Guten Morgen {{vorname}}
«I read the news today, oh, boy» – und ich sag mal so, gute Nachrichten gehen anders. Da sind zum einen die Gletscher, die in rasantem Tempo dahinschmelzen, wie neue Zahlen zeigen, und zum anderen Senior:innen, die sich einsam fühlen und Gesellschaft vermissen.
Ich hoffe, du liest jetzt trotzdem weiter. Vielleicht vermag die kleine Good News am Schluss etwas zu trösten.
Schweiz · Klima
Hitzesommer war für Gletscher verheerend: 5,5 Prozent des Eisvolumens verschwunden

Der diesjährige Sommer setzte den Schweizer Gletschern enorm zu. (Screenshot: proclim.scnat/Matthias Huss, Andreas Linsbauer)
«Das Wasserschloss Schweiz bleibt das Wasserschloss Schweiz», versprach Umweltminister Albert Rösti, als er im Nationalrat mit Fragen zur Klimapolitik gelöchert wurde. Na ja, tut es das?
Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate liessen Gletscher in historischem Ausmass schmelzen. Wie verheerend die Folgen des diesjährigen Hitzesommers für die Gletscher sind, zeigen die neuen erschreckenden Zahlen des Schweizerischen Gletschermessnetzes (Glamos) und der Kommission für Kryosphärenbeobachtung.
5,5 Prozent des gesamten Schweizer Gletschereises sind laut SRF allein diesen Sommer verschwunden. Und in den letzten fünf Jahren hat das Eisvolumen in der Schweiz um fast 20 Prozent abgenommen.
Allein von Juli bis September haben die Gletscher laut Glamos ein Volumen von 2200 Milliarden Litern Wasser verloren. Das ist mehr als das Vierfache des jährlichen Trinkwasserverbrauchs aller Schweizer Haushalte. Eindrücklich: Der Gletscherforscher Matthias Huss mass beim Grossen Aletschgletscher fast sechs Meter Eisverlust durch die Hitzewellen dieses Sommers.
In den letzten 50 Jahren hat die Schweiz laut SWI swissinfo.ch aufgrund des durch den Menschen verursachten Klimawandels mehr als 1000 Gletscher (!) verloren, was rund 40 Prozent des Gesamtbestands entspricht. (Mehr zum Thema gibts zum Beispiel bei der Republik.)
Schweiz · Umfrage
Neue Umfrage: Jede dritte Person
über 60 fühlt sich einsam

Viele Senior:innen klagen über Einsamkeit.
(Screenshot: Watson / imago-images)
Die News macht richtig traurig. Gemäss der neuen Bevölkerungsbefragung «Beziehungen im Alter» von Pro Senectute Schweiz kämpfen viele Menschen über 60 Jahre mit Einsamkeit und wünschen sich Gesellschaft: Konkret fühlt sich jede dritte Person über 60 einsam. 36 Prozent der Menschen ab 60 Jahren geben an, zumindest manchmal Gesellschaft zu vermissen. Hochgerechnet entspricht dies mehr als 800'000 Personen in der Schweiz.
Wie Pro Senectute in einer Mitteilung schreibt, sei zwar die grosse Mehrheit der Menschen über 60 Jahre in der Schweiz sozial gut eingebunden. Dennoch vermissen rund 140'000 ältere Menschen häufig Gesellschaft – und Hunderttausende fühlen sich zumindest zeitweise einsam. Besonders betroffen sind Verwitwete, Geschiedene und Personen mit tiefem Einkommen.
Spannend: Gemäss der repräsentativen Befragung leben 71 Prozent der Menschen ab 60 Jahren in einer Partnerschaft. Rund die Hälfte der Alleinstehenden schliesst eine neue Partnerschaft grundsätzlich aus.
«Dort, wo Einsamkeit auftritt, braucht es einfache und bezahlbare Möglichkeiten für Begegnung, Austausch und gemeinsame Aktivitäten», sagt Alain Huber, Direktor von Pro Senectute Schweiz. Vereine oder freiwilliges Engagement können dazu beitragen, sich verbunden zu fühlen. «Dann kommt man automatisch mit anderen Menschen in Kontakt, hat vielleicht auch wieder eine Aufgabe», zitiert Watson den Mediensprecher Peter Burri Follath.
Schweiz · Politik
Verbot von Abgangsentschädigungen: Finanzministerin Karin Keller-Sutter ist dagegen

Goldene Fallschirme seien «günstiger»: Karin Keller-Sutter bezog Stellung gegen die Annahme der Initiative.
(Screenshot: Tages-Anzeiger / Alessandro della Valle / Keystone)
Nach dem Ständerat hat auch der Nationalrat goldene Fallschirme für Topkader des Bundes verboten. Dies, nachdem es in der vergangenen Zeit gleich mehrere Fälle von teilweise sehr hohen Abgangsentschädigungen gab: Wie der Tages-Anzeiger berichtet, erhielt etwa die stellvertretende Staatssekretärin für Sicherheitspolitik Pälvi Pulli 170’000 Franken. Und Fedpol-Chefin Nicoletta della Valle sogar satte 340’000 Franken.
Das soll es künftig nicht mehr geben: Der Nationalrat stimmte einer entsprechenden parlamentarischen Initiative zu. Diese verbietet die Abgangsentschädigungen für das Topkader der Bundesverwaltung und bundesnaher Unternehmen.
Finanzministerin Karin Keller-Sutter (FDP) spricht sich gegen das Verbot von goldenen Fallschirmen aus: Das Instrument der «vereinfachten Kündigung» helfe heute dabei, einen «reibungslosen Wechsel an der Spitze von Verwaltungseinheiten» zu ermöglichen. Eine einmalige Abgangsentschädigung sei letztlich «günstiger» für den Bund, denn man könne eine:n Direktor:in «nicht einfach so, von einem Tag auf den anderen, loswerden».
Keller-Sutter betonte in ihrem Votum, dass der Bundesrat nach anderen Wegen suchen werde, damit vereinfachte Entlassungen von Topkadern weiterhin möglich seien.
Zahl des Tages
25 Jahre

Gestrandeter Swissair-Pilot: 25 Jahre ist das Grounding der Swissair heute her. (Screenshot: Schweiz heute / Markus A. Jegerlehner)
Das Bild kennst du bestimmt. Es hat sich in das kollektive Bildgedächtnis unseres Landes gebrannt und ging um die Welt: Co-Pilot Daniel Riediker, damals für die Swissair in Südamerika unterwegs, sitzt in Uniform am Strand von Rio de Janeiro, als die Swissair gegroundet wird. Die Flugzeuge der nationalen Airline bleiben am 2. Oktober 2001 am Boden, weil der Fluggesellschaft das Geld ausging. «Meine Damen und Herren, liebe Fluggäste. Aus finanziellen Gründen ist die Swissair nicht mehr in der Lage, ihre Flüge durchzuführen», hiess es damals aus den Lautsprechern am Flughafen Zürich, schreibt Schweiz heute.
25 Jahre ist das heute her. Mit dem Grounding der Swissair verlor unser Land nicht nur eine Fluggesellschaft – der Niedergang der Swissair prägte die Schweiz. Der Tages-Anzeiger zeigt zum 25. Jahrestag die bewegendsten Bilder des Groundings.
Klick dich mal durch, in der Galerie finden sich eindrückliche Schnappschüsse: Leichtere, zum Beispiel ein Foto der Rolling Stones, die 1967 mit der Swissair in Zürich ankommen. Und traurige, wie das Bild von zwei Ermittlern der kanadischen Sicherheitsbehörde nach dem Absturz 1998 von Flug 111 vor Halifax.
Kurz-News
Steigende Zahlen bei häuslicher Gewalt · Die Fälle häuslicher Gewalt in der Schweiz nehmen weiter zu, berichtet Watson. Wie die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundesamts für Statistik zeigt, registrierte die Polizei 2025 22'066 entsprechende Straftaten – 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. 34 Personen starben im «häuslichen Bereich» durch ein vollendetes Tötungsdelikt. 21 der 34 Opfer wurden von aktuellen oder ehemaligen Partner:innen getötet, 19 Frauen und 2 Männer. Das Parlament verlangt nun ein nationales Monitoring zu Täter:innen häuslicher Gewalt.
Herbstsession neigt sich dem Ende zu · Die letzte Woche der Herbstsession kommt zum Abschluss. Für heute sind die Schlussabstimmungen angesetzt. Die wichtigsten Debatten waren laut SRF: Der Ständerat hat die neuen bilateralen Verträge mit der EU weitgehend geklärt und das Paket deutlich angenommen. Bei der Abstimmung ist neben dem Volksmehr auch ein Ständemehr notwendig, das Dossier muss vom Nationalrat behandelt werden. Ausserdem: Der Bund soll die für 2038 geplanten Olympischen Winterspiele und Paralympischen Spiele in der Schweiz mit bis zu 200 Millionen Franken unterstützen können. Weiter behandelte der Nationalrat sechs Vorstösse zum Thema «Hitzewelle und Dürre».
Polizeieinsatz wegen Drohung gegen Casino in Zürich · Wegen einer «Meldung über eine angebliche Bedrohung im Kreis 1» kam es gestern beim Swiss Casino in Zürich zu einem grösseren Polizeieinsatz. Laut 20 Minuten habe der Einsatz zwei Stunden gedauert. Zuvor sei eine anonyme Drohung bei der St. Galler Polizei gegen das Casino eingegangen, das Casino sei abgeriegelt worden. Eine Gefährdungslage konnte nach Abklärungen ausgeschlossen werden.
International
Christa Pike überlebt zwei Giftspritzen · Entgegen Medienberichten, wonach ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Tennessee die Hinrichtung der zum Tode verurteilten Christa Pike kurzfristig stoppte, wurde ihr am Mittwoch zweimal die Giftspritze verabreicht. Pike überlebte beide Hinrichtungsversuche. Nun erhält sie laut ihrem Anwalt in einem Spital «lebensrettende Massnahmen», schreibt der Spiegel. Ihr Zustand sei gemäss Guardian kritisch. Pike wurde 1996 als 18-Jährige für den Mord an einer Bekannten verurteilt.
Schulleiter in Frankreich mit Benzin übergossen · Die Lage um die Schüler:innen-Proteste in Frankreich spitzt sich zu: Laut französischen Medien wurden gestern am Lycée Victor Hugo in Marseille ein Schulleiter und drei weitere Personen attackiert. Wie Watson schreibt, sollen Demonstrierende das Schulpersonal mit Benzin übergossen haben. Während der landesweiten Proteste wurden laut Blick fast 2000 Jugendliche festgenommen und Dutzende verletzt.
🔧 Nützliches des Tages
Kultur fürs Wochenende

Was bedeutet es heute, ein Mann zu sein? Im Kunstmuseum St. Gallen gibt es Antworten (oder: mehr Fragen). (Screenshot: Kunstmuseum St. Gallen)
Ich habe ein, zwei Inputs für dein Wochenendprogramm: Im Kunstmuseum St. Gallen startet am 3. Oktober (öffentliche Vernissage am 2. Oktober, Eintritt frei) die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities Today».
Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Frage, was es heute bedeutet, ein Mann zu sein – und was wir antreffen würden, wenn wir uns Männlichkeit als «Sphäre» vorstellen würden.
Und wo wir schon beim Kunstmuseum St. Gallen sind: Am 17. Oktober kannst du dir spontan ein von der Sammlungsausstellung inspiriertes Tattoo stechen lassen.
Falls du dieses Wochenende Lust auf einen Film hast, wäre vielleicht «NAZA» spannend, der gestern im Kino gestartet ist. Der Dokumentarfilm von Yuval Abraham und Rachel Szor wurde bei Nacht auf den Dächern von Tel Aviv aufgezeichnet. Abraham interviewte dafür zwei Dutzend Mitglieder des israelischen Geheimdienstes, die gezielte Tötungen von Zivilist:innen im Gazastreifen schildern (mehr dazu hat zum Beispiel SRF). Der Film sorgt gerade weltweit für Aufsehen und wurde bei seiner Premiere auf den Filmfestspielen von Venedig mit 24,5 Minuten Standing Ovations gefeiert.
🔧 Witziges zum Schluss
Witziges der Woche*
*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Alle guten Dinge sind drei, deshalb an dieser Stelle nochmal eine kleine ✨Good News✨ zur Verabschiedung: Ein Chihuahua namens Comando wird in der mexikanischen Nationalgarde gerade zum Suchhund ausgebildet. And I think that’s beautiful.
Schönes Wochenende und bis Montag!
Vanja
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