Guten Morgen {{vorname}}

Die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr machte 2015 öffentlich, dass sie während des Wahlkampfs die Diagnose Brustkrebs erhalten hatte. Nach der Behandlung galt sie als gesund.

Bei der neu gewählten Zürcher Stadträtin Céline Widmer wurde Mitte April Brustkrebs diagnostiziert. Der Tumor wurde entfernt, es folgte eine Strahlentherapie.

Beide Frauen gehören der SP an. Jener Partei also, die der Solothurner SVP-Nationalrat Christian Imark jüngst als ein «sozialistisches Krebsgeschwür» bezeichnet hat – und zwar ausgerechnet unter einem Facebook-Post von Jacqueline Fehr.

Imark hat den Post inzwischen gelöscht. Trotzdem zeigt der Fall: Es gibt noch viel Aufklärungsarbeit in Sachen Krebs in diesem Land. Einen Beitrag leistet die Debatte über das Brustkrebs-Screening bereits ab 45.

Schweiz · «Wolfsrudel»-Prozess

Bis zu acht Jahre Gefängnis für junge Aargauer

Suchten Anerkennung: Bandenmitglieder vor Gericht. (Screenshot: Tages-Anzeiger/Robert Honegger)

Das Bezirksgericht Rheinfelden hat die drei Hauptbeschuldigten der als «Wolfsrudel» bekannten Bande zu acht, sechs und vier Jahren Gefängnis verurteilt. Dies berichten die Tamedia-Zeitungen.

Die heute 20-jährigen Schweizer stachelten sich zwischen 2022 und 2024 zu immer extremeren Taten an. Ihr Sündenregister reicht von Cyberangriffen, Brandstiftung und der Störung des öffentlichen Verkehrs bis hin zum geplanten Handel mit Kinderpornografie.

«Das wäre eine Zerstörung meiner Zukunft.»

Claudio, Bandenmitglied

Die Täter, die aus bürgerlichen Elternhäusern stammen, suchten in der Gruppe Anerkennung gegen ihre Einsamkeit. Vor Gericht sprachen sie vom «enormen Adrenalinkick», Grenzen zu überschreiten. Auf die Frage des Richters, was eine lange Haftstrafe bedeute, antwortete der verurteilte Claudio: «Das wäre eine Zerstörung meiner Zukunft.» Ein anderer Angeklagter, Alex, meinte: «Ich habe keine Worte dafür. Das wäre schlimm für mich.»

Neben den Freiheitsstrafen belegte das Gericht die beiden Haupttäter mit einem lebenslangen Berufsverbot für Tätigkeiten mit Minderjährigen. Das Urteil für den umfangreichsten Prozess in Rheinfelden seit 20 Jahren ist noch nicht rechtskräftig.

Schweiz · Vorsorge

Brustkrebs-Screening schon ab 45?

Brustkrebserkrankungen bei jüngeren Frauen nehmen zu. (Screenshot: Der Bund/Getty)

Drei Schweizer Fachgesellschaften für Radiologie, Gynäkologie und Brustmedizin empfehlen neu, das Alter für das systematische Brustkrebs-Screening von 50 auf 45 Jahre zu senken. Da die Diagnosen bei jüngeren Frauen zunehmen, könne eine frühere Mammografie Leben retten.

Rund 300’000 Schweizerinnen wären davon direkt betroffen, heisst es in den Tamedia-Zeitungen. «Wir sehen weltweit und auch in der Schweiz eine Zunahme bei Brustkrebserkrankungen bei jüngeren Frauen», sagt Gynäkologin Claudia Rauh.

Doch ausgerechnet die Krebsliga Schweiz widerspricht und warnt vor Überdiagnosen sowie unnötiger Verunsicherung. Statistisch gesehen erhöhe das frühere Screening die Gesamtlebenserwartung nicht.

«Die Formulierung, dass Leben gerettet würde, ist deswegen schlicht falsch», kritisiert auch der Epidemiologieprofessor Marcel Zwahlen die Mitteilung der Fachverbände. Gemäss Studien verschiebe sich dadurch lediglich die Todesursache.

Die Krebsliga fordert stattdessen, die Altersgrenze nach oben auf 74 Jahre anzuheben, da die Fallzahlen bei älteren Frauen deutlich höher seien als in der jüngeren Altersgruppe.

Schweiz · Trub

Utopia am Tropf

«Das schönste Dorf der Schweiz»: Michelle Renaud in Trub. (Screenshot: NZZ/Annick Ramp)

Nirgend­wo sei die 10-Millionen-Schweiz weiter weg als in Trub, schreibt der Journalist Samuel Tanner in einer grossartigen Reportage in der NZZ. Doch der idyllische Fleck im Emmental sei bedroht – ganz egal, wie übermorgen Sonntag abgestimmt werde.

Das ländliche Utopia kämpft mit der Realität einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung. Wo in den 1950er-Jahren noch über 2000 Menschen lebten, sind es heute nur noch 1277.

«Wir sind nicht die, die rentieren.»

Michelle Renaud, Gemeindepräsidentin

Die Gemeinde lebt in einem Dilemma: Sie will keine Zuwanderung, ist aber finanziell nicht selbsttragend. Über zwei Millionen Franken fliessen jährlich aus dem Finanzausgleich nach Trub, querfinanziert von boomenden Wachstumskantonen mit viel Zuwanderung. «Wir sind nicht die, die rentieren», sagt Gemeindepräsidentin Michelle Renaud. «Dieses System ist unsere Lebensversicherung.»

Renaud könne sich deshalb kaum entscheiden, wie sie sich zur 10-Millionen-Initiative positionieren solle, heisst es im Artikel: «Am liebsten wäre es der Gemeindepräsidentin, es würde sich migrationspolitisch etwas verändern, ohne dass sich finanzpolitisch etwas verändern würde.»

Der Fünfer und das Weggli also. Gibts vermutlich auch in Trub nicht.

⛰️ Schlagzeile des Tages

Dem «Brett am Füdle» vertraute er sein Leben an

Felsputzer Felix Immoos verhinderte Katastrophen. (Screenshot: SRF)

Es gibt Menschen, mit denen man das Heu politisch oder auch sonstwie gar nicht auf der gleichen Bühne haben muss, um sie einfach zu mögen. «Hagelhans» aus der Trub-Reportage ist so ein Mensch, oder Felix Immoos, der Felsputzer von der Axenstrasse.

Fast ein halbes Jahrhundert lang hat Immoos die steinschlaggefährdete Axenstrasse gesichert. Nun geht er im Alter von 64 Jahren in Pension, berichtet SRF.

Angefangen hat Immoos 1978 als 16-Jähriger – mit einer Ausrüstung, die heute abenteuerlich anmutet. «Das Brett hier klemmten wir uns ans Füdle und befestigten es am Seil», erinnert sich Immoos. Im Tornister trugen die Männer damals «Kaffee, Speck und Schnaps».

«Ich hatte einen gehörigen Schutzengel.»

Felix Immoos, Felsputzer

Nationale Bekanntheit erlangte Immoos im Februar 1992, als er im Ölberg einen riesigen Riss entdeckte und so eine Katastrophe verhinderte: «Plötzlich merkte ich, wie ich mit dem Fuss einsank. Man hörte, wie ein Stein eine Spalte hinunterchlotterte.» Der 15'000 Kubikmeter grosse Fels musste danach in einer live im Fernsehen übertragenen Aktion gesprengt werden.

Dass ihm in der Steilwand nie etwas Ernsthaftes passierte, verdankt er einem «gehörigen Schutzengel» und seinen Partnern. Mit der Pensionierung des Morschachers endet eine Ära, während die Axenstrasse ab 2033 durch Tunnel definitiv in den Berg verlegt wird.

Kurz-News

Bern soll Mahnmal gegen Femizide erhalten · Die Stadt Bern soll ein Mahnmal gegen Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt erhalten. Eine parteiübergreifende Motion fordert die Errichtung eines Gedenkortes an prominenter Lage, inspiriert von den italienischen «Walls of Dolls». Das Mahnmal soll Opfern ein Gesicht geben und Angehörigen Raum für Solidarität bieten, heisst es im Bernerbär. Die Initiant:innen schlagen eine kostengünstige und vandalismusresistente Umsetzung mit einem Gitter an einer Mauer vor.

Genf schliesst Grenze zu Frankreich · Wegen des bevorstehenden G7-Gipfels im französischen Evian hat der Kanton Genf seine Grenze zu Frankreich weitgehend geschlossen. Seit gestern Nachmittag sind 25 von 35 Grenzübergängen gesperrt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Sieben Hauptzölle bleiben unter verstärkten Kontrollen offen, berichtet Watson. Die Sperren dauern bis zum 19. Juni und führen zu Einschränkungen für den Pendlerverkehr und das lokale Dorfleben in den Grenzregionen.

Entscheid vertagt · Der Ständerat hat den Entscheid über das Ständemehr bei den neuen EU-Verträgen vertagt. Mit 24 zu 20 Stimmen beschloss die kleine Kammer, bis September eine Vorlage auszuarbeiten, die das Vertragspaket mit einer Verfassungsänderung verknüpft. Dies würde automatisch das doppelte Mehr von Volk und Ständen verlangen, schreibt die NZZ. Damit verhinderte der Ständerat ein vorzeitiges Scheitern der Ständemehr-Vorlage im Nationalrat, der das Projekt im September aber weiterhin blockieren kann.

International

Thailändische Prinzessin gestorben · Die thailändische Prinzessin Bajrakitiyabha ist tot. Wie der Palast in Bangkok mitteilte, verstarb die älteste Tochter von König Vajiralongkorn im Alter von 47 Jahren, nachdem sie mehr als drei Jahre im Koma gelegen hatte. Die ausgebildete Juristin und ehemalige UN-Botschafterin war im Dezember 2022 nach einem Herzstillstand zusammengebrochen. Ihr Tod hinterlässt im thailändischen Königshaus eine grosse Lücke in der noch ungeklärten Thronfolge, schreibt die BBC.

Erstmals seit zehn Jahren weniger Flüchtlinge · Die Zahl der weltweit gewaltsam vertriebenen Menschen ist 2025 erstmals seit einem Jahrzehnt leicht zurückgegangen. Dies berichtet die deutsche Tagesschau. Laut dem neuen UNHCR-Bericht sank die Zahl um rund vier Prozent auf knapp 118 Millionen. Grund dafür ist eine hohe Zahl an Rückkehrern in Länder wie Syrien oder Afghanistan. Viele dieser Rückkehren geschahen laut UN jedoch unfreiwillig. Sorge bereitet zudem, dass 70 Prozent der Flüchtlinge seit über fünf Jahren im Exil feststecken.

🙉 Nützliches des Tages

Hupe/Ohrstöpsel

Weshalb Fans zum Feiern ins Auto steigen, bleibt schleierhaft. (Screenshot: Limmattaler Zeitung/Keystone)

Wegen der Zeitverschiebung bei der Fussball-WM finden viele Spiele spätabends oder in den frühen Morgenstunden statt. Autokorsos und Hupkonzerte nach der Geisterstunde sind damit vorprogrammiert.

Da die Schweizer Nationalmannschaft in der Gruppenphase jeweils um 21 Uhr spielt (erstmals morgen Samstag gegen Katar), ertönt der Abpfiff erst kurz vor Mitternacht. Die Schweizer Kantonspolizeien kündigen nun an, mit Augenmass vorzugehen, ziehen aber klare Grenzen, heisst es bei CH Media.

«Hupkonzerte sind grundsätzlich verboten», stellt die Kantonspolizei St. Gallen klar. Die Behörden zeigen sich jedoch kurz nach den Matches tolerant, solange keine Gefährdung vorliegt. Lautes Feiern wird meist bis zu einer Stunde nach Spielende geduldet.

Ähnlich klingt es in Solothurn: «Hupen als Freudenausdruck ist gesetzlich verboten», Autokorsos werden unmittelbar nach den Partien aber toleriert.

Eine strikte Nulltoleranz gilt bei der Sicherheit. Sobald sich Personen aus Fenstern lehnen, auf Autodächern mitfahren, Alkohol im Spiel ist oder die Nachtruhe nahe von Spitälern und Altersheimen gestört wird, greift die Polizei konsequent durch und stellt Anzeigen aus.

Jetzt musst du dich einfach noch entscheiden: Team Hupe oder Team Ohropax?

🥳 Witziges zum Schluss

Frage der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Danke fürs Lesen.

Schönes Wochenende!

Peter

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