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Bei manchen News fehlen einem einfach die Worte, weil sie so wütend machen. Heute so geschehen, als ich las, dass der Bund trotz erwartetem Milliardenüberschuss die zusätzliche Million für den Schutz von Frauen aus dem Budget für 2027 streicht. Absurd, wenn man bedenkt, wie viele Frauen und Kinder in der Schweiz von häuslicher Gewalt betroffen sind und wie bitter nötig zusätzliche Mittel wären.

Was heute für dich ausserdem wichtig ist: Die Schweiz und China haben ihre Verhandlungen zum Freihandelsabkommen abgeschlossen.

Schweiz · Gewalt gegen Frauen

Bund streicht eine Million zum Schutz für Frauen aus Budget

Das Büro für Gleichstellung erhält 2027 wieder drei statt vier Millionen. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Jürg Spori)

Gestern hast du im 6iBrief von einem Milliardenüberschuss gelesen, mit dem der Bund das laufende Jahr voraussichtlich abschliesst. Umso irritierender scheint da diese Nachricht: Die für 2026 eingeforderte zusätzliche Million für den Schutz von Frauen fehlt für 2027 bereits wieder im Budget. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, erhält das Eidgenössische Büro für Gleichstellung (EBG) wieder drei statt vier Millionen für Projekte von Dritten zur Umsetzung der Istanbul-Konvention.

Wir erinnern uns: Im Dezember unterschrieben innert weniger Tage eine halbe Million Menschen eine Onlinepetition, die eine Korrektur des Entscheids für das Budget 2026 forderte. SP-Nationalrätin Tamara Funiciello hatte zuvor gegen einen Erstentscheid des Nationalrats protestiert, der für den Gewaltschutz für Frauen keine zusätzliche Million sprechen wollte, für Schafe aber schon. Beide Kammern sprachen schliesslich die geforderte zusätzliche Million.

Funiciello sagt über den Entscheid: «Wir haben eine Epidemie der Gewalt gegen Frauen mit den vielen Femiziden und dem Fall aus dem Aargau, bei dem ein Mann drei Frauen immer wieder betäubt und sexuell missbraucht hat. Und nach wie vor hat der Kampf gegen diese Gewalt keine Priorität.»

Gemäss Basler SP-Ständerätin Eva Herzog habe SP-Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider aus Spardruck «kaum Spielraum» gehabt. Herzog und Funiciello wollen die Million durch Anträge im Parlament wieder ins Budget 2027 bringen.

Schweiz · Wirtschaft

Schweiz und China schliessen Verhandlungen zu Freihandelsabkommen ab

Zack, fertig: Bundespräsident Guy Parmelin und der chinesische Handelsminister Wang Wentao haben ihre Verhandlungen zum Abkommen abgeschlossen. (Screenshot: NZZ / Peter Schneider / Keystone)

Nach nur fünf effizienten Runden ist das modernisierte Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China in trockenen Tüchern und die Verhandlungen über eine Optimierung abgeschlossen. Dies haben Bundespräsident Guy Parmelin und der chinesische Handelsminister Wang Wentao am Donnerstag bei einem Treffen in Bern bekannt gegeben, wie die NZZ berichtet.

Schweizer Unternehmen können ihre Waren künftig voraussichtlich nahezu vollständig zollfrei nach China exportieren. Damit soll ein Ungleichgewicht beseitigt werden, wie das Handelsblatt schreibt: Nach dem aktuellen Abkommen sind fast alle chinesischen Importe in die Schweiz zollfrei – dies galt aber bislang nur für rund die Hälfte der Schweizer Exporte nach China. Dieser Anteil soll künftig auf 99,8 Prozent steigen.

Mit dem optimierten Abkommen soll Schweizer Investor:innen ausserdem der Zugang zum chinesischen Markt gesichert werden, weiter wurden Bestimmungen zu Umweltfragen und Arbeitsrechten gestärkt. Die formelle Unterzeichnung erfolgt noch in diesem Jahr, ehe das Abkommen nach Genehmigungsverfahren in beiden Ländern stufenweise in Kraft tritt.

Die Verhandlungen zur Erweiterung des Abkommens dauerten offiziell seit September 2024 an. Die Schweizer Regierung will mit der Vereinbarung den Zugang zum chinesischen Markt verbessern. China ist nach der EU und den USA der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz.

Schweiz · Klima

Sommerhitze beeinflusst Ferienplanung vieler Schweizer:innen

Schweizer:innen passen ihre Reisepläne wegen der Hitze an.
(Foto: Unsplash / Ezequiel Garrido)

Von einer «Coolcation» habe ich bis vor Kurzem noch nie etwas gehört. Doch der Begriff, der im Tourismus verwendet wird, um kühle Gegenden als Ferienziel zu vermarkten, wird immer relevanter – auch in der Schweiz: Denn bei Schweizer:innen hat sich das Reiseverhalten mit der extremen Sommerhitze verändert. Wie Nau schreibt, reisen besonders jüngere Menschen wegen hoher Temperaturen häufiger ausserhalb des Hochsommers.

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Reiseveranstalters Dertour Suisse haben bereits 27 Prozent der 1000 Befragten ihre Ferienplanung wegen der Hitze angepasst. Weitere 29 Prozent beabsichtigen, dies künftig zu tun.

Besonders bei jüngeren Menschen haben die Temperaturen Einfluss: Bei der Generation Z gaben rund 65 Prozent an, ihre Planung bereits verändert zu haben oder dies künftig tun zu wollen. Bei den Millennials lag dieser Wert bei rund 64 Prozent. Deutlich geringer fiel der Anteil bei der Generation X mit 47 Prozent und bei den Babyboomern mit 44 Prozent aus.

Viele Schweizer:innen weichen auf kühlere Reiseziele aus. Coolcations, also Ferien in kühleren Regionen, sind für 69 Prozent der Befragten als Sommerferien attraktiv. Auch die Buchungszahlen von Dertour Suisse bestätigen diesen Trend: Die Nachfrage nach Destinationen wie Skandinavien, Schottland oder Kanada stieg in den vergangenen fünf Jahren um rund 21 Prozent.

Zahl des Tages

20 Personen

Gestern wurde das Queer Memorial auf dem Friedhof Sihlfeld enthüllt. (Screenshot: Watson / Keystone)

Zwanzig Personen aus der queeren Community haben den Stein gemeinsam geschliffen und gefräst: Gestern wurde das Queer Memorial auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich eingeweiht, wie Watson schreibt.

Die Schweiz erhält damit ihr erstes Queer Memorial. Dieses setzt ein Zeichen gegen Hass und erinnert an die Menschen, die durch queerfeindliche Gewalt oder Ausgrenzung ihr Leben verloren haben, wie die Organisation HAZ – Queer Zürich mitteilte. Der Stein würdigt auch den Mut all jener, die sich für die Rechte der Gemeinschaft einsetzen.

Angefertigt wurde das Werk unter der Leitung der beiden Gestalterinnen Judith Schröter und Regine Brandt. Falls du es dir ansehen möchtest: Das Denkmal ergänzt auf dem Friedhof das bestehende Regenbogen-Grabfeld. Dieses gilt in der ganzen Schweiz als einzigartig – und soll für queere Menschen eine letzte Ruhestätte sein, die ihre Identität respektiert.

Kurz-News

Cyberrisiken werden in KMU-Betrieben unterschätzt · Viele Schweizer KMU vernachlässigen die Cybersicherheit, während sich die Bedrohungslage vor allem wegen generativer KI verschlechtert. Gleichzeitig unterschätzen die Verantwortlichen die IT-Risiken, wie sich in einer repräsentativen Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt. Dies berichtet Watson.

Schlammlawinen verschütten Strasse ins Calancatal · Das Bündner Calancatal ist zwischen der Abzweigung Castaneda und der Feuerwehrwache südlich von Arvigo abgeschnitten. Mehrere Schlammlawinen haben laut Swissinfo die Strasse verschüttet. Bis mindestens heute Mittag bleibt die Strasse gesperrt. Castaneda selber sei per Auto noch erreichbar.

Schweizer auf Bali wegen Social-Media-Post verurteilt · Ein Schweizer Tourist wurde auf Bali wegen Beleidigung eines heiligen Brauchs zu einem Jahr Haft verurteilt. Der 26-Jährige hatte laut SRF am «Tag der Stille» einen Social-Media-Post veröffentlicht. Im geposteten Video hatte er die Tradition als «verrückt» bezeichnet und verwendete ein Schimpfwort. Nach öffentlichen Beschwerden wurde der Schweizer verhaftet.

International

Erdbeben der Stärke 7,2 in Peru · Zentralperu wurde von einem Erdbeben der Stärke 7,2 erschüttert, schreibt Watson. Zunächst gab es keine Berichte über Tote oder grössere Schäden, wie das Nachrichtenportal RPP berichtete. Das Epizentrum lag 35 Kilometer nördlich von Coracora in der Provinz Parinacochas in 108 Kilometern Tiefe. Eine Tsunami-Gefahr für die peruanische Küste bestand zunächst nicht.

Staaten kritisieren Israels Siedlungsprojekt · Israels Pläne, 1’200 Siedlungswohnungen in einem Teil des besetzten Westjordanlands zu bauen, lösten neue Kritik seitens mehrerer Staaten aus. Wie die BBC berichtet, forderten Grossbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Kanada, Norwegen und die Niederlande Israel gemeinsam auf, die Pläne für das Siedlungsprojekt zurückzuziehen. Das Völkerrecht besage eindeutig, dass die Siedlungen rechtswidrig seien, schreibt Nau.

🔧 Nützliches des Tages

Ein Ort für die Sommer Closing Shift

Focaccia holen, auf der Terrasse Platz nehmen, geniessen: Der Summer Kiosk in Zürich. (Foto: Summer Kiosk)

Es gibt Orte zu Hause, die ich während meiner Zeit im Ausland besonders vermisse. Einer davon ist die Zürcher Josefwiese. Dort hat gerade, wie mich mein Instagram-Feed informiert hat, der herzige Summer Kiosk eröffnet.

Im Summer Kiosk werden morgens Cornetti und Kafi serviert, am Mittag gibts feine Focaccia-Sandwiches (zumindest sehen sie sehr fein aus, lueg), nachmittags dann Antipasti und ab 18 Uhr kannst du Pasta essen. Geöffnet hat der Summer Kiosk immer von Mittwoch bis Sonntag von jeweils 10 bis 22 Uhr.

Das klingt für mich nach einem guten Ort, um den Sommer ausklingen zu lassen... Geniess es. 🥲

🔧 Witziges zum Schluss

Tanz der Woche*

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Schönes Wochenende!

Vanja

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