Guten Morgen {{vorname}}
Kühe, das ist wissenschaftlich belegt, geben mehr Milch, wenn man ihnen sanfte Töne vorträgt. Ob Mozart auch beim Abbauen der Ewigkeitschemikalien hilft, die die Tiere beim Grasen auf verseuchten Weiden zu sich nehmen, ist noch nicht erforscht.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir aber sagen: Gegen das Gift, das wir bei unserem täglichen Newskonsum bisweilen aufnehmen, hilft beruhigende Klaviermusik. Ich höre beim Schreiben dieses 6iBriefs das wunderschöne Album «Playing the Piano» von Ryuichi Sakamoto. Und anschliessend wieder einmal Nick Caves Solo-Album «Idiot Prayer».

Übermorgen Sonntag ist Piano Day. Die Idee dafür stammt vom deutschen Künstler Nils Frahm: «Weil es nicht schadet, das Klavier und alles darum zu feiern.» 🎹

Schweiz · PFAS-🥛

Appenzell Ausserrhoden fordert Hilfe vom Bund

Idyll mit Rissen: grasende Kuh. (Foto: Unsplash/Simon Spring)

Das Glas Milch zum Frühstück hinterlässt plötzlich einen bitteren Nachgeschmack. Grund sind beunruhigende Nachrichten aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden. Dort weisen rund ein Drittel der Milchbetriebe erhöhte PFAS-Werte auf, wobei EU-Richtwerte teilweise massiv überschritten wurden. Gemäss SRF fordert der Kanton nun Unterstützung vom Bund.

Wie konnte das passieren? Die «Ewigkeitschemikalien» gelangen über belastete Böden in das Futter der Tiere und reichern sich in fettreichen Lebensmitteln an. SRF-Wissenschaftsredaktor Christian von Burg sagt: «In den untersuchten Fällen hat sich gezeigt: Sie hatten fast immer eine chronische Giftigkeit.»

Die Chemikalien wirken nicht akut, sammeln sich aber im Körper an. «Einige sind krebserregend, andere möglicherweise krebserregend», so von Burg. Besonders die im Trinkwasser gefundene Trifluoressigsäure sei «vermutlich fortpflanzungsgefährdend».

Trotz der Funde gelten stark belastete Proben aktuell als Ausreisser. Ein Verzicht auf Milch ist nicht zwingend, doch Vorsicht ist geboten: «In Käse finden sich typischerweise deutlich höhere PFAS-Konzentrationen als in Milch.» Da sich die Stoffe kaum aus dem Boden entfernen lassen, ohne den Humus zu zerstören, bleibt die langfristige Belastung eine Herausforderung für die Landwirtschaft.

Schweiz · Armeefinanzen

So will die SVP Gelder für Aufrüstung freischaufeln

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. (Foto: Unsplash/Markus Kammermann)

Eines der grössten Rätsel der Menschheit lautet: Wie geht Sparen? Ich persönlich würde jetzt nicht unbedingt Elon Musk und seine DOGE-Clowns zum Vorbild nehmen. Andere offenbar schon.

So fordert nun die SVP-Bundeshausfraktion ein milliardenschweres Sparpaket im Verteidigungsdepartement (VBS), um die Armeeaufrüstung ohne Steuererhöhungen finanzieren zu können. Das VBS müsse seine Prioritäten neu setzen, sagt Nationalrat Thomas Hurter im Tages-Anzeiger. Dazu will die SVP den Rotstift etwa bei der 2022 geschaffenen Fachstelle für Frauen in der Armee und Diversity ansetzen. Sparpotenzial: rund eine Million Franken.

Im Zentrum steht aber der Abbau von 1000 Stellen, was rund 200 Millionen Franken einsparen soll. Weitere Forderungen umfassen die Sistierung der Munitionsräumung in Mitholz und in Schweizer Seen sowie die Auflösung des neuen Staatssekretariats für Sicherheitspolitik. Laut Fraktionschef Thomas Aeschi belaufe sich das Sparpotenzial insgesamt auf etwa fünf Milliarden Franken.

«Stümperhaft.»

Franziska Roth, SP-Ständerätin

Bei der SP kommen diese Vorschläge gar nicht gut an. Als «stümperhaft» bezeichnet sie etwa die Solothurner Ständerätin Franziska Roth: «Die SVP setzt die Sicherheit der eigenen Bevölkerung aufs Spiel und beschädigt den Ruf des VBS noch mehr, nur damit sich die tapferen Soldaten im vaterländischen Krieg dann sowieso ins Reduit zurückziehen.»

Auch aus der Mitte-Partei von Verteidigungsminister Martin Pfister kommt Gegenwind. Nationalrat Martin Candinas nannte das Paket «weder realistisch noch seriös». Während die FDP einen Personalstopp unterstützt, halten Expert:innen die Summen für nicht ausreichend, um die geplanten 30 Milliarden Franken für die Armee zu decken.

📉 Schweiz · Immobilienmarkt

Wirtschaft verliert an Schwung

Irgendwo brennt noch ein Licht: Prime Tower in Zürich. (Foto: Unsplash/Leopold)

Der Schweizer Immobilienmarkt steht vor einer markanten Trendwende, berichtet die NZZ. Gemäss einer UBS-Studie sinke die Nachfrage nach Büroflächen erstmals seit 2016, da die Beschäftigung in Schlüsselbranchen wie IT und Banking rückläufig sei. Besonders in Zürich sei der Rückgang mit 0,8 Prozent deutlich spürbar. «Solche Zahlen sind für die Schweiz sehr ungewöhnlich», sagt Immobilienökonom Matthias Holzhey.

Für das Jahr 2026 prognostizieren Expert:innen fallende Mieten im Bürosegment. Die Leerstandsquote dürfte bis Ende des Jahres auf 6,0 Prozent steigen. Unternehmen würden vorsichtiger agieren und mieteten vermehrt flexibel in Zentrumslagen an, statt langfristige Verträge für Grossflächen in der Agglomeration abzuschliessen. Grund dafür sei eine hohe Planungsunsicherheit durch Homeoffice und KI-Entwicklungen.

Auch der Wohnungsmarkt bleibt nicht verschont, heisst es im Artikel weiter. Eine sinkende Nettozuwanderung und gestiegene Baukosten setzten Investor:innen unter Druck. «Man muss die Mieten um etwa 30 Prozent erhöhen, damit sich Sanierungen rechnen», sagt Holzhey. Doch die Kaufkraft der Haushalte schwindet: In Grossstädten kann sich ein Durchschnittshaushalt oft weniger als 70 Quadratmeter Wohnfläche leisten.

Damit neigten sich die Zeiten des bequemen Wachstums im Immobilienmarkt dem Ende zu, hält die NZZ fest: «Ohne neuen Beschäftigungsimpuls dürfte sich die Abkühlung weiter fortsetzen.»

📷 Zitat des Tages

«Alle paar Nächte erwache ich vom Geräusch der Bomben»

«Kriegsfotografie kann etwas auslösen»: Der Zürcher Fotograf Jonathan Labusch im Libanon. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Nassib)

Nach einem Job in Tansania legte der Schweizer Fotograf Jonathan Labusch einen Zwischenstopp im Libanon ein. Dort wollte er spontan einen Freund besuchen. Dann fielen die Bomben – und der 32-Jährige entschloss sich, zu bleiben und das Leiden mit seiner Kamera festzuhalten.

In diesem lesenswerten Interview mit dem Tages-Anzeiger sagt er über seinen neuen Alltag: «Ich plane einen Bürotag, dann wird aber ein Gebäude zerbombt und ich schnappe den Rucksack und gehe dahin. An gewissen Tagen fühle ich mich sehr müde, weil ich unbewusst angespannt bin. Die Ohren sind immer auf höchster Sensibilitätsstufe, Geräusche müssen eingeordnet werden. Was war das für ein Knall? Dazu kommen die Drohnen. Man hört praktisch 24/7 das Summen israelischer Drohnen. Ich möchte dokumentieren, was gezeigt werden muss. Und ich weiss nicht, was noch alles dazukommt.»

Meistens schlafe er durch, sagt Labusch. Aber alle paar Nächte erwache er vom Geräusch der Bomben im Süden. «Man kann sich das nur schwer vorstellen, wenn man es selbst nicht erlebt hat: Aber es gibt hier durchaus einen Alltag. Ich kann auch abends in eine Bar gehen. Die Menschen sind hier sehr offen, warmherzig und gastfreundlich, man unterstützt sich. Ich werde immer wieder gefragt, ob ich etwas brauche und ob alles okay sei.»

Was ihm besonders eingefahren ist, war eine Beerdigung in Baalbek. «Eine Familie wurde bei einem Bombenangriff getötet, darunter zwei Kinder. Alle Einwohner sind durch das Dorf marschiert mit den Särgen über den Köpfen. Die meisten hatten Tränen in den Augen und viele Frauen haben laut geschluchzt. Zuvorderst hielt ein Mann in einem Auto eine Rede. Die Geräuschkulisse des Leidens war brutal. Das Leiden hing in der Luft. Vermutlich passiert die Verarbeitung erst richtig, wenn ich von hier weg bin.»

Kurz-News

Warten auf Patriot · «Ich gehe schon davon aus, dass wir sie irgendwann erhalten.» Das sagt Rüstungschef Urs Loher in der Limmattaler Zeitung. Die Lieferung der US-Patriot-Abwehrsysteme an die Schweiz verzögert sich wegen des Iran-Kriegs. Loher rechnet mit über fünf Jahren Verzug. Die USA seien zwar ein «sehr verlässlicher Partner», doch der Rüstungsmarkt sei «extrem überhitzt». Die Schweiz habe Zahlungen gestoppt, um Druck aufzubauen.

Millionen aufgetaucht · Die verschwundenen Millionen von Schauspiel-Ikone Ursula Andress sind wieder aufgetaucht. Internationale Ermittlungen deckten gemäss SRF ein komplexes Geldwäschenetzwerk auf, nachdem die Ostermundigerin Strafanzeige wegen veruntreuter Gelder eingereicht hatte. In Italien beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft nun Werte von rund 20 Millionen Euro. Die Spur führte von der Schweiz über ausländische Firmen bis hin zu Immobilien und Kunstwerken in der Provinz Florenz.

Verkehrschaos am Gotthard · Schneefall und Sommerreifen haben gestern Abend gemäss 20 Minuten zu einem Chaos vor dem Gotthard-Nordportal geführt. Zahlreiche Autos und 40-Tönner blieben im Neuschnee stecken oder stellten sich quer. Sogar ein Flixbus strandete; Passagiere versuchten vergeblich, ihn anzuschieben. Da Räumfahrzeuge die Blockaden nicht passieren konnten, staute sich der Verkehr über Stunden.

International

Trump verlängert Ultimatum · US-Präsident Donald Trump hat die Kampfpause für Angriffe auf iranische Energieanlagen bis zum 6. April verlängert, schreibt die BBC. Laut Trump bat Teheran um sieben zusätzliche Tage, woraufhin er eigenständig auf zehn Tage erhöhte. Im Gegenzug habe der Iran Öltanker passieren lassen – ein «Geschenk», wie Trump es nennt. Während er die Gespräche als vielversprechend bezeichnet, dementiert der Iran offizielle Verhandlungen zur Beendigung des Krieges weiterhin.

Riegel für Grok · Ein niederländisches Gericht hat Elon Musks KI-Unternehmen xAI die Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Nacktbildern untersagt. Ohne explizite Zustimmung dürfen mit dem Chatbot Grok keine sexualisierten Aufnahmen generiert werden. Bei Zuwiderhandlung droht gemäss Reuters eine Strafe von 100'000 Euro pro Tag. Zudem darf Grok auf der Plattform X nicht angeboten werden, solange die Auflagen nicht erfüllt sind. Das Urteil gilt als wegweisend für ganz Europa.

🚦 Nützliches des Tages

Leuchtweste

Schützt und sieht gut aus: Leuchtweste «Lumi». (Foto: TCS)

Nach über einem halben Jahrhundert endet eine Ära auf Schweizer Schulwegen: Ab dem Schuljahr 2026/27 stattet der TCS Kindergartenkinder nicht mehr mit dem gewohnten Leuchtbändel «Triki» aus, sondern mit der modernen Weste «Lumi».

Der Grund für diesen Wechsel ist die Sicherheit. Der seit 1975 genutzte Bändel entspreche nicht mehr den aktuellen Anforderungen an die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht, schreibt SRF.

«Lumi» ist so konzipiert, dass Kinder sie wie ein T-Shirt überstreifen können. Dank seitlicher Gummibänder passt die Weste über jede Kleidung, vom leichten Sommeroutfit bis zur dicken Winterjacke.

Alles über sichere Schulwege findest du auch auf dieser nützlichen Plattform des Beobachters. Unter anderem gibt es dort eine Karte, auf der heikle oder gefährliche Stellen eingezeichnet sind.

PS: Der Leuchtwesten-Wechsel wird auch modebewusste Kindergärtler:innen aufatmen lassen. Galt der alte Bändel «Triki» gemäss Watson doch als epischer Design-Fail.

🥳 Witziges zum Schluss

Frage der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Stay safe!

Peter

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