Guten Morgen {{vorname}}
Ganz ehrlich, die Newslage setzt manchmal schon mehr zu, als an anderen Tagen. Man kann sich schnell entmutigt oder hoffnungslos fühlen. Und auch heute – wir widmen uns unter anderem der Bedrohungslage in der Schweiz – gehts leider nicht besonders erhellend zu und her im 6iBrief. Aber am Schluss erwartet dich ein Interview, das vielleicht etwas helfen könnte.

Schweiz · Bedrohungslage

Armeechef über Bedrohung der Schweiz durch Russland

Auch die Schweiz sei ein potenzielles Ziel: Armeechef Benedikt Roos spricht über die verschärfte Bedrohungslage. (Screenshot: SRF Tagesgespräch / David Karasek)

Sabotageakte in Deutschland und Spannungen mit Russland: Wie verwundbar ist die Schweiz? Wie der Armeechef Benedikt Roos im Interview mit SRF sagt, werde die Schweiz täglich angegriffen. «Wir müssen davon ausgehen, dass es in der Schweiz Ziele gibt, die ein grosser Player in diesem globalen Machtspiel angreifen könnte», so Roos.

Auf die Frage, ob die Schweiz ein Ziel für Moskau sei, spricht er von einem Kampf der Systeme – die freiheitlich-demokratische Welt gegen die autokratische. «Wir sind mehr als je zuvor Teil der westlichen Welt und damit ein potenzielles Ziel», so Roos. Aber warum sollte Russland die Schweiz angreifen? Der Armeechef verweist auf kritische Infrastrukturen, die die Schweiz hat und die für ganz Europa wichtig sind. Darunter Strom- und Gasverteilung, die wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen und grosse Datencenter. Wer Europa destabilisieren wolle, könnte hier ansetzen.

Anfang August wurde am Flughafen Leipzig in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge eine Drohne mit einem Sprengsatz gefunden. Ist diese Bedrohung auch in der Schweiz real? «Wir stellen in der Schweiz mehr Tätigkeiten in diesem Bereich fest», sagt Roos. «Wir haben mehr Drohnenflüge über kritischer Infrastruktur. Zum Glück noch ohne Bomben, aber das könnte auch bei uns passieren.» 20 Prozent der unbekannten Drohnen, die immer wieder über Schweizer Militäranlagen auftauchen, könne man laut Roos nicht klar zuordnen.

International · Politik

Was der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt für die Schweiz bedeuten könnte

Die AfD Sachsen-Anhalt am Sonntag: Politologe Reto Mitteregger erklärt, wie sich der Wahlsieg auf die Schweiz auswirken könnte.
(Screenshot: Watson / Keystone)

Was bedeutet der Wahlsieg der vom Verfassungsschutz gesichert rechtsextrem eingestuften AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt für die Schweiz? Der Politologe Reto Mitteregger ordnet das Ergebnis ein und sagt zu Watson, dass es sich beim Ergebnis vom Sonntag um «keine Protestwahl» handelte.

Fast 44 Prozent holte die AfD in Sachsen-Anhalt – die Vorstellung, dass die SVP auch schweizweit über 40 Prozent erreichen könnte, hält er für «absolut ausgeschlossen». «Grosse politische Veränderungen passieren in der Schweiz über Jahrzehnte, und es gibt dafür verschiedene Gründe. Die Wahlbeteiligung ist tiefer, und die Schwankungen fallen geringer aus als in Deutschland», so Mitteregger.

Dazu komme die direkte Demokratie. «Themen wie Zuwanderung werden auch über Sachabstimmungen verhandelt. Das alles verhindert sprunghafte Veränderungen. Ausserdem zeigen Umfragen: Das Potenzial der SVP liegt seit mehreren Jahren stabil bei etwas über 30 Prozent und wächst kaum», so der Politologe.

Schwer zu sagen sei, ob der Erfolg der AfD der SVP trotzdem Aufschwung geben könnte. «Die SVP könnte profitieren, ebenso wie von der allgemeinen politischen Lage: Zuwanderung wird in vielen europäischen Ländern stark debattiert – und hilft der SVP», so der Politologe. «Doch es könnte auch eine Gegenmobilisierung stattfinden: indem sich die Menschen sagen: ‹So eine Politik wollen wir bei uns nicht.›»

Schweiz · Amoklauf

Widersprüchliche Informationen zum tatverdächtigen Amokläufer von Aarau

Sein Vater widerspricht der Polizei: Leistete der Tatverdächtige Militärdienst? (Screenshot: Michael Buholzer / Keystone)

Zu den Angaben des mutmasslichen Schützen von Aarau gibt es widersprüchliche Angaben. Leistete er Militärdienst oder nicht? Wie die NZZ berichtet, sagte die Aargauer Kantonspolizei an der Medienkonferenz vergangenen Mittwoch, dass der 43-jährige Verdächtige Truppenkoch gewesen sei. Laut Polizeikommandant Michael Leupold sei der Beschuldigte 2013 aber aus der Armee ausgeschieden und habe seine persönliche Dienstwaffe zurückgegeben.

Doch laut dem Vater des Beschuldigten, der sich gegenüber der Lokalzeitung «Le Quotidien Jurassien» zu seinem Sohn äusserte, stimme dies nicht. Laut dem Bericht hat sein Sohn «entgegen den Aussagen der Behörden» nie Militärdienst geleistet – und entsprechend habe er auch nie eine Dienstwaffe zurückgeben können.

Die Polizei hält weiterhin an ihrer Darstellung fest: Auf Anfrage überprüfte die Aargauer Kantonspolizei «die an der Medienkonferenz gemachten Angaben» nochmals. Und schreibt dazu in einer Mitteilung an die NZZ: Die «damals kommunizierten Informationen» seien «als gesichert zu betrachten.» Diese Informationen über den mutmasslichen Täter stimmten «nach aktuellem Kenntnisstand». Damit steht die Aussage zur Armeevergangenheit des Verdächtigen weiterhin im Kontrast zur Aussage des Vaters.

Visualisierung

Rückblick auf den «Katastrophenherbst», der die Schweiz prägte

Fünf Katastrophen veränderten im Herbst 2001 die Schweiz.
(Screenshot: SRF)

Am Freitag jähren sich zum 25. Mal die Terroranschläge vom 11. September. Doch nicht nur dieses furchtbare globale Ereignis erschütterte damals die Schweiz: Der Herbst 2001 war düster. Innert 74 Tagen ereigneten sich mehrere schreckliche Geschehnisse, etwa das Attentat im Zuger Kantonsrat, das Grounding der Swissair, der Brand im Gotthardtunnel und schliesslich der Crossair-Absturz am 24. November bei Bassersdorf.

SRF hat diesen einschneidenden Herbst in einer spannenden und übersichtlichen Visualisierung zusammengefasst. Der Rückblick auf den «Katastrophenherbst» 2001 ist eindrücklich – und die Schilderung der Szenen, die sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt haben, fahren auch viele Jahre später noch ein. Etwa, wie sich der damalige Bundespräsident Moritz Leuenberger nach dem Absturz des Crossair-Flugzeugs am 25. November 2001 am Absturzort emotional zeigte und sagte: «Hört denn das nie mehr auf?»

Kurz-News

Post streicht bis zu 110 Stellen · Die Schweizerische Post kündigte gestern Sparmassnahmen an und will dafür laut Watson maximal 110 Kündigungen vornehmen. Betroffen sind Mitarbeitende in Management- und Supportfunktionen. Gewerkschaften kritisierten das Vorhaben. Die Massnahmen sollen bis Ende 2027 umgesetzt werden. Der Betrieb und die Kundschaft seien vom Abbau nicht betroffen.

Urteil in Lausanne nach Unfall von Eiskunstläuferin · Nach dem schweren Sturz der russischen Eiskunstläuferin Olga Sevastianova bei den Olympischen Jugendspielen 2020 sind gestern in Lausanne zwei Techniker verurteilt worden. Sie erhielten laut 20 Minuten bedingte Geldstrafen wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung. Nach Ansicht der Richterin hatten die Männer ihre Sorgfaltspflicht verletzt, wie RTS schreibt.

Arbeitslosigkeit ist gestiegen · Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz ist im August 2026 weiter gestiegen. Wie die Südostschweiz berichtet, waren nach Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) Ende des Monats insgesamt 141'544 Menschen als arbeitslos registriert. Das sind 2268 Personen (1,6 Prozent) mehr als im Juli. Zum Vergleich: Gegenüber August 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 9439 Personen (7,1 Prozent).

International

Teheran plant Strafen für Kontakte ins Ausland · Im Iran ohne Bewilligung mit ausländischen Medienschaffenden zu sprechen, könnte laut SRF künftig strafbar sein. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wird im Parlament diskutiert. Darin heisst es, dass Kommunikationen «mit ausländischen Medien oder weiteren Akteuren, die als feindselig gegenüber der Islamischen Republik gelten», verboten sind. Gemäss Bahar Ghandehari vom Zentrum für Menschenrechte im Iran sei die Formulierung bewusst vage gehalten – unter den Begriff «ausländischer Akteur» könne jede Person im Ausland fallen.

Mitarbeiterinnen ausgeschlossen: Streik am Eiffelturm · Nachdem am Pariser Eiffelturm am Samstag auf Bitten einer Besuchergruppe das weibliche Personal vorübergehend abgezogen worden war, legten die Mitarbeitenden aus Protest die Arbeit nieder. Wie Nau schreibt, wurden die rund 100 Mitglieder einer hinduistischen Religionsgemeinschaft während ihres Besuchs der dritten Etage des Eiffelturms von ausschliesslich männlichem Personal begleitet. Wann der Eiffelturm wieder für Besucher:innen öffnet, war zunächst unklar.

🔧 Nützliches des Tages

Letzte Mahlzeiten

So würde der zweite Gang von Elizabeth Olsens letztem Menü aussehen.
(Foto: Mythical Kitchen)

Pardon, das kann man jetzt unter Umständen makaber finden. Aber: Was wäre dein letztes Mahl? Die Frage finde ich ein interessantes Gedankenexperiment und schaue deshalb gerne die «Last Meals»-Serie des YouTube-Kanals Mythical Kitchen. In den Videos sprechen Prominente aus Musik, TV und Film über die Vorstellung ihres letzten Menüs, das sie sich wünschen würden. Das Produktionsteam kocht (oder bestellt) die Gerichte jeweils und beim gemeinsamen Essen sprechen die Gäste über Essen, Kunst und das Leben.

Ich mag, wie vielfältig die letzten Menüs sind. Hier trifft Bodenständigkeit auf gehobenen Geschmack: Schauspielerin Julia Garner würde sich beispielsweise Spaghetti Pomodoro, Coke Zero und Schoggi Cookies auftischen lassen.

Schauspielerin und selbsternannter Foodie Elizabeth Olsen wünscht sich knusprige Smashed Potatoes mit Crème fraîche und Golden-Osetra-Kaviar, einen Vodka Martini, Grünkohlsalat und Wolfsbarsch sowie eine Pizza mit Pastrami, Zwiebeln und geräuchertem Kraut-Kimchi.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Hab einen schönen Tag! Und lies vielleicht dieses Watson-Interview mit der Psychologin Prof. Dr. Undine Lang, die erklärt, wie man in diesen Zeiten guten Mutes bleibt.

Vanja

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