Guten Morgen {{vorname}}
Fast zehn Jahre sind vergangen, aber die erschreckenden Bilder des Bergsturzes von Bondo GR dürftest du noch vor Augen haben. Drei Millionen Kubikmeter Geröll schoben sich am 23. August 2017 in Richtung Tal, acht Bergsteiger:innen verloren bei der Naturkatastrophe ihr Leben. Heute beginnt in Pontresina der Prozess gegen fünf Kantons- und Gemeindeverantwortliche.

Schweiz · Naturkatastrophe

Anklage wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung: Prozessbeginn zum Bergsturz von Bondo

Als damalige Gemeindepräsidentin von Bregaglia muss sich Anna Giacometti ab heute mit vier weiteren Personen vor Gericht verantworten.
(Screenshot: Blick / Keystone)

Heute beginnt in Pontresina GR der Prozess um die Bündner FDP-Nationalrätin Anna Giacometti und vier weitere Beschuldigte. Sie sind laut Watson wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung angeklagt: Der damaligen Gemeindepräsidentin von Bregaglia GR, zu der Bondo GR gehört, wird vorgeworfen, für den Tod von acht Personen in Bondo mitverantwortlich zu sein.

Neben Giacometti wird auch dem Naturgefahrenberater der Gemeinde, zwei Fachleuten des Kantons und einem externen Geologen vorgeworfen, die zunehmenden Sturzaktivitäten am Piz Cengalo vor dem Unglück falsch eingeschätzt zu haben.

Beim Bergsturz in Bondo wurden am 23. August 2017 acht Personen von Geröllmassen erfasst und begraben. Die fünf Kantons- und Gemeindeverantwortlichen hätten die Katastrophe laut Anklage kommen sehen müssen, schreibt Blick.

Die Staatsanwaltschaft erklärt, dass die Beschuldigten weit vor dem verheerenden Bergsturz nicht anerkannten, dass sich die Sicherheits- und Gefahrenlage am Piz Cengalo drastisch verschlechtert hatte. Ab dem 9. August habe es gemäss der Anklageschrift bereits deutliche Vorboten eines kurz bevorstehenden Bergsturzes gegeben.

Die Beschuldigten hätten es verpasst, ihrer Verpflichtung nachzugehen und «Massnahmen zu empfehlen, um die Sicherheit der Wanderer und Berggänger zu gewährleisten». Mit einer vorsorglichen Sperrung der Wanderwege wäre der Tod der Berggänger:innen «mit grösster Wahrscheinlichkeit vermieden worden».

Schweiz · Untersuchungshaft

Jacques Moretti wegen häuslicher Gewalt festgenommen

Jessica Moretti musste ins Spital eingeliefert werden: Jacques Moretti wurde festgenommen. (Screenshot: FAZ / AFP)

Jacques Moretti, der Betreiber der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS, wurde wegen häuslicher Gewalt gegen seine Frau Jessica Moretti festgenommen. Wie der Fernsehsender Léman Bleu am Sonntag berichtete, sei Moretti bereits in der Nacht vom 11. auf den 12. August verhaftet worden, schreibt der Tages-Anzeiger.

Die Misshandlungen seien so schwer gewesen, dass Jessica Moretti ins Spital eingeliefert werden musste, berichtet die FAZ. Ob sie dort noch behandelt wird, ist nicht bekannt.

Die Anwälte des Ehepaares verwiesen im Zusammenhang mit den «jüngsten Ereignissen am Wohnsitz der Morettis» auf die Privatsphäre beider Parteien. Wie sie in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilten, dürfen diese Vorkommnisse nicht mit der «Tragödie im Constellation» verwechselt werden. Allerdings hätten sich diese im Kontext einer «besonders intensiven Zerreissprobe» ereignet, der das Ehepaar seit dem 1. Januar ausgesetzt sei.

Sie müssen sich als Betreiber von «Le Constellation» verantworten, nachdem bei der Brandkatastrophe am 1. Januar 2026 41 Menschen starben und mehr als 100 verletzt wurden: Gegen die Morettis wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Wie die SonntagsZeitung berichtet, verfälschten die Morettis Belege und sparten wohl gezielt beim Brandschutz.

Schweiz · Brand

Vier Personen bei Brand in Thusis GR gestorben

Der Hausbrand in Thusis GR war am Freitag kurz nach Mitternacht ausgebrochen. (Screenshot: Watson / Keystone)

Nach einem Hausbrand in Thusis GR sind zwei zuletzt noch vermisste Personen tot aufgefunden worden, wie die Kantonspolizei Graubünden am Sonntag mitteilte. Vier Personen sind beim Brand gestorben, der in der Nacht auf Freitag ausgebrochen war. Ursprünglich wurden fünf Menschen als vermisst gemeldet, eine Person konnte bereits früher lokalisiert werden. Weitere Vermisste gibt es nicht, wie Watson berichtet. 14 Personen konnten sich vor den Flammen in Sicherheit bringen. Acht von ihnen wurden verletzt.

Bereits am Samstag war klar, dass zwei Personen beim Brand gestorben sind. Die Identifizierung der Toten steht noch aus. Wie Blick berichtet, handelt es sich bei einer der Verstorbenen laut Angaben aus ihrem Umfeld um eine 32-jährige Portugiesin, die in dem Gebäude lebte. Im Erdgeschoss des Hauses befand sich ein Restaurant und in den darüber liegenden drei Stockwerken wohnten überwiegend Einzelpersonen in kleinen Studios.

Die Brandursache und die genauen Umstände werden nun von der Staatsanwaltschaft Graubünden gemeinsam mit der Kantonspolizei Graubünden ermittelt.

Der Brand war nach Angaben der Behörden am Freitag kurz nach Mitternacht im zweiten Stock des Gebäudes ausgebrochen. Rettungskräfte und Spezialist:innen für die Brandermittlung standen am Samstagnachmittag laut SRF nach wie vor im Einsatz.

Kurioses

Ein Roboter bricht den Sprint-Weltrekord

Der chinesische humanoide Roboter Tiangong Ultra hat im Sprint über 100 Meter den menschlichen Weltrekord gebrochen. (Screenshot: Reuters)

In China ist kein Sack Reis umgefallen, dafür hat ein Roboter etwas gewonnen: Zum zweiten Mal fanden die «World Humanoid Robot Games» statt, bei denen sich humanoide Roboter in verschiedenen Disziplinen wie Fussball, Tanzen oder Boxen massen.

Gleich mehrere Weltrekorde, die von Menschen erreicht wurden, konnten die Humanoiden in den Sprintdisziplinen brechen, wie 20 Minuten berichtet. Eine Maschine des chinesischen Teams X-Humanoid mit dem charmanten Namen «Tiangong Ultra» schaffte es im Sprint über 100 Meter laut Reuters in nur 9,39 Sekunden ins Ziel. Der Roboter rannte damit schneller als der jamaikanische Rekordhalter Usain Bolt und unterbot seinen Weltrekord um 19 Hundertstel, wie SRF schreibt.

Das Bremsen wurde den Humanoiden offenbar noch nicht programmiert: Sie knallten im Anschluss an ihre Sprints in die Wand (und wurden absurderweise auf einer Trage abtransportiert).

Kurz-News

Nach extremer Hitze drohen höhere Milchpreise · Ab Herbst könnten die Preise für Milchprodukte steigen, wie Nau berichtet. Grund dafür sind Hitze, Trockenheit, gesundheitliche Probleme bei Kühen und Futterknappheit, die Milchbetriebe hart treffen und sich diesen Sommer negativ auf die Milchproduktion auswirkten. Der Bauernverband und die Milchproduzenten fordern höhere Milchpreise.

Gipser:innen fallen öfter durch · Über 70’000 Lernende treten jährlich zur Lehrabschlussprüfung an. Wie neue Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) für das Jahr 2025 zeigen, sind die Unterschiede bei den Erfolgsquoten laut Tagi beträchtlich: Die höchste Misserfolgsquote haben Gipser-Trockenbauer:innen mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ), hier fällt jede dritte Person durch. Hohe Erfolgsquoten haben hingegen Schreiner:innen sowie die Produktionsmechaniker:innen.

Unbekannter wollte helfen und wurde angegriffen · In Bern ist am frühen Sonntagmorgen ein Mann von einer Gruppe von Männern attackiert und verletzt worden. Er hatte auf der Weingartstrasse zwei Frauen schreien gehört und wollte helfen. Dort wurde er von mehreren Unbekannten mit Faustschlägen und Fusstritten angegriffen. Die Kantonspolizei sucht laut 20 Minuten Zeug:innen, insbesondere die beiden Frauen, die vor Ort waren.

International

Kanada wehrt sich gegen USA · Die Zollverhandlungen zwischen den USA und Kanada sind gescheitert, jetzt droht ein Handelskrieg, wie die NZZ berichtet. Der kanadische Premierminister Mark Carney wehrt sich offen gegen Donald Trumps Bedingungen, indem er aktiv aus den Verhandlungen austritt. Carney begründete am Samstag bei einem TV-Auftritt, dass Kanada seine Abhängigkeit von den USA zunehmend reduziere und bereits selbst mehr erwirtschafte, als die USA ihm wegnehmen könnten.

Mann lässt Kind auf Fuji zurück · Ein Mann hat am Donnerstag seinen siebenjährigen Sohn alleine auf dem Fuji in Japan zurückgelassen. Das Kind hatte über Müdigkeit geklagt, woraufhin es der Vater laut TV Asahi auf einer Bank deponierte und anwies, zu warten. Er setzte den Aufstieg mit dem älteren Sohn fort. Der Junge wurde von einem Arbeiter in einer Hütte auf einer Höhe von etwa 2500 Metern über Meer entdeckt. Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet, schreibt CNN.

🔧 Nützliches des Tages

Deeper Start in die Woche

Schweres Programm für so einen Montag, aber: Der Audiowalk Friedhof Sihlfeld ist empfehlenswert. (Screenshot: Stadt Zuerich / Nico Krebs)

Vergangene Woche wurde auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich das erste Queer Memorial der Schweiz enthüllt. Das hat mich an den besonderen Audiowalk zum Friedhof Sihlfeld erinnert, den ich dir ans Herz legen möchte. Vielleicht kennst du ihn auch schon, er ist zugegebenermassen nicht neu – mir hat ihn vor einiger Zeit eine Freundin empfohlen und ich fand ihn toll, richtig schön gemacht.

In der Folge «Du und Deine Ewigkeit» startest du in der Mitte des Forumplatzes deinen Spaziergang auf dem Friedhof und lässt dich rund 55 Minuten auf ein besonderes akustisches Erlebnis ein.

Der Audiowalk lädt zum Nachdenken über das eigene Sein ein und gibt spannende Hintergrundinformationen zu diesem eindrücklichen Ort. Er kann eine schöne Möglichkeit sein, sich mit den Themen Leben, Tod und Erinnerung auseinanderzusetzen.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Hab einen schönen Tag 🌞

Vanja

Reply

Avatar

or to participate