Guten Morgen {{vorname}}
In der Berghütte kostet alles mehr
Millionen Alpinisten hin oder her
Wenn Politiker Kehrtwenden machen
Müssen sogar Japankäfer lachen
Heute ist Limerick-Tag – bittesehr.
Schweiz · 10-Millionen-Initiative
Zuger Finanzdirektor vollzieht Kehrtwende

Glaubt nicht ans Ende der Personenfreizügigkeit: Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler. (Screenshot: Blick/Raphaël Dupain)
Der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler (SVP) unterstützt überraschend die 10-Millionen-Initiative seiner Partei. Obwohl er diese vor kurzem noch als «gefährlich» ablehnte. Im Interview mit dem Blick versucht er seinen Meinungsumschwung mit der Untätigkeit der Regierung zu erklären: «Der Bundesrat und auch das Parlament ignorieren das Problem.»
Tännler meint, dass jedes Wachstum Grenzen habe und Zug kein «Singapur mit einer Skyline aus Wolkenkratzern» werden dürfe. Besonders kritisiert er die aktuelle Zuwanderungspraxis: «Tür und Tor stehen offen – und das ohne Eintrittsgebühr. So kann es nicht weitergehen.»
«Ein Kleinstaat wie die Schweiz muss flexibel navigieren.»
Das Argument, die Wirtschaft werde abgewürgt, lässt er nicht gelten. Dank Digitalisierung und KI könne man effizienter werden. Auf die Frage, ob er das Ende der Personenfreizügigkeit in Kauf nehmen würde, keimt in Tännler das Prinzip Hoffnung auf: «Nein, das möchte ich nicht. Ich glaube einfach nicht, dass man die Personenfreizügigkeit kündigen muss. Ein Kleinstaat wie die Schweiz muss flexibel navigieren, das liegt in unserer DNA.»
Derweil warnen gemäss NZZ die Kantone, Städte und Gemeinden geschlossen vor der SVP-Initiative: Ein starrer Bevölkerungsdeckel gefährde den Wohlstand, teilten Vertreter:innen gestern in Bern mit. Herausforderungen des Wachstums sollten durch aktive Gestaltung statt durch Verbote gelöst werden.
Besonders kritisch sieht die Allianz die drohende Kündigung der Bilateralen: Ein Wegfall der Schengen- und Dublin-Abkommen würde die Sicherheit schwächen und Rückweisungen im Asylbereich erschweren. Zudem sei die öffentliche Grundversorgung, von der Spitex bis zum Bauwesen, zwingend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, um den Alltag in den Gemeinden funktionsfähig zu halten. Abgestimmt wird am 14. Juni.
Schweiz · ⛰️
SAC-Sektionen laufen Sturm gegen Zentralverband

Über den Wolken: Wildstrubelhütte. (Foto: Unsplash/Lukas W.)
Der Schweizer Alpenclub (SAC) steht vor einer Zerreissprobe. Grund sind drastische Preis- und Abgabenerhöhungen, die der Zentralverband plant, um den zentralen Hüttenfonds vor dem Ruin zu retten.
Den insgesamt 152 SAC-Hütten drohen wegen aufwendiger Bauprojekte und den Folgen des Klimawandels ab dem Jahr 2030 jährliche Millionendefizite, schreibt die NZZ. Der neue Finanzierungsplan sieht vor, dass die Sektionen künftig zwölf bis vierzehn Prozent ihrer Einnahmen an den Verband abgeben müssen, was mehr als eine Verdoppelung der bisherigen Abgaben darstellt.
Um diese Belastung auszugleichen, sollen die Übernachtungspreise für Nichtmitglieder um rund fünfundzwanzig Prozent steigen, während Verpflegung und Getränke für alle Gäste um zehn bis fünfzehn Prozent teurer werden könnten.
«Der Zentralverband hat den Bezug zur Realität verloren.»
An der Vereinsbasis regt sich nun Widerstand gegen diese Pläne. Marc Renaud von der Genfer Sektion etwa sagt, dass der Zentralverband den Bezug zur Realität verloren habe und dieses Vorhaben die Sektionen ruinieren würde. Kritiker:innen befürchten, dass der SAC seine Identität als Verein für die breite Bevölkerung verliert und sich zu einem exklusiven Elite-Club wandelt.
Auch die Präsidentin der Vereinigung der Schweizer Hüttenwarte, Andrea Strohmeier, äussert Bedenken. Sie sagt, dass die Zahlungsbereitschaft der Gäste nicht unendlich steigerbar sei. Zudem wachsen mit höheren Preisen auch die Komfortansprüche der Wandernden an Duschen, Strom und Menü-Auswahl, was die Kosten weiter in die Höhe treibt.
Der Zentralverband verteidigt die Massnahmen hingegen als alternativlos, da sich die Mittel des Solidaritätsfonds ohne Gegensteuerung in absehbarer Zeit erschöpfen würden. Eine endgültige Entscheidung über den künftigen Kurs werden die Abgeordneten der Sektionen am 13. Juni fällen.
Schweiz · Schädlingsbekämpfung
Bund erklärt Japankäfer den Krieg

Schön mühsam: Japankäfer. (Foto: Aline Knoblauch, EPSD)
Der Japankäfer bedroht die Schweizer Landwirtschaft und Umwelt. Um die Ausbreitung des extrem gefrässigen Schädlings zu bremsen, hat der Bund gestern die Kampagne Gepäck checken, Japankäfer stoppen! lanciert. Reisende aus Befallsgebieten werden aufgerufen, Autos und Gepäck gründlich auf blinde Passagiere zu untersuchen.
Christian Hofer, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), warnt vor dem enormen Schadenspotenzial, das auf mehrere 100 Millionen Franken pro Jahr geschätzt wird: «Wir müssen unbedingt versuchen, alles einzusetzen, damit diese Verbreitung verlangsamt werden kann.» Da der Käfer gemäss Nau über 400 Pflanzenarten befallen kann, stellt er eine ernsthafte Gefahr für Gartenbau und Landwirtschaft dar.
Besonders im Tessin und entlang wichtiger Verkehrsachsen nördlich der Alpen ist Vorsicht geboten. Wer einen Käfer findet, soll diesen sichern, fotografieren und melden. Andreas von Felten vom BLW rät zu unzimperlichen Methoden: «Am besten ihn zerdrücken oder ihn in ein geschlossenes Gefäss einsperren.»
🥚 Zahl des Tages
27 Prozent

Scharfes Gericht, scharfer Geist: Pad Krapao. (Foto: Privat)
Ich esse derzeit sehr oft das vorzügliche Gericht Pad Krapao: Reis, Thai-Basilikum, «Tofu», sehr viel Chili. Natürlich mit einem «egg on top», einem perfekt gebratenen Spiegelei.
Diese Gewohnheit könnte das Risiko deutlich verringern, an Alzheimer zu erkranken, lese ich heute im Tages-Anzeiger.
Eine über fünfzehn Jahre dauernde Untersuchung der Loma Linda University mit fast 40'000 Teilnehmenden kam nämlich zum erfreulichen Schluss: Wer an mindestens fünf Tagen pro Woche bis zu zwei Eier verzehrte, wies ein um 27 Prozent niedrigeres Demenzrisiko auf.
Schon ein bis drei Portionen pro Monat waren mit einem positiven Effekt verbunden. Die Forschenden führen dies auf die hohe Dichte an Nährstoffen zurück. «Eier enthalten wichtige Nährstoffe, welche die Gehirngesundheit unterstützen könnten», sagt Studienleiter Joan Sabaté.
Kurz-News
Prämien steigen weiter · Die Krankenkassenprämien in der Schweiz steigen 2027 laut Prognose von Comparis im Durchschnitt um 3,7 Prozent. Damit fällt der Aufschlag moderater aus als in den Vorjahren, berichtet der Tages-Anzeiger. Grund für die Beruhigung ist, dass sich die Prämien dem tatsächlichen Kostenwachstum im Gesundheitswesen angleichen. Preistreiber bleiben Spitex-Leistungen und Psychotherapien. Zudem sorgen neue Tarifsysteme wie Tardoc für eine gewisse Unsicherheit bei der Kalkulation.
Swiss verschärft Regeln · Ab Juni verschärft die Swiss die Regeln für Krankmeldungen: Das Kabinenpersonal muss neu bereits ab dem dritten statt dem fünften Tag ein Arztzeugnis vorlegen. Grund sei ein Anstieg der Kurzzeitabsenzen um 25 Prozent. Die Gewerkschaft Kapers und das Personal kritisieren gemäss 20 Minuten die Massnahme als unverhältnismässig. Es bestehe die Gefahr, dass Flugbegleiter:innen aus Angst vor Aufwand krank fliegen, was die Sicherheit an Bord gefährden könne.
Deutsche lieben Schweiz · Die Zahl der Deutschen in der Schweiz wächst weiter. Anfang 2025 lebten rund 329’900 deutsche Staatsbürger:innen im Land, was einem Zuwachs von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Laut dem deutschen Statistikamt bleibt die Schweiz damit das beliebteste Auswanderungsziel in Europa. Gründe für den anhaltenden Boom sind die hohe Lebensqualität und der Arbeitsmarkt, schreibt Blue News. Die Deutschen bilden nach den Italienern die zweitgrösste Ausländergruppe.
International
Schüsse in Nizza · Bei einem Schusswaffenangriff in Nizza sind zwei Menschen getötet und sechs weitere teils schwer verletzt worden. Ein bewaffneter Täter eröffnete vor einem Geschäft im Problemviertel «Les Moulins» das Feuer und flüchtete anschliessend. Laut Staatsanwaltschaft steht die Tat in direktem Zusammenhang mit dem Drogenmilieu. Bürgermeister Éric Ciotti sprach gemäss Welt von einem «Krieg» und forderte angesichts der Gewalt mehr Personal für die Sicherheitskräfte.
Sanktionen gegen Siedler · Die EU hat sich nach langem Stillstand auf Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler im Westjordanland geeinigt. Laut der Aussenbeauftragten Kaja Kallas richten sich die Massnahmen gegen extremistische Organisationen und deren Anführer. Ungarn gab seinen Widerstand nach einem Regierungswechsel auf, berichtet der Guardian. Kritiker:innen bezeichnen den Beschluss jedoch nur als «ersten kleinen Schritt» und fordern weitergehende Handelsbeschränkungen gegen Israel.
🍿 Nützliches des Tages
Popcorn

Geigerin Linda Lampenius gilt als ESC-Favoritin. (Screenshot: Watson/Imago-Images)
Heute geht es in Wien los mit dem Eurovision Song Contest (ESC). Früher habe ich den oft geschaut. In die Siegerin von 1991, Carola aus Schweden, die in einem lustigen Robin-Hood-Kostüm auftrat, hatte ich mich sogar fast ein bisschen verliebt.
Laut Eurovision World, einer Plattform für ESC-Wetten, haben Finnland, Griechenland, Dänemark, Frankreich und Australien die grössten Chancen auf den Sieg. Für Watson hat Simone Meier deren Songs probegehört. Ihre Zeilen haben «Douze points» verdient.
Zu Topfavorit Finnland etwa schreibt Meier: «Sensationell, was Linda Lampenius, die einst als beste klassische Geigerin von Finnland berühmt wurde, da macht. Zu ihrem Aussehen sage ich nur: 1989 hatte sie unter dem Pseudonym Linda Brava eine Gastrolle in Baywatch. Schade, dass Pete Parkkonen sie mit seinem Gesang ständig unterbricht. Liekinheitin heisst übrigens Flammenwerfer, klar, dass damit Lampenius gemeint ist.»
Ebenfalls ans Herz legen möchte ich dir diesen Artikel im Bund. Ane Hebeisen dröselt darin auf, weshalb Grossereignisse wie der ESC, die Eishockey-WM oder die Fussball-WM heuer viele seltsam kalt lassen. In seiner Bubble, schreibt Hebeisen, sei das Erwartungskribbeln in Sachen ESC etwa ähnlich mau wie im Vorfeld einer herkömmlichen Prix-Walo-Verleihung.
Beide Texte: lesenswert. Und dann Popcorn besorgen und ab aufs Sofa! 🏳️🌈
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Danke fürs Lesen.
Und bis morgen, wenn du magst.
Peter
PS: Die Schweizerin Veronica Fusaro (Alice) steht beim ESC erst übermorgen Donnerstag auf der Bühne.
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