Guten Morgen {{vorname}}
Pulver gut und eitel Sonnenschein: Ich bekomme gerade viele Fotos mit verschneiten Märchenlandschaften zugeschickt.
Das macht mich, der hier in Südostasien bei rund 30 Grad die News zusammenfasst, fast ein bisschen neidisch.
Aber der intensive Schneefall der vergangenen Tage hat natürlich auch seine Schattenseiten. Hast du, falls du heute auf vier Rädern unterwegs bist, die Winterreifen montiert?
Schweiz · Wetter
Wintereinbruch führt zu zahlreichen Kollisionen auf den Strassen

Winter Wonderland: Weisse Pracht in der Schweiz. (Foto: ZVG)
Der Wintereinbruch sorgt für viel Neuschnee in der Schweiz. Am Sonntag herrschte in den Bergen prächtiges Pistenwetter.
Vielerorts führte das Wetter aber auch zu prekären Strassenverhältnissen. Allein in den Kantonen Aargau, Thurgau, St. Gallen und Solothurn registrierten die Behörden am Wochenende gemäss SRF knapp hundert Kollisionen. Hauptursache war eine ungenügende Anpassung der Fahrweise an die Bedingungen.
Auch der öffentliche Verkehr hatte mit den Verhältnissen zu kämpfen. In der Stadt Zürich und deren Agglomeration musste der Busbetrieb aufgrund unpassierbarer Strassen zeitweise komplett eingestellt werden, berichtet die Handelszeitung.
Wer den Luftweg wählte, sah sich ebenfalls mit Hindernissen konfrontiert: Am Flughafen Genf kam es zu massiven Ausfällen. Die Fluggesellschaft Swiss strich seit Jahresbeginn wetterbedingt fast hundert Flüge.
Auf den Strassen und an den Flughäfen war also Geduld gefragt. Und nicht nur da: Wegen eines technischen Defekts sassen gestern Vormittag Dutzende Fahrgäste einer Sesselbahn bei Gstaad BE über zwei Stunden lang fest.
Durch den Rückwärtsbetrieb der Bahn konnten alle Personen sicher evakuiert werden, berichtet die Berner Zeitung. Verletzte gab es keine. Am frühen Nachmittag nahm die Sesselbahn ihren regulären Betrieb wieder auf.
Auch heute rät SRF Meteo zu Vorsicht. Im Wetterbericht heisst es: «Am Montagmorgen kann es stellenweise glatt werden: Schnee und gefrierender Regen.»
Schweiz · Brandkatastrophe
Neue Hoffnung für Opfer mit schweren Verbrennungen

Die Behandlung von Brandopfern zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Medizin. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Laurent Gilliéron)
Crans-Montana beschäftigt uns auch die nächsten Wochen und Monate. Für einmal soll heute aber eine News im Fokus stehen, die Hoffnung macht. Es geht um eine medizinische Pioniertat, die das Schicksal der Schwerverletzten lindern könnte: die in Zürich entwickelte Ersatzhaut «Denovoskin».
Der Zellbiologe Ernst Reichmann hat mit seinem Team eine zweischichtige Kunsthaut geschaffen, die aus körpereigenen Zellen der Patient:innen gezüchtet wird. Das berichtet der Tages-Anzeiger. Im Gegensatz zu herkömmlichen Transplantaten wächst diese mit und verhindert weitgehend die gefürchtete Bildung einschränkender Narben.
Obwohl das Produkt noch keine reguläre Marktzulassung besitzt, keimt für die Opfer der Katastrophe Hoffnung auf. Dank laufender klinischer Studien und der sogenannten «Compassionate Use»-Regelung können schwerstbetroffene Patient:innen bereits heute mit der neuartigen Haut behandelt werden.
Besonders bei grossflächigen Verbrennungen bietet Denovoskin einen entscheidenden Vorteil: Die entnommene Zellprobe lässt sich im Labor auf die siebenfache Fläche vermehren.
Während die Zulassungsverfahren bei Swissmedic laufen, kämpft Ernst Reichmann dafür, dass sein Lebenswerk den Opfern nicht nur das Überleben sichert, sondern ihnen durch eine höhere Hautelastizität auch ein Stück Lebensqualität zurückgibt: «Die Ersatzhaut kann für die Betroffenen unglaublich hilfreich sein.»
Schweiz · Expat-Exodus
Zugewanderte aus der EU sind schnell wieder weg

Kisten gepackt: 40 Prozent gehen bereits nach zwei Jahren wieder. (Foto: Unsplash/Michal Balog)
Die Schweiz gilt als gelobtes Land für Arbeitssuchende aus der EU. Doch in der Realität sieht es oft anders aus, wie der Tages-Anzeiger schreibt. Neue Daten zeigten nämlich: Die Eidgenossenschaft ist für viele kein dauerhafter Hafen.
Rund 40 Prozent der EU-Zuwanderer kehren dem Land bereits nach zwei Jahren wieder den Rücken; nach einem Jahrzehnt sind 60 Prozent der ursprünglich Eingewanderten weitergezogen.
«Die vielen frühen Abgänge zeigen, dass es nicht einfach ist.»
Diese hohe Fluktuation ist eng mit dem Arbeitsmarkt verknüpft. «Wenn Arbeitnehmende und Arbeitgeber nicht matchen, verlassen Zugewanderte die Schweiz relativ rasch wieder», sagt Patrick Chuard-Keller, Chefökonom beim Arbeitgeberverband. Nur wer dauerhaft gebraucht werde, eine Arbeit habe und sich im hiesigen Arbeitsmarkt behaupte, bleibe länger. «Die vielen frühen Abgänge zeigen, dass dies nicht einfach ist.»
Neben beruflichen Faktoren dämpfen die massiven Lebenshaltungskosten in der Schweiz und die Hürden der sozialen Integration die Euphorie.
Zwischen Fachkräftemangel und der Debatte um die 10-Millionen-Schweiz wird also deutlich: Wer kommt, bleibt nur, wenn sowohl die Bilanz auf dem Konto als auch das Gefühl der Zugehörigkeit stimmen.
Zitat des Tages
«Dass man die SRG zerschlagen will, finde ich unter aller Sau»

Mike Müller, Schauspieler und Zirkusartist, nimmt kein Blatt vor den Mund. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Christian Merz)
Mike Müller ist auf vielen Bühnen zu Hause. Im Zirkus Knie lief es im vergangenen Jahr rund, etwas weniger gemäss NZZ nun im Schauspielhaus Zürich. Dort mussten zwei Vorstellungen seines Stücks «Blösch» gestrichen werden – aus mangelndem Publikumsinteresse (Nachzulesen auch bei Nau).
Im grossen Interview mit dem Tages-Anzeiger geht es aber um Wichtigeres: die bevorstehende Halbierungsinitiative, die am 8. März an die Urne kommt. Mike Müller sagt darin etwa, dass er der SRG einiges verdanke. «Vor allem, dass ich heute als Satiriker völlig frei arbeiten kann.»
Anderen ginge das auch so. Etwa den Skifahrerinnen und Skifahrern. Bloss, so Müller: «Aus dem Skisport ist bislang kaum Protest gegen die Halbierungsinitiative zu hören. Dabei hat SRF über Jahrzehnte Skirennen mit einzigartigem Aufwand übertragen.»
Für Mike Müller ist die SRG wichtig für unsere Demokratie. «Sie ist eine Klammer für die Schweiz. Dass man sie in ihrer jetzigen Form zerschlagen will, finde ich unter aller Sau.»
Kurz-News
Ufo-Forscher Von Däniken gestorben · Der weltbekannte Schweizer Autor Erich von Däniken ist im Alter von 90 Jahren in Interlaken BE verstorben. Dies bestätigte gestern seine Tochter. Von Däniken erlangte 1968 mit dem Bestseller «Erinnerungen an die Zukunft» internationalen Ruhm und löste einen Alien-Boom aus. Trotz heftiger Kritik aus der Wissenschaft verkauften sich seine Werke millionenfach, schreibt etwa Watson. Einen lesenswerten Nachruf auf den Ufo-Forscher findest du zum Beispiel in der NZZ.
Wucher vor WEF · In Davos GR herrscht vor dem kommenden Weltwirtschaftsforum WEF (19. bis 23. Januar) gemäss Blick extremer Mietwucher. Ein 32-Quadratmeter-Studio kostet für vier Nächte bis zu 60'000 Franken, Luxus-Chalets werden für eine halbe Million vermietet. Brisant: Viele Einheimische müssen ihre Wohnungen wegen der sogenannten «WEF-Klausel» während der Kongresswoche räumen.
UBS-Kapitalvorgaben in der Kritik · Der Bundesrat plant strengere Kapitalvorschriften für die UBS: Ausländische Töchter sollen künftig zu 100 statt 60 Prozent mit Eigenmitteln unterlegt sein. Nach Ablauf der Vernehmlassung zeigt sich nun aber massiver Widerstand, wie etwa Swissinfo schreibt. SVP und mehrere Kantone lehnen das Vorhaben als unverhältnismässig ab, da es den Finanzplatz schwäche. Während SP und Grüne die Pläne stützen, mahnt die GLP vor isolierten Regeln.
International
Proteste im Iran · In Iran eskaliert der Volksaufstand: Sicherheitskräfte gehen mit extremer Gewalt gegen unbewaffnete Demonstrierende vor, schreibt der Guardian. Die Rede ist von über 500 Toten und «blutigen Strassen». Das Regime hat das Internet gekappt und das Land isoliert, Augenzeug:innen berichten von Massakern. International wächst der Druck auf Revolutionsführer Khamenei: US-Präsident Trump drohte mit militärischer Intervention, worauf Teheran mit Vergeltungsankündigungen gegen die USA und Israel antwortete.
Favorit triumphiert an Golden Globes · Gestern Abend ging in Beverly Hills zum 83. Mal die Verleihung der Golden Globes über die Bühne. Zu den grossen Gewinnern zählte bis Redaktionsschluss der Film «One Battle After Another» von Paul Thomas Anderson (bester Film in der Sparte Musical oder Comedy, beste Regie), wie die Los Angeles Times berichtet. Bester nicht-englischsprachiger Film wurde «The Secret Agent» aus Brasilien. Timothée Chalamet («Marty Supreme») und Rose Byrne («If I Had Legs I’d Kick You») gewannen als beste Hauptdarsteller:innen in der Kategorie Komödie/Musical.
📺 TV-Dok des Tages
Berührende Auswanderer-Reportage hat ein neues Kapitel

Die Saga geht weiter: Kari Feierabend (1945-2007). (Screenshot: Youtube/SRF)
Bist du glücklich, fragte Journalist und Filmemacher Christoph Müller einmal den Auswanderer Kari Feierabend. «Ja, gehen wir weiter?», antwortete Kari.
Als vor bald 20 Jahren der erste Teil dieser Familiensaga ausgestrahlt wurde, war ich tief berührt vom Schicksal des bescheidenen Schnapsbrenners aus der Innerschweiz, der in die Karibik zog, um dort sein Glück zu finden – und dabei fast alles verlor.
Wenn ich seither irgendwo den «Schacher Seppli» erklingen höre, denke ich automatisch an die Feierabends. Wie es ihnen wohl geht?
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Orange: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Einen guten Start in die Woche!
Und bis morgen, wenn du magst.
Peter



