Guten Morgen {{vorname}}
Was hat ein Fell und grüsst täglich? Richtig, das Murmeltier: Heute gibts wieder mal Nachrichten zu Trockenheit und Hitze, die (leider) weiterhin zuverlässig täglich das mediale Sommerloch entlasten.

Bevor es für dich hoffentlich ins wohlverdiente Wochenende geht, ist ausserdem wichtig: Die Staatsanwaltschaft fordert harte Strafen für Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz und seinen ehemaligen Geschäftspartner. Und einige von euch haben es wohl wirklich nicht so genau genommen mit den Schutzbrillen bei der Sonnenfinsternis ... 👀

Schweiz · Trockenheit

Wassermanagement-Strategie des Bundes erntet Kritik

Der Bund arbeitet an einer Wassermanagement-Strategie.
(Screenshot: SRF / Keystone / Salvatore Di Nolfi)

Die Wassermanagement-Strategie, an der der Bund arbeitet, erntet Kritik. Denn die Strategie im Kampf gegen die Trockenheit sieht keine nationale Erfassung des Wasserverbrauchs vor, wie SRF berichtet – dabei braucht es diese, um die Ressource in Zukunft nachhaltig verwalten zu können.

Die Strategie nütze wenig, denn wie viel Wasser die Landwirtschaft und die Industrie genau beziehen, weiss niemand. «Die Wassermanagement-Strategie ist zu wenig weitgehend. Sie beinhaltet keine Datenerhebung. Damit man das machen kann, muss das Gesetz geändert werden», sagt etwa Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen (GLP). Die GLP will mit politischen Vorstössen fordern, dass der Bund den Umgang mit Wasser verbessert.

Auch Bettina Schaefli, Wasserforscherin an der Universität Bern, bemängelt die fehlende Datenerhebung. Sie befürchtet, dass der Bund das Sammeln von Daten zum Wasserverbrauch zu wenig ernst nimmt. «Landwirtschaft und Industrie zusammen verbrauchen bis zu 50 Prozent des Wassers in der Schweiz aus privater Förderung. Das wird kaum gemessen. Und wir können einfach nicht eine natürlich begrenzte Ressource bewirtschaften, ohne genau zu kennen, woher das Wasser kommt und wohin es geht», sagt Schaefli. Die Erhebung von Daten zum Wasserverbrauch wäre für die kantonalen Behörden zentral, um bei einem Mangel faire und begründete Entscheidungen treffen zu können.

Das Bundesamt für Umwelt reagiert auf die Kritik und betont, dass man aktuell an einem Datenkonzept arbeite.

Schweiz · Klima

Extreme Hitze ist am gefährlichsten für Senior:innen, die zu Hause leben

Senior:innen, die in den eigenen vier Wänden leben, sind besonders gefährdet bei extremer Hitze.
(Screenshot: Tages-Anzeiger / Kostas Maros)

Die hohen Temperaturen über 30 Grad sind am gefährlichsten für ältere Menschen, wie erste Zahlen der vergangenen Wochen zeigen. So sind Senior:innen in der eigenen Wohnung am gefährdetsten, berichtet der Tages-Anzeiger (Artikel noch nicht online).

Von bis zu einer Million potenziell betroffener Menschen geht Pro Senectute in der Schweiz aus. So landen Menschen über 65, die zu Hause leben, bei extremer Hitze oft direkt im Spital, ohne zur Hausärztin oder zum Hausarzt zu gehen.

«Ältere Menschen kommen nicht in die Sprechstunde zum Hausarzt, wenn es heiss ist. Sie landen direkt im Spital.»

Irene Bopp, Altersmedizinerin

«Die Thermoregulation versagt bei älteren Körpern», erklärt Altersmedizinerin Irene Bopp. Das Gefährlichste an der extremen Hitze sei der schleichende und atypische Verlauf der Symptome. Man merke laut Bopp lange gar nicht, dass der oder die Betroffene dehydriert sei, bis er oder sie schliesslich stürze, stark geschwächt oder völlig verwirrt sei. Davor sei niemand gefeit, ganz egal, wie fit die Person sei.

Viele ältere Menschen verspüren ausserdem kein Durstgefühl oder vergessen zu trinken, wenn sich der Körper erwärme. Dazu kommt, dass zahlreiche Blutdruck- und Kreislaufmedikamente dem Körper Wasser entziehen und zu Blutdruckabfall führen können. Zudem können sich bei Hitze auch viele andere Medikamente negativ auswirken. «Ein rechtzeitiges Gespräch mit der Hausärztin, dem Hausarzt könnte da sehr hilfreich sein», sagt Bopp.

Schweiz · Berufungsprozess

Staatsanwaltschaft fordert Freiheitsstrafe von sechs Jahren für Ex-Raiffeisen-Chef

Am Montag begann der Berufungsprozess um Pierin Vincenz. Die Staatsanwaltschaft fordert eine harte Strafe gegen den Ex-Banker. (Screenshot: SRF / Keystone / Urs Flüeler)

Deutlich zu milde seien die 2022 vom Bezirksgericht Zürich ausgesprochenen Strafen ausgefallen, so die Staatsanwaltschaft im Berufungsprozess um Pierin Vincenz. Im Verfahren des früheren Raiffeisen-Chefs soll nun aber ein anderer Wind wehen: Die Zürcher Staatsanwaltschaft forderte sechs Jahre unbedingte Freiheitsstrafe für Pierin Vincenz und seinen ehemaligen Geschäftspartner Beat Stocker, wie die Tagesschau berichtet.

Das Bezirksgericht verurteilte den Ex-Banker vor vier Jahren in erster Instanz unter anderem wegen Betrugs und qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Stocker erhielt eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Es handelt sich um einen der grössten Fälle von Wirtschaftskriminalität in der Schweiz in den letzten Jahren.

Vincenz und Stocker, die mit weiteren sechs Mitbeschuldigten vor Gericht stehen, wird vorgeworfen, sich heimlich an Firmen beteiligt zu haben, die später unter anderem von Raiffeisen gekauft wurden. Sie hätten damit Millionen verdient. Zudem sollen sie private Auslagen, wie etwa Besuche in Stripclubs, unter dem Deckmantel geschäftsmässig begründeter Spesen abgerechnet haben, argumentierte der Staatsanwalt.

Insbesondere rügte die Staatsanwaltschaft am vierten Verhandlungstag vor dem Zürcher Obergericht den Umstand, dass die Vorinstanz für die privaten Auslagen separate, bedingte Geldstrafen verhängt hatte. Eine Gesamtfreiheitsstrafe forderte sie, weil die Spesendelikte in einem engen Zusammenhang mit den angeklagten Schattenbeteiligungen stünden.

Zitat des Tages

«My eyes hurt.»

Google-User

Hoffentlich nur aus Interesse: In der Schweiz googeln nach der Sonnenfinsternis vermehrt Leute nach Netzhaut-Content.
(Screenshot: Watson / Keystone)

Man könnte fast meinen, es habe keine Warnungen gegeben: Spätestens seit der Lektüre der gestrigen 6iBrief-Ausgabe, die eigentlich fast schon ein Sonnenfinsternis-Extrablatt war, weisst du bestens über Schutzbrillen und Netzhautschäden Bescheid.

Offenbar haben es mit dem Schutz der Augen nicht alle so genau genommen, denn wie Watson berichtet, nehmen die Google-Suchanfragen in der Schweiz massiv zu. Gesucht wurde etwa nach Begriffen wie «verbrannte Netzhaut» (aua), «Netzhautverletzung» oder «my eyes hurt». Die Suchanfragen zum hotten Thema Netzhaut haben im Vergleich zur Vorwoche um 250 Prozent zugenommen.

Bleibt zu hoffen, dass nicht wirklich massenhaft Augenschäden durch die Sonnenfinsternis entstanden sind und stattdessen plötzlich einfach alle das Thema Netzhaut wahnsinnig spannend finden. Anders als in Spanien, wo die totale Sonnenfinsternis stattfand und es danach wirklich zu vermehrten Augenschäden gekommen ist. So berichtet etwa El País, dass sich die Notfallkonsultationen nach Sonnenuntergang deutlich gehäuft hätten.

Kurz-News

Badran fordert Wiederverschärfung von Lex Koller · Immobilienpreise und Mieten steigen laut SP-Nationalrätin Jacqueline Badran auch wegen ausländischen Kapitals. Sie fordert eine Verschärfung der Lex Koller. Das Gesetz regelt den Immo-Erwerb durch Personen im Ausland und wurde in den letzten Jahrzehnten gelockert. Badran droht mit einer neuen Volksinitiative, falls das Parlament eine Lösung verhindern sollte, wie Blick berichtet.

Badi schliesst wegen Wassermangel · Die Badi in Uzwil SG wird am Sonntag früher als geplant wegen Wassermangels geschlossen. Damit sollen täglich bis zu 150'000 Liter Wasser eingespart werden, wie SRF berichtet. Die Gemeinde reagiert damit auf die anhaltende Trockenheit – die Trink- und Löschwasserversorgung in Uzwil und in der Region sei stark belastet.

Albulalinie nach Erdrutsch teilweise unterbrochen · Ein Gewitter hat im Val Bever im Oberengadin nördlich von Samedan und St. Moritz einen Erdrutsch ausgelöst, wie SRF berichtet. Die Albulalinie zwischen St. Moritz und Chur der Rhätischen Bahn ist zwischen Bever und Spinas schwer beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die Strecke zwischen Bergün/Preda und Samedan bleibt bis mindestens heute um 22 Uhr für den Bahnverkehr gesperrt.

International

Explosion in Munitionsfabrik bei Rom · In einer Munitionsfabrik der Firma KNDS Ammo Italy in der Nähe von Rom ist es nach einem Brand zu einer Explosion gekommen. Wie die NZZ berichtet, wurde dabei niemand verletzt. Offenbar kam es im Bereich für die Verarbeitung und Pressung von Pulver zur Explosion.

Verletzte nach Zugunglück in England · Nahe Lewes in der Grafschaft East Sussex ist im Südosten Englands ein Zug mit 150 Passagieren an Bord entgleist. Zwei Personen wurden laut 20 Minuten schwer verletzt, neun weitere trugen leichtere Verletzungen davon. Mehrere Personen mussten ins Spital. Die Ursache ist unklar, nun ermittelt die britische Unfalluntersuchungsbehörde RAIB.

🔧 Nützliches des Tages

Supersweet ins Wochenende

Würkli fein: Die Pancakes aus dem Golden Diner.
(Screenshot: New York Times Cooking / Christopher Simpson for The New York Times)

Mich packt selten die Lust auf etwas Süsses, aber neulich vermisste ich ganz bestimmte Pancakes, die ich einmal im «Golden Diner» in New York gegessen habe. Sie waren fluffig und mit einer Honig-Ahorn-Butter und Zitronenabrieb getoppt und ich träume bis heute ab und zu davon.

Bei New York Times Cooking habe ich ein Rezept dafür gefunden (hier wird noch Beerenkompott auf die Pancakes gegeben), das du doch perfekt am Wochenende ausprobieren könntest.

Ein weiterer Food-Traum, der mich aktuell beschäftigt, sind die Desserts der Milk Bar, ebenfalls mal in New York ausprobiert und sofort geliebt. Wie wärs mit einem Glacé, das nach Cornflakes-Milch schmeckt? Auch das klingt für mich nach einem (eher anspruchsvollen) Projekt fürs Weekend, das Rezept findest du hier.

🔧 Witziges zum Schluss

Witziges der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Happy Weekend 🌝

Vanja

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