wie 20 Minuten schreibt.

Schweiz · Gewalt

Externe Untersuchung nach Missbrauchsfall eingeleitet

Eine externe Untersuchung soll feststellen, ob die Behörden im Umgang mit Iwona L. und ihrer Tochter Paula Fehler gemacht haben.
(Screenshot: 20 Minuten / Sabina Bobst)

Im Fall des angeklagten Ex-SVP-Grossrats Patrick Frei wird eine externe Untersuchung eingeleitet. Dies haben die Departemente Volkswirtschaft und Inneres sowie Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau gemeinsam mit der Gemeinde Untersiggenthal beschlossen und in einer Mitteilung bekannt gegeben, schreibt 20 Minuten.

Die Vorwürfe gegen die Behörden betreffen insbesondere die Meldung der Gemeinde zum Sozialhilfebezug an das Migrationsamt, den Wegweisungsentscheid des Migrationsamts, die lange Verfahrensdauer sowie die lediglich als Nothilfe geleistete Unterstützung von Iwona L. und ihrer Tochter Paula L. Sie werfen dem Ex-SVP-Politiker Missbrauch vor. Die beiden Betroffenen, zwei Polinnen, schilderten, dass die Behörden sie strafrechtlich verfolgten und ihnen wegen des Verdachts auf Scheinarbeit die Wegweisung aus der Schweiz drohte.

Die Untersuchung soll nun klären, inwiefern der Schutz der Opfer gewährleistet wurde. Man will prüfen, ob bei den involvierten Behörden ein Fehlverhalten vorlag und ob die notwendigen Informationen den Behörden jeweils bei ihren Entscheidungen vorlagen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Frühling 2027 erwartet.

Schweiz · Politik

Guy Parmelin erklärt, warum der Bundesrat die Ernährungsinitiative ablehnt

Sagt nicht nein zu einer Bratwurst: Guy Parmelin.
(Screenshot: NZZ / Peter Schneider / Keystone)

Die Ernährungsinitiative wolle «zu viel» und «zu schnell»: Das sagte Bundespräsident Guy Parmelin gestern vor den Medien. Der Landschaftsminister erklärte, warum der Bundesrat die Ernährungsinitiative ablehnt. Das Volksbegehren spreche zwar durchaus wichtige Forderungen an – allerdings sei die Umsetzung der Initiative «extrem schwer bis unmöglich», so Parmelin gemäss NZZ. «Die Initiative geht dem Bundesrat und dem Parlament zu weit», erklärte er.

Die Ernährungsinitiative will, dass die Schweizer Bauern und Bäuerinnen weniger tierische und mehr pflanzliche Produkte anbauen. Sollte die Initiative angenommen werden, müsste der Bund entsprechende Fördermassnahmen ergreifen.

Laut Bundesrat werden für dieses Ziel die falschen Mittel gewählt – denn die Initiant:innen um die Umweltaktivistin Franziska Herren fordern ein grundlegendes Umdenken und einen weitreichenden Umbau der Schweizer Landwirtschaft. So soll die Selbstversorgung gestärkt werden, was sich besonders in Krisen und Kriegen auszahlen dürfte.

Parmelin erklärte gestern, dass die Transformation der Landwirtschaft hin zu mehr pflanzlichen Produkten wichtig sei. Auf die Frage, ob auch er denn selbst seine eigenen Essgewohnheiten angepasst habe, antwortete Parmelin, dass seine Frau darauf achte, dass er genug Gemüse und Früchte esse. Er ergänzte: «Aber von Zeit zu Zeit esse ich auch eine gute St. Galler Bratwurst.»

Zitat des Tages

«Von russgeschwärzten Glasplatten, anderen Folien und Basteleien rate ich dringend ab.»

Jürg Bünzli, Augenoptiker

Um Himmels Willen, schütze deine Augen: Bitte heute nur mit Schutzbrille in die Sonnenfinsternis schauen.
(Screenshot: SRF / Imago Images / Breuel-Bild)

«Don't Look Back into the Sun» sangen schon die Libertines und halten damit die wichtigste Regel der heutigen Sonnenfinsternis fest: Schau dir die bei uns grösste Sonnenfinsternis seit 1999 ja nicht mit blossem Auge an, sonst riskierst du Schäden an der Netzhaut. Eine Schutzbrille ist ein Muss!

Da die Spezialbrillen vielerorts vergriffen sind, kursieren im Netz gut gemeinte Tipps für Last-Minute-Alternativen, die von der selbstgemachten Lochkamera bis zum kreativen Taschenspiegel-CD-Hüllen-Gerät reichen.

Deine Heisskleberpistole kannst du direkt wieder einpacken, denn: Finger weg, warnt Jürg Bünzli, diplomierter Augenoptiker und langjähriges Vorstandsmitglied der Vereinigung Zürcher Augenoptiker. «Von russgeschwärzten Glasplatten, anderen Folien und Basteleien rate ich dringend ab», sagt er zu SRF. «Das Einzige, was nützt, ist eine mit einem CE-Zeichen gekennzeichnete Schutzbrille aus Karton oder Kunststoff. Die Brille darf nicht abgenutzt sein und keine Kratzer haben.»

Vorsicht ist auch beim Fotografieren des Phänomens geboten, da Kameras oder Teleskope die Sonnenstrahlen zusätzlich bündeln. (Ja, das gilt auch für dein Smartphone. 🌝)

Heute Abend verdeckt der Mond 90 Prozent der Sonne und lässt sie als schmale Sichel erscheinen. Alle wichtigen Infos zur Sonnenfinsternis hat für dich übrigens Miriam Thölke kompakt auf Tsüri.ch zusammengefasst.

Kurz-News

19-Jähriger wegen Terrorunterstützung verurteilt · In Bellinzona verurteilte das Bundesstrafgericht laut SRF einen 19-Jährigen wegen der Unterstützung einer terroristischen Organisation, Vorbereitungshandlungen zu Mord und Gewaltdarstellungen. Er habe einen Messerangriff im Namen des IS ausführen wollen. Der Jugendliche erhält eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten, davon sechs unbedingt.

Kritik an Swissness-Regelung · Gemäss einer neuen Regelung darf das Schweizer Kreuz auch auf Produkten verwendet werden, die im Ausland hergestellt wurden. Laut zwei Umfragen lehnen KMU und Stimmberechtigte die Neuregelung ab, wie der Schweizerische Gewerbeverband in Bern bekannt gab. Cash schreibt, dass eine Verwässerung der Marke «Schweiz» sowie ein Vertrauensverlust bei Konsument:innen befürchtet werde.

Klimaskeptiker:innen sichtbarer · Klimaskeptische Stimmen gewinnen in den sozialen Medien überproportional an Sichtbarkeit, wie eine Studie der Universitäten Zürich und Münster zeigt. Forschende werteten laut Watson die internationale Forschungsliteratur zur Klimakommunikation in sozialen Medien aus. Die Hoffnung, soziale Medien könnten durch den niedrigen Zugang die Klimakommunikation demokratisieren, erfüllte sich nur teilweise.

International

254 Tote nach Erdbeben in Kolumbien · Nach dem Erdbeben der Stärke 7,4 am Montagmorgen in Kolumbien sind laut Reuters mindestens 254 Personen gestorben. Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden, laut AP werden rund 4000 Personen vermisst. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó.

Tourist:innen wegen Vulkan gestrandet · Tausende Tourist:innen sind auf Sizilien gestrandet, weil der Ätna hochaktiv ist. Der jüngste Ausbruch des Vulkans dauert seit Freitag an. In Catania konnte gestern Morgen aufgrund der Aschewolken nur ein einziges Flugzeug starten, wie die NZZ berichtet. Mehr als 200 Flüge mussten umgeleitet oder gestrichen werden.

🔧 Nützliches des Tages

Das würde ich lesen, wenn ich du wäre

Der Debüt-Roman von Kaveh Akbar ist ein New York Times Bestseller: «Märtyrer!». (Foto: Rowohlt Verlag)

Es gibt Bücher, an die denkt man noch lange, nachdem man sie zu Ende gelesen hat. «Märtyrer!» von Kaveh Akbar ist für mich so eins. Erst vor kurzem dachte ich wieder daran – ich glaube, ich muss es einfach nochmals lesen. Und falls du noch Lese-Inspo für die Badi oder den Pool brauchst, sei dir der Roman guten Gewissens empfohlen.

Die Geschichte führt vom Iran der 1980er-Jahre bis in die heutigen USA und erzählt von Cyrus Shams. Der junge Mann ist seit kurzem clean und stellt sich obsessiv Fragen zu Tod, Erinnerung und seiner iranisch-amerikanischen Identität. Als er ein Baby war, wurde das Flugzeug abgeschossen, in dem seine Mutter auf dem Weg von Teheran nach Dubai war. Ein Verlust, der Cyrus bis heute verfolgt.

«Märtyrer!» ist eine umwerfend geschriebene Geschichte, die einem ganz nah geht.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Ciao und bis morn

Vanja

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