Guten Morgen {{vorname}}
Man kann sich kaum vorstellen, was da in der Kabine des Flugs FZ1073 abging. Es klingt wie ein schrecklicher Film: Der Co-Pilot greift den Kapitän an und versucht, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Mehr zu diesem unglaublichen Vorfall liest du weiter unten.
Wir beschäftigen uns heute ausserdem mit den EU-Verträgen, einem im Nationalrat gelöcherten Albert Rösti und der Frage, ob Greta Thunberg sabotiert wurde.
Schweiz · Politik
Ständerat hat entschieden: EU-Paket soll Volk und Ständen vorgelegt werden

Über die EU-Verträge soll das Volk zusammen mit den Ständen abstimmen. (Screenshot: Blick / keystone sda)
Nach mehrstündiger Diskussion hat der Ständerat gestern Abend beschlossen, dass das EU-Paket Volk und Ständen vorgelegt werden soll. Und sprach sich damit gegen die Empfehlung des Bundesrats aus, schreibt Blick. Der Entscheid für das Ständemehr fiel mit 23 zu 17 Stimmen mit drei Enthaltungen laut NZZ klarer aus als erwartet. Schliesslich bestimmt die Frage, in welcher Form das zwischen der Schweiz und der EU ausgehandelte Vertragspaket an die Urne kommen soll, die Diskussion über die neuen EU-Verträge seit Monaten.
Gemäss SRF müsste damit nicht nur eine Mehrheit der Abstimmenden die Verträge gutheissen, sondern auch die Mehrheit der Kantone. Und: Der Nationalrat wird über die Frage ebenfalls noch entscheiden müssen.
Eigentlich wollte der Rat das EU‑Paket gestern fertig beraten – aber weil sich die Debatte über das Ständemehr so in die Länge zog, geht es laut 20 Minuten morgen weiter.
Das Programm wird einmal mehr dicht: Morgen befindet der Ständerat über den Verpflichtungskredit für die Schweizer Beteiligung am Programm Erasmus plus im Jahr 2027. Danach geht es um den Weiterentwicklungsteil des Vertragspakets.
Ein neues Abkommen soll im Bereich der Lebensmittelsicherheit geschlossen werden. Auch das Gesundheitsabkommen ist Teil der Erweiterung der Beziehungen. Zum Beispiel soll im Fall einer Krise wie einer Pandemie die Koordination und Zusammenarbeit mit der EU gestärkt werden.
Schweiz · Klima
Klimadebatte im Nationalrat: Umweltminister Albert Rösti muss sich erklären

Eine «Nonchalance gegenüber der Klimakrise» warfen ihm SP und Grüne vor: Bundesrat Albert Rösti bot einen Kompromiss an.
(Screenshot: Tages-Anzeiger / Alessandro della Valle / Keystone)
Die Entscheidungen von Umweltminister Albert Rösti sorgen seit Monaten für Kritik. (Wir erinnern uns: Unter anderem forderte Grünen-Chefin Lisa Mazzone, dass Rösti das Umweltdepartement abgeben soll, weil er «die Schweizer Klimapolitik an die Wand» fahre.)
Gestern wurde Bundesrat Rösti im Nationalrat mit Fragen zur Klimapolitik gelöchert – und hatte erstmals Gelegenheit, sich im Parlament ausführlich zu erklären. Zwölf dringliche Interpellationen hatten die Fraktionen des Nationalrats laut Tages-Anzeiger eingereicht. Mehrere Stunden sprach der Nationalrat über die Frage, ob die Schweiz genug in ihrer Klimapolitik tue.
SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer warf Rösti dabei unter anderem «Nonchalance gegenüber der Klimakrise» vor, während Grünen-Nationalrätin Marionna Schlatter daran erinnerte, dass die Wissenschaft vor solchen Sommern gewarnt habe.
Der Umweltminister zeigte sich laut Tages-Anzeiger gelassen und verteidigte die Reaktion des Bundesrats auf die Trockenheit und die extreme Hitze im Sommer. Mithilfe einer neuen Plattform habe man die Kantone rechtzeitig gewarnt. Landesweite Feuerverbote seien erlassen worden und Ende August habe der Bundesrat ausserdem zusätzliche Mittel für Wald und Landwirtschaft gesprochen.
Laut «Echo der Zeit» versicherte der Bundesrat mehrmals, dass er die Hitze ernst nehme. Klimaschutz und Anpassung seien nötig, so Rösti. Gleichzeitig brauche die Schweiz aber auch genügend CO₂-freien Strom. Als Kompromiss schlug er mehr Klimaschutz gegen weniger Stromprojekt-Widerstand vor.
Schweiz · ZFF
Leere Plätze bei ihrem Auftritt am Zurich Film Festival: Wurde Greta Thunberg sabotiert?

Greta Thunberg besuchte das ZFF – doch die reservierten Sitze blieben leer.
(Screenshot: 20 Minuten)
Überraschend teilte das Zurich Film Festival mit, dass die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg an einer Podiumsdiskussion über die Westsahara teilnimmt. Und das Interesse schien tatsächlich gross: Die Tickets für das kostenlose Panel am vergangenen Dienstag im Kino Corso waren alle ausgebucht. Doch nach der Premiere des Dokumentarfilms «My Home of Wind and Sand» waren von den rund 300 Plätzen gerade einmal 40 besetzt, wie «Blue News», 20 Minuten und der Tages-Anzeiger schreiben.
Wie das ZFF bestätigte, sei die Veranstaltung im Vorfeld ausgebucht gewesen: «Wir bedauern sehr, dass zahlreiche reservierte Plätze letztlich nicht genutzt wurden.»
Die Moderatorin sprach gegenüber Festivalvertreter:innen von einer «gross orchestrierten Aktion». Konkret vermuten Greta Thunberg und die Crew des Dokumentarfilms, bei dem es um den Konflikt in der Westsahara und die Situation der Sahrawi geht, einen Sabotageakt. Der Film handelt von der westsaharischen Aktivistin Najla Mohamed Lamin, die sich für die Unabhängigkeit ihres Herkunftslandes von Marokko einsetzt.
Thunberg nannte so auch Marokko als mutmasslichen Verantwortlichen: Die leeren Sitze seien die Bestätigung dafür, dass der Kampf der Bevölkerungsgruppe der Sahrawi mundtot gemacht werden solle. Einen Beleg dafür gibt es nicht. Auch das ZFF hält sich mit Schlussfolgerungen zurück.
Meinung der Community
Gestern wollte ich von dir wissen, was du über den neuen KI-Agenten «Dots» von OpenAI denkst. Mich erreichten zahlreiche spannende Meinungen dazu. Insgesamt haben 677 Leser:innen abgestimmt. Die Mehrheit davon (339 oder 50,07 Prozent) hat kein Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit KI. 171 von euch können sich vorstellen, ein Modell wie «Dots» punktuell zu nutzen. Und 135 Personen wollen eigentlich nur einfach ihre Krankenkasse zahlen können.
Übrigens: Beim SRF hat jemand einen spannenden Selbstversuch mit KI-Agenten gemacht. 👀
Merci fürs Abstimmen! Drei Statements dazu aus der Community findest du unten.

«Wirkt auf mich etwas gefährlich, eine KI selbständig arbeiten zu lassen. (…) Ausserdem ist der Mensch viel zu faul geworden, ein Meeting zu planen sollte doch noch möglich sein ...🫣»
«Ich finde es erschreckend, wie sehr KI normalisiert wird, während die Gefahren immer deutlicher werden. Wir leiden unter enormer Trockenheit und benutzen unfassbare Mengen an wertvollem Wasser für solche Gadgets.»
«Es ist wie mit den Elektrovelos: Am Anfang wollte sie niemand haben, und heute haben fast alle eines. Zum Schluss setzt sich die Bequemlichkeit durch. Ich glaube, es ist wie mit neuen Technologien in der Schweiz: Zuerst gibt es grosse Skepsis, danach werden sie einfach genutzt, und man spricht nicht mehr darüber.»
Zitat des Tages
«Wir stehen kurz vor der Landung. Wir brauchen Hilfe.»

Der Pilot Smit Machchhar wurde gemäss Medienberichten von seinem Co-Piloten niedergestochen. (Screenshot: Blick / X)
Die 180 Passagier:innen und die Crew des Flugs FZ1073 erlebten gestern einen Albtraum wie aus einem Horrorfilm: Das Flugzeug der Airline Flydubai setzte auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv einen Notruf ab. Ein Video eines Passagiers, der in der Maschine filmte, verbreitet sich auf Online-Newsportalen. «Wir haben soeben die Steuerung übernommen», sagt der blutende Mann. «Wir stehen kurz vor der Landung. Wir brauchen Hilfe. Alle an Bord sind wohlauf, bis auf den Piloten.»
Doch was war passiert? Wie Blick berichtet, hatte der Co-Pilot Medienberichten zufolge den Flugkapitän Smit Machchhar angegriffen und niedergestochen. Er wollte die Kontrolle über die Maschine übernehmen und sie zum Absturz bringen. Der verletzte Machchhar konnte offenbar noch die Cockpit-Tür öffnen, bevor er zusammenbrach. Dadurch drangen Passagiere ins Cockpit und konnten den Angreifer, dessen Identität noch nicht bekannt ist, festhalten.
Die Maschine sendete den internationalen Notfallcode 7700 und anschliessend zwei Entführungscodes 7500. Die Maschine sackte laut Watson mehrere tausend Meter innert Minuten ab. Das Flugzeug wurde in Richtung Saudi-Arabien umgeleitet und konnte in der Stadt Tabuk notlanden. Wie der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu mitteilte, sei der Pilot, der die Messerattacke verübt hat, festgenommen worden und werde von den saudischen Behörden verhört, berichtet die BBC.
Die Passagiere hätten eine «grosse Katastrophe» verhindert und viele Leben gerettet. Gemäss Flydubai seien alle Passagier:innen und Besatzungsmitglieder «in Sicherheit und wohlauf». Der verletzte Smit Machchhar wird behandelt. Der Flydubai-Rettungsflug von Saudi-Arabien ist mittlerweile in Tel Aviv gelandet.
Kurz-News
Bild von kahlem Matterhorn geht viral · Auf dem Bild sieht das Matterhorn aus, als würde es in einer Wüste stehen: Wegen des Hitzesommers ist der Gipfel, der normalerweise auch im Sommer mit Schnee bedeckt ist, frei von Schnee. Ein Foto davon, das am 27. September aufgenommen wurde, geht im Netz gerade viral. Auch in den heissen und trockenen Sommern 2003 und 2022 blieb der Gipfel des Matterhorns laut Watson und 20 Minuten schneefrei.
Initiativkomitee fordert 18 Wochen Elternzeit · Die Unterschriften sind bei der Bundeskanzlei in Bern eingereicht: Die Initiant:innen der Volksinitiative «Starke Gesellschaft und Wirtschaft dank Elternzeit» (Familienzeit-Initiative) fordern eine bezahlte Elternzeit von je 18 Wochen für beide sorgeberechtigten Elternteile nach der Geburt, schreibt SRF. Die überparteiliche Allianz sammelte 112’517 gültig bescheinigte Unterschriften und freut sich gemäss einer Mitteilung über den grossen Zuspruch aus der Bevölkerung.
Geschächtetes Fleisch: SVP-Nationalrätin will Import verbieten · Schächten ist in der Schweiz verboten. Um jüdischen und muslimischen Gemeinschaften den Konsum von koscherem und Halal-Fleisch zu ermöglichen, garantiert der Bund Teil-Einfuhrkontingente. Die Zürcher SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel hat nun laut Tagi (Artikel noch nicht online) eine Motion eingereicht, die den Bundesrat beauftragen will, die Ausnahmeregelung zu überprüfen. Jüdische und muslimische Verbände sehen die Religionsfreiheit bei einem Importverbot gefährdet.
International
US-Gericht stoppt Hinrichtung kurzfristig · Die zum Tode verurteilte Christa Pike, die als 18-Jährige 1996 eine 19-jährige Bekannte ermordete, sollte gestern im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden. Die geplante erste Hinrichtung einer Frau in Tennessee seit über 200 Jahren sorgte seit Wochen für Schlagzeilen. Ein Berufungsgericht stoppte das Vorhaben laut Nau und BBC kurzfristig. Pike habe Zweifel an der Rechtmässigkeit des vorigen Verfahrens dargelegt. Diese werden nun geprüft.
Schweizerischer Fussballverband unterstützt Infantino nicht mehr · Der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) zieht die im Juni 2026 erklärte Unterstützung für die Kandidatur von Gianni Infantino für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident zurück. Dies berichtet 20 Minuten. Grund dafür seien offene Fragen zu Transparenz, Führung und Wettbewerbsintegrität innerhalb der FIFA. Gemäss SFV-Präsident Peter Knäbel könne man die Kandidatur angesichts dessen «nicht verantworten».
🔧 Nützliches des Tages
Heute mal was Süsses

Es muss nicht immer kompliziert sein: Apfelküchlein. That’s it. (Foto: RTR)
Der heutige Tipp ist nicht besonders ausgefallen, ich gebe es zu. Aber in der Einfachheit liegt manchmal das Schöne, oder? Lueg, manchmal hab ich Lust auf ein bestimmtes Gericht und muss dann ständig daran denken. So geschehen dieser Tage mit Apfelküchlein. Vielleicht liegt es auch am gelegentlichen Schweiz-Heimweh, das kickt. Aber: Wie gerne hätte ich jetzt so ein Apfelküechli.
Vielleicht kann ich dich mit diesem Rezept aus Graubünden, das ich bei RTR gefunden habe, auch für etwas mehr knusprige Süsse im Leben animieren. Sie sehen mega fein aus – lass mich doch, falls du sie ausprobierst, wissen, ob sie auch gut schmecken.
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Und zum Schluss schmuggle ich nochmal eine Good News bzw. ein wichtiges Update rein. Ich hab dir doch letzte Woche von der grossartigen «Fat Bear Week» erzählt, die in Alaska stattfindet. Nun wurde der wuchtigste Bär gewählt: Das Männchen «Backpack» (deutsch: Rucksack) ist der strahlende Gewinner und damit der offiziell dickste Bär. 🐻
Aso, ich hänk ab. Bis morn!
Vanja
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