Guten Morgen {{vorname}}
WhatsApp, TikTok, Insta: Eigentlich sind wir doch so gut vernetzt, wie nie. Aber eben nicht unbedingt verbunden – und so fühlen sich besonders Jugendliche einsam. Warum die digitalen Kanäle dieses Gefühl nur noch verschlimmern, erfährst du weiter unten.
Was heute ausserdem wichtig ist: Der Bundesrat hat sich verschätzt und im Fall des demenzkranken 74-Jährigen, der in Bülach seine Frau und seine Tochter tötete, wurde ein Urteil verkündet.
Schweiz · Finanzen
Bundesrat rechnet 2026 mit Überschuss statt Verlust

Der Bund rechnet im laufenden Jahr mit einem Überschuss von etwa 0.8 Milliarden Franken.
(Screenshot: Tages-Anzeiger / Beat Mathys)
Casual um 1,9 Milliarden Franken verschätzt: Im Bundesbudget 2026 wird mit einem Minus in Höhe von 700 Millionen Franken gerechnet. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, rechnet der Bund im laufenden Jahr aber mit einem Überschuss von rund 0,8 Milliarden Franken. Der Grund für die Abweichung sind vor allem höhere Einnahmen aus der Gewinnsteuer.
Höhere Gewinnsteuern gab es in den Kantonen Luzern, Zürich und Basel-Stadt, wie das Finanzdepartement mitteilte, und sie konzentrieren sich auf einige wenige Unternehmen. Positiv wirken sich auch die vorübergehende Mehreinnahmen aus Genf aus, die die Gewinnsteuer und die Einkommenssteuer betreffen. Auch aus der Mineralölsteuer kommen um 0,3 Milliarden Franken höhere Einnahmen. Der Grund ist die langsamer steigende Zahl von E-Autos.
Dass der Bund einen Überschuss statt dem budgetierten Verlust erwartet, ist für die SP-Co-Chefin Mattea Meyer ein klares Signal. Sie findet im Interview, dass Überschüsse zwingend in den Klima- und Hitzeschutz investiert werden müssen. «Der Bundesrat muss endlich Verantwortung übernehmen und Pflege- und Altersheime, Spitäler und Schulen hitzeresistenter machen», fordert Meyer.
Die Übersterblichkeit diesen Sommer habe fast schon Corona-Massstäbe erreicht. «Darum braucht es nicht nur Investitionen in kurzfristige Massnahmen, sondern auch in den Klimaschutz und den Ausbau von erneuerbaren Energien», sagt Meyer.
Schweiz · Gewalt
Demenzkranker tötete Frau und Tochter: Gericht stuft Tat als Morde ein

Zweifacher Femizid in Bülach: Der demente Mann, der seine Frau und Tochter ermordete, wird verwahrt. (Screenshot Illustration: NZZ / Ida Götz)
Der Fall des 74-Jährigen, der im Februar 2025 seine Frau (†68) und seine Tochter (†49) mit insgesamt mehr als 200 Messerstichen getötet hat, sorgte schweizweit für Entsetzen. Wie Watson berichtet, wird der Mann aufgrund seiner Gefährlichkeit und der nicht heilbaren Demenz verwahrt.
Das Bezirksgericht Bülach ZH stuft die Tötung der Frauen als Morde ein – da der Mann schwer dement und nicht schuldfähig ist, sprach das Gericht am Mittwoch aber keinen Schuldspruch aus: Er habe den Tatbestand des mehrfachen Mordes «in nicht selbst verschuldeter völliger Schuldunfähigkeit» erfüllt. Die Verteidigung hatte sich gegen die Verwahrung gewehrt und eine stationäre Massnahme gefordert.
Der Mann sei laut Gericht skrupellos vorgegangen. Als Motiv gab er laut Richterin an, er habe aus Eifersucht und aus Angst, verlassen zu werden, gehandelt. Damit sei die Voraussetzung für eine Mordqualifikation gegeben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Dass demente Personen massive Gewalttaten begehen, sei selten, sagt Elmar Habermeyer zur NZZ. Der Direktor der Forensischen Psychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich erklärt, dass es praktisch unmöglich sei, einen solchen Fall vorherzusehen. Aber: «Wenn jemand mit Demenz zunehmend aggressiv oder ausfällig agiert, sollte man das rasch und seriös abklären lassen.»
Schweiz · Mental Health
Neues Projekt gegen Einsamkeit unter Jugendlichen

Die ständige digitale Vernetzung verschlimmert die Einsamkeit bei Jugendlichen oft. (Foto: Unsplash / Jesús Rodríguez)
Man könnte meinen, dass wir uns dank Social Media verbundener fühlen – doch das Gegenteil ist bei jungen Menschen der Fall: Die Einsamkeit unter Jugendlichen wächst, berichtet SRF. In der St. Galler Jugendstudie gab fast ein Drittel der 16- bis 27-Jährigen an, sich häufig allein zu fühlen. Diese Entwicklung beobachtet die Psychologin, Psychotherapeutin und Professorin an der Universität Basel, Christina Stadler, seit Jahren.
Spannend: Die ständige digitale Vernetzung verschlimmert die Einsamkeit oft. «Einsame Menschen vergleichen sich viel mehr», erklärt Stadler. «Sie trauen sich im realen Leben noch weniger, jemanden anzusprechen, weil sie sich mit den idealisierten Darstellungen im Netz vergleichen und sich selbst nicht so toll finden. Das kann die Einsamkeit sogar verstärken.»
Aber warum fühlt sich so ein grosser Teil der Jugendlichen einsam? Früher sei es einfacher gewesen, in Kontakt zu treten. Heute hätten sich die sozialen Kontakte eben stark auf digitale Medien verlagert. «Im realen Leben gibt es nicht sofort einen ‹Like›», sagt Stadler. «Auch die Kompetenz, wie man überhaupt mit jemandem in Kontakt tritt, ist ein Stück weit verloren gegangen.»
In Basel wurde darum gemeinsam mit Jugendlichen das Hilfsangebot «Ansprechbar» lanciert: Wer möchte, kann im Café in der Markthalle ein persönliches Gespräch mit jungen Menschen führen, die einfach da sind und zuhören.
Meinung der Community
Diese Umfrage war wild und das Spektrum an Rückmeldungen breit. Am liebsten würde ich hier gleich alle Antworten zeigen. Gestern habe ich dich anlässlich der News zum Ratgeber für den Alien-Erstkontakt gefragt, was du machen würdest: 535 haben bei der Umfrage mitgemacht und 253 (eindrückliche 47.29 %) von euch würden den Ausserirdischen wie E.T. behandeln, ihn zu Hause verstecken und schauen, dass er endlich wieder nach Hause telefonieren kann.
111 von euch würden sich nicht an den Rat des Astrophysikers halten und stattdessen mit dem Alien «sprechen und es herzlich begrüssen». 88 von euch stimmten für «Ist mir egal». Als Bonusfrage wollte ich wissen, was ihr dem Alien auf der Erde gerne zeigen würdet, hier drei eurer Feedbacks:

«Falls es gut schwimmen kann, würde ich es mit nach Bern nehmen (braucht ein Alien ein Zugticket?) und würde mit ihm einen schwumm in der Aare machen.»
«Haben Aliens für einen ersten Menschenkontakt auch einen Knigge?»
«Ich würde dem Alien die Natur, Musik und Freundschaft zeigen. Aber auf keinen Fall Nachrichten. Er soll sich ja nicht erschrecken.»
Zahl des Tages
18 Meter

Auf den Fotos, die dieselbe Mondoberfläche vorher und nachher (unteres Bild) zeigen, ist die Einschlagstelle gut zu sehen.
(Fotos: NASA Goddard/Intuitive Machines)
Etwa drei Autos hintereinander oder eine halbe Turnhalle gross ist die Einschlagstelle des SpaceX-«Falcon 9»-Raketenteils auf dem Mond. Dies zeigen vor wenigen Tagen entstandene Aufnahmen der Nasa-Sonde «Lunar Reconnaissance Orbiter»: Das vier Tonnen schwere Raketenteil ist am 5. August auf dem Mond eingeschlagen und hinterliess eine Einschlagstelle, die etwa 18 Meter breit ist und weniger als 3 Meter tief, wie die Nasa gemäss der Zeit mitteilte.
Auf den Vorher-Nachher-Bildern ist die Veränderung gut zu erkennen – und spannend ist auch, wie die Nasa auf genau diese Zahl kam: Die Dimension des Kraters konnte dank der Vielzahl an Blickwinkeln unter verschiedenen Lichtverhältnissen geschätzt werden. Für die Schätzung der Breite des Kraters dienten Bilder, auf denen der Kraterrand zu erkennen war. Und anhand der Länge der Schatten konnte die ungefähre Tiefe berechnet werden, wie SRF schreibt.
Kurz-News
Frau, die Zali-Tonaufnahmen leakte, tot aufgefunden · Die 52-jährige Frau, die im Juli Audioaufnahmen des zurückgetretenen Tessiner Staatsratspräsidenten Claudio Zali veröffentlicht hat, wurde tot aufgefunden. Sie wurde laut RSI am Dienstag bei Melide im Luganersee geborgen, schreibt Nau. Die Todesursache sei noch nicht geklärt. Claudio Zali gab Ende Juli seinen Rücktritt bekannt.
Alpensüdseite drohen Unwetter · Ab heute bringt eine Kaltfront Schauer und kräftige Gewitter in die Schweiz. Auf der Alpensüdseite droht gebietsweise sehr viel Niederschlag in kurzer Zeit, berichtet der Tages-Anzeiger. Im Tessin und im Misox besteht Unwettergefahr. Auch in den extrem von der Trockenheit betroffenen Regionen wird im Verlauf der kommenden zwei Wochen das Niederschlagsdefizit gelindert.
Seit 1992 vermisste Bergsteiger gefunden · Nachdem ein Wanderer im Juli auf dem Triftgletscher Überreste von menschlichen Körpern gefunden hatte, bestätigten DNA-Analysen nun ihre Identität: Es handelt sich um zwei Bergsteiger, die seit 1992 als vermisst galten, wie die Walliser Staatsanwaltschaft laut SRF mitteilte. Die Überreste wurden durch das Abschmelzen des Gletschers freigelegt.
International
Todesopfer bei russischem Angriff auf Kiew · Mindestens eine Frau wurde nach Behördenangaben bei einem weiteren russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew getötet. In mehreren Stadtteilen seien Wohnhäuser und andere Gebäude beschädigt worden, die Fenster eines Kinderkrankenhauses seien geborsten, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit, wie Watson schreibt.
500 Kinder sollen von Ceuta aufs Festland gebracht werden · Spanien will nach der Massenankunft von Migrant:innen Ende Juli in Ceuta 500 unbegleitete Minderjährige auf das Festland bringen. Wie der Tagi schreibt, sollen die Kinder von Kinderschutzorganisationen in geeigneten Einrichtungen betreut werden. Vorgesehen ist auch die Unterbringung in Pflegefamilien.
🔧 Nützliches des Tages
Kunst und so

In Môtiers findet die neunte Ausgabe des Kunstfestivals Art Môtiers statt.
(Bild: Art Môtiers / Mathias Forbach alias Fichtre / Supero)
Vielleicht hast du Lust, am Wochenende oder mal an einem deiner freien Tage einen kleinen Ausflug im Namen der Kunst zu machen. Wenn ja, hätte ich praktischerweise gleich zwei mögliche Adressen für dich: Ab heute bis 23. August findet das St. Moritz Art Film Festival statt. Zu sehen gibts nationale und internationale Film- und Videokunst und Talks mit Künstler:innen und Filmschaffenden.
Und mit dem Kunstfestival Art Môtiers verwandelt sich das Dorf Môtiers im Neuenburger Val-de-Travers schon zum neunten Mal zur Open-Air-Bühne für zeitgenössische Kunst. An der diesjährigen Ausgabe sind Werke von 33 Schweizer Einzelkünstler:innen und Kollektiven zu sehen, unter anderem Pipilotti Rist und Olaf Breuning, der Patin und dem Paten der Ausstellung. Die Kunst in der Natur kannst du dir noch bis 20. September anschauen.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Bis morgen!
Vanja
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