Elio Donauer Vanja Kadic Simon Jacoby
ELIO DONAUER VANJA KADIC SIMON JACOBY

Guten Morgen {{vorname}}

Die Welt blickt nach den Protesten und Ausschreitungen auf Frankreich: An den Demonstrationen in Paris nahmen am Samstag auch Schweizer Juso-Vertreter teil. Sie wollen die Demos im November in die Schweiz holen. Mehr dazu liest du weiter unten.

Ausserdem gehts heute um Schnee, Sternschnuppen und, wie könnte es anders sein, die Bundesratswahl. Ich wünsch dir eine gute Lektüre! ✨

Schweiz | Protestbewegung

Juso planen Jugendstreiks in mehreren Schweizer Städten

Am 20. November sind Jugendstreiks in mehreren Schweizer Städten geplant.
© Tages-Anzeiger / Guillaume Saligot (AFP)

Während die Regierung in Frankreich nach den schweren Ausschreitungen und Demonstrationen laut Tagesschau und BBC in mehreren Städten Ausgangssperren angekündigt hat, sind auch in der Schweiz Kundgebungen geplant: Wie der Tages-Anzeiger berichtet, beteiligten sich am Samstag Schweizer:innen an den Demonstrationen in Paris, darunter der Juso-Vizepräsident Julien Berthod und Antonin Fournier aus dem Vorstand der Neuenburger Juso.

Die beiden Jungsozialisten wollen die Jugendkundgebungen in die Schweiz holen: Der Jugendstreik soll am 20. November in mehreren Schweizer Städten stattfinden. «Wir waren dieses Wochenende in Paris an einem Treffen von 27 Organisationen aus mehr als zehn Ländern, um einen internationalen Jugendstreik zu planen. Zufälligerweise fiel das auf den Tag der Demonstration in Paris», sagt Berthod. «Mit dem Jugendstreik protestieren wir gegen die Militarisierung und die Sparpolitik in Europa», sagt er.

Koordiniert wird die Aktion in der Schweiz von den Jungsozialisten. Alles soll dezentral organisiert werden. «In der Schweiz rechnen wir nicht mit Ausschreitungen», sagt Berthod. In Paris habe Berthod von den Ausschreitungen nichts mitbekommen, weil er an einem bewilligten Demonstrationszug weit vorne mitgelaufen sei.

Wie in Frankreich werden derzeit auch in Italien mögliche Ausgangssperren geprüft. Wo, wie und warum in Europa demonstriert wird und wurde, kannst du zum Beispiel bei Watson, der NZZ (mit Paywall) oder der Tagesschau nachlesen.

Schweiz | Bundesratswahl

Natalie Rickli kandidiert nicht für den Bundesrat

Zugunsten der Zürcher Regierungsrats­wahlen 2027: Natalie Rickli verzichtet auf eine Kandidatur als Bundesrätin.
© NZZ / Dominic Nahr

Die Zürcher SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli galt als eine der drei grossen Favoritinnen für die Nachfolge von Guy Parmelin. Jetzt steht fest, dass sie nicht als Bundesrätin kandidieren wird, wie die NZZ berichtet. Die Kandidatur habe sie sich reiflich überlegt. «Es hätte mich gereizt, meine ganze politische Erfahrung aus den letzten dreissig Jahren einzubringen», so Rickli. Die SVP Kanton Zürich hätte sie zudem angefragt, ob sie kandidieren möchte.

Trotzdem entschied sie sich dagegen. «Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich die Verantwortung im Kanton Zürich weiterhin tragen möchte», sagt Rickli. «Im kommenden Frühjahr treten nur drei von sieben Regierungsräten wieder an. Es wären zu wenig, wenn es nur noch zwei wären.»

Sie sei vor allem die einzige bürgerliche Regierungsrätin, die wieder antritt. «Ich will meinen Beitrag dazu leisten, dass die Regierung bürgerlich bleibt. Das hat mich letztlich dazu bewogen, nicht als Bundesrätin zu kandidieren.» Es sei ein «Vernunftsentscheid».

Rickli würde es unterstützen, falls sich Thomas Matter (SVP, ZH) bei der Kantonalpartei bewirbt. Sie verweist ausserdem auf den «vielversprechenden» Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati. Für Rickli wäre er «ein fähiger, führungserfahrener Bundesrat».

Vor Ablauf der Frist steht damit mit der Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz erst eine Bundesratskandidatin bereit – bis Freitag müssen laut Blick alle Interessent:innen ihre Bundesratskandidatur bekannt geben.

Schweiz | Wetter

Kaltfront ab Mittwoch: Schneefallgrenze sinkt auf knapp über 1000 Meter

Es wird kühler in der Schweiz: Schuld ist eine Kaltfront am Mittwoch.
© Meteo Schweiz

Komm, heute mal wieder good old Wetternews – es wird nämlich kalt: Eine Kaltfront erreicht die Schweiz in der Nacht auf Mittwoch und sorgt für eine deutliche Abkühlung, wie 20 Minuten berichtet. Im Flachland werden am Mittwoch nur noch rund 10 Grad erwartet – und die Schneefallgrenze sinkt im Tagesverlauf auf etwa 1500 Meter. Während es im Mittelland trocken bleiben kann, regnet es entlang der Alpen teils länger anhaltend.

Der Mittwoch wird laut SRF trüb. Am Donnerstag kannst du dich auf Sonne freuen, ehe am Wochenende eine weitere Kaltfront folgt. Dann könnte es regional bis auf 1000 Meter hinunterschneien. Je nachdem, was du am Weekend vorhast, solltest du dich deshalb auf winterliche Verhältnisse einstellen: «Wer am Wochenende über höhere Alpenpässe fährt, sollte deshalb Winterreifen und je nach Route Schneeketten dabeihaben», sagt Meteorologe Peter Wick.

Damit handelt es sich übrigens nicht um einen aussergewöhnlichen Wintereinbruch, sondern zunächst um eine Rückkehr zu weitgehend jahreszeitlich normalen Temperaturen. Denn laut Wick war die erste Oktoberhälfte in der Schweiz rund zwei Grad zu warm. «Von einem Wintereinbruch sind wir noch ein Stück entfernt», sagt Sina Lenggenhager von SRF Meteo.

Übrigens: In der Nacht von morgen auf Donnerstag erreichen die Orioniden ihren Höhepunkt. Bei Watson kannst du nachlesen, wie du den Sternschnuppenschauer am besten beobachten kannst. ✨💫

Zahl des Tages

120 Klimawissenschaftler:innen

Mached mal fürschi: Einige Länder blockieren den Bericht des Weltklimarats
© SRF / EPA / Ali Haider

Die gemeinsame Gesprächsgrundlage für die Klimakonferenzen droht verloren zu gehen. Vielleicht fragst du dich jetzt: Hä, warum?

Verantwortlich dafür ist die Blockade einiger Länder, die den Bericht des Weltklimarats verzögern. Aber von vorne: 120 Klimawissenschaftler:innen äussern sich nun in einem offenen Brief zur Verzögerung ihrer Arbeit und der Verschleppung des Klimaberichts, wie SRF berichtet.

Sonia Seneviratne von der ETH Zürich ist eine dieser Wissenschaftler:innen. Sie sagt: «So eine lange Verzögerung gab es noch nie.» Denn die Berichte des Weltklimarats sind essenziell. «Die Berichte sind von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verfasst. Aber sie werden von den Ländern gutgeheissen», sagt Seneviratne.

Wenn die Länder jeweils ihre Zustimmung zum aktuellen Stand des Wissens gegeben haben, könne man quasi nicht mehr zurück. «Diese Tätigkeit ist unersetzlich. Insbesondere in einer Zeit, in der Fakten infrage gestellt, verwässert oder sogar falsche Fakten portiert werden», sagt auch Erich Fischer von der ETH Zürich.

Es gibt nun aber Länder, die den Prozess verzögern: Insbesondere ölfördernde Staaten wie Saudi-Arabien und Russland, aber auch Länder wie Indien fordern mehr Zeit für die Abfassung der Berichte. Das Problem: Durch diese Verzögerung könnten die Berichte möglicherweise nicht wie geplant 2028 vorliegen. Das wäre entscheidend, weil dann die nächste grosse Bestandsaufnahme zur Frage stattfinden soll, wo die Welt bei der Bewältigung der Klimakrise steht. Die Diskussion an der Klimakonferenz 2028 könnte also ohne gemeinsame Datengrundlage stattfinden. 🫠

Kurz-News

Schweiz

27-Jähriger stirbt nach Schlägerei in Tuggen SZ
In einem Eventlokal in Tuggen SZ ist nach einer Schlägerei ein 27-Jähriger im Spital gestorben, wie 20 Minuten berichtet. Zur Schlägerei sei es an der Afterparty nach dem Konzert der deutschen Punkband Krawallbrüder gekommen. Rechtsextreme sollen sich am Anlass unters Publikum gemischt haben. Die Situation eskalierte laut einem Insider, als der DJ an der Afterparty einen Song der Nazi-Band Landser spielte. Die Kantonspolizei Schwyz hat einen 42-jährigen Mann festgenommen.

 

Trinkwasser: Fachverbände sehen Risiken für Versorgung
Die führenden Wasserverbände der Schweiz sehen die lokale Wasserversorgung von Schweizer Gemeinden gefährdet, berichten NZZ und SRF. Sie fordern den Ausbau der Rohrinfrastruktur zwischen den Ortschaften. Immer mehr kleine Wasserversorgungen müssen schliessen, etwa aufgrund von Trockenheit. Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) betont deshalb, wie wichtig es sei, dass die Gemeinden bei der Wasserversorgung nicht nur von einer einzigen Quelle abhängig seien. Und fordert den weiteren Ausbau von Verbindungsleitungen.

 

Chef von Lindt & Sprüngli entlassen
Seit Monaten kämpft Lindt & Sprüngli mit Absatzproblemen, jetzt soll eine neue Führung einen Richtungswechsel bringen: Das Unternehmen entlässt CEO Adalbert Lechner, wie der Spiegel und Blick berichten. Der frühere Chef Dieter Weisskopf übernimmt per sofort interimistisch die Führung, wie Lindt & Sprüngli in Kilchberg mitteilte. Der Verwaltungsrat sei zum Schluss gekommen, dass Lindt & Sprüngli eine neue operative Führung benötige, um zu beständigem, starkem Wachstum zurückzukehren und die Marktchancen weltweit besser auszuschöpfen, heisst es. Lechner war 33 Jahre für Lindt & Sprüngli tätig und hatte Anfang 2022 die Konzernleitung übernommen.

International

Tötung von 191 Menschen: Sektenführer in Kenia schuldig
Ein Sektenführer wurde am Montag vor einem Gericht im kenianischen Mombasa der Tötung von 191 Menschen schuldig gesprochen. Der selbsternannte Pastor Paul Mackenzie hatte laut Nau und BBC seine Anhänger:innen dazu aufgerufen, sich zu Tode zu hungern, um «Jesus zu begegnen». Der Grossteil seiner Opfer waren Kinder. Mackenzies Lehre besagte unter anderem, dass Bildung verboten und die moderne Medizin «böse» sei. Neben dem Sektenführer waren 28 weitere mutmassliche Mittäter angeklagt und wurden ebenfalls schuldig gesprochen.

 

Haftbefehl nach Brandanschlag auf Starlink-Antennen in Bulgarien
Nach dem Brandanschlag auf das Satellitennetz Starlink in Bulgarien wurde laut Watson ein europäischer Haftbefehl gegen zwei deutsche Verdächtige erlassen. Die beiden 19-Jährigen sollen laut Anklage am 9. Oktober acht Starlink-Antennen südlich von Sofia angezündet haben. Ihnen drohen nun Haftstrafen von drei bis zwölf Jahren. Der Leiter des bulgarischen Inlandsgeheimdienstes DANS, Plamen Tontschew, geht von Sabotage aus. Starlink ist ein strategisch wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg.

Das Nützliche zum Schluss

📚 Bücherfans unite 📚

Lesungen, Ausstellungen, Workshops, you name it – gibts alles ab heute am «Zürich liest».
© Zürich liest

Ein Tipp unter Bücherfreund:innen – wenn ich du wäre, würde ich hingehen: Heute startet in Zürich das Buchfestival «Zürich liest». Das diesjährige Programm ist satt und schön. Dich erwarten bis zum 25. Oktober insgesamt 262 Veranstaltungen an 123 Orten, die Liste ist vielfältig: Im Museum Strauhof in Zürich kannst du dir beispielsweise die Ausstellung «unlesbar» anschauen, die das «Unlesbare» als Ästhetik und als Herausforderung thematisiert.

In der GeschichtenBäckerei in Zürich gibts zum Beispiel einen Schreibkurs zu Kurzgeschichten mit Franz Kasperski, im Casinotheater Winterthur wartet mit «Schellen-Ursli» ein Musical für die ganze Familie. Oder wie wärs damit: Im Karl der Grosse erwartet dich eine Schreibwerkstatt für mehr schreibende Frauen auf Wikipedia und eine Lesung von Karosh Taha aus ihrem neuen Roman «Gulistan».

Klick dich mal durchs Programm, vielleicht ist auch was Tolles für dich dabei.

Love’n’Peace!
Merci fürs Lesen.
VANJA KADIC

Vanja Kadic

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

Du gibst ein Wort ein.

Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

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