Guten Morgen {{vorname}}
Was haben ein Zauberwürfel und AT1-Anleihen gemeinsam? Richtig, sie sind in etwa ähnlich kompliziert zu erklären und heute beide mehr oder weniger wichtige Key Player in unserem 6iBrief-Programm.
Neben Banken und bunten Würfeln widmen wir uns ausserdem dem Vorstoss für ein schärferes Waffenrecht.
Schweiz · Wirtschaft
«Lex UBS»: Das musst du zur Entscheidung des Ständerats wissen

Der Ständerat hat gestern zur Lex UBS abgestimmt, die Grossbank kritisiert den Entscheid. (Screenshot: Peter Schneider / Keystone)
Der Ständerat stimmte gestern über die Lex UBS ab und hat laut Bilanz mit 29 zu 16 Stimmen entschieden, dass die UBS ihre ausländischen Beteiligungen künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital absichern muss. Heute sind es laut 20 Minuten 45 Prozent.
Diese Regel soll die Schweiz nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse 2023 vor den Folgen einer erneuten Grossbankenkrise schützen: Der Bundesrat wolle mit der neuen Regulierung verhindern, dass eine systemrelevante Bank in einer Krise handlungsunfähig wird, sagte Finanzministerin Karin Keller-Sutter vor der Abstimmung in der kleinen Kammer, wie die NZZ berichtet. Als Nächstes muss sich der Nationalrat im Dezember mit der Vorlage befassen.
Der Ständerat entschied sich damit für strengere Regeln als von der Grossbank erhofft. Unter anderem stand die 50/50-Lösung zur Debatte – bei dieser wären Auslandsbeteiligungen mit hartem Kernkapital und AT1-Anleihen abgesichert worden (falls du dich fragst, was das ist, findest du hier die Erklärung).
Für die UBS ist der Entscheid eine Niederlage, sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Manuela Siegert. In einem Statement kritisiert die Bank: «Dieses politische Ergebnis ist kein Kompromiss und geht nicht auf die eigentlichen Ursachen des Zusammenbruchs der Credit Suisse ein.»
Die UBS sieht eine grosse Gefahr für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die 90-Prozent-Regel sei kein echter Kompromiss zum Vorschlag des Bundesrats, der sogar eine Unterlegung von 100 Prozent mit hartem Kernkapital verlangt.
Schweiz · Ausnahmebewilligungen
Parteiübergreifender Vorstoss: Nationalrätinnen wollen schärferes Waffenrecht

Von links: Die Nationalrätinnen Barbara Portmann (GLP), Maya Bally (Mitte), Linda De Ventura (SP), Anna-Béatrice Schmaltz (Grüne) und Patricia von Falkenstein (LDP) fordern restriktivere Ausnahmebewilligungen. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Christian Pfander)
«Warum darf eine Privatperson überhaupt ein Sturmgewehr besitzen?» Dieser Satz begegnete mir nach dem Amoklauf in Aarau am 30. August, bei dem eine Frau getötet und sechs Personen verletzt wurden, oft. Der Schütze feuerte mit einer Kalaschnikow. Die AKS-74 ist in der Schweiz seit 2019 grundsätzlich verboten, allerdings können die Kantone, die für die Einhaltung des Waffenrechts zuständig sind, eine Ausnahmebewilligung für den Kauf erteilen, schreibt der Tages-Anzeiger (Artikel noch nicht online). Die Ausnahmen sind für Sportschütz:innen und Waffensammler:innen vorgesehen.
Gemäss Recherchen der «NZZ am Sonntag» werden sie von den Kantonen heute aber «zu Tausenden» erteilt. Die Behörden bewilligten etwa im Kanton Zürich in den vergangenen sieben Jahren fast 20’000 verbotene Waffen.
Ein schärferes Waffenrecht soll dies ändern: Laut Tagi fordern Linda De Ventura (SP), Anna-Béatrice Schmaltz (Grüne), Barbara Portmann (GLP), Maya Bally (Mitte) und Patricia von Falkenstein (LDP) in einem parteiübergreifenden Vorstoss vom Bundesrat, dass Ausnahmebewilligungen künftig «restriktiver und nach einheitlichen, nachvollziehbaren Kriterien» erteilt werden. «Wir wollen dafür sorgen, dass Ausnahmen wieder Ausnahmen sind – und nicht zur Regel werden», sagt Maya Bally.
Eine weitere Forderung der fünf Nationalrätinnen ist, dass die Kantone «einheitliche Standards» bei der Führung ihrer Waffenregister erfüllen müssen.
Schweiz · Gewalt
Sadistische Netzwerke stiften zu Selbstverletzung an: Direktorin des Kinderschutzes ordnet ein

Regula Bernhard Hug, Direktorin von Kinderschutz Schweiz, sieht die Netzwerke als allgegenwärtige Gefahr im digitalen Raum. (Screenshot: Watson / Sabine Haehlen)
Eine neue Form der Onlinekriminalität macht sich in der Schweiz breit – wie eine gestern publizierte Recherche des Tages-Anzeigers zeigt, stiften sogenannte nihilistische Netzwerke wie «764» oder «1414» ihre Opfer auf sozialen Plattformen zur Selbstverletzung an. Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche, in der Schweiz wird derzeit in 20 Fällen ermittelt. Aber welche Warnzeichen sollten Eltern und Bezugspersonen erkennen und wie kann man Kids schützen?
Regula Bernhard Hug, Direktorin von Kinderschutz Schweiz, ordnet im Interview mit Watson ein. Sie bestätigt, dass auch bei ihrer Beratungs- und Meldestelle «mehrere Fälle» eingegangen sind, bei denen der Verdacht bestand, «dass ein Gewaltnetzwerk im Spiel ist».
«Ein Zeichen kann sein, wenn das Kind anderen oder Haustieren Schmerzen zufügt.»
Warnzeichen, die Eltern kennen sollten, können laut Bernhard Hug etwa Selbstverletzung sein: «Zwar bedeutet sie nicht automatisch, dass das Kind von einem Netzwerk kontaktiert wurde. Aber es zeigt, dass etwas nicht stimmt. Ein weiteres Zeichen kann sein, wenn das Kind anderen oder Haustieren Schmerzen zufügt. Oder Verhaltensänderungen, etwa wenn das Kind plötzlich die Plattform wechselt oder sich zurückzieht.»
Die Expertin sieht solche Gewaltnetzwerke als allgegenwärtige Gefahr im digitalen Raum, die aber nicht alle gleich betreffen. «Die Täter suchen gezielt nach Kindern, die sich im digitalen Raum verletzlich geäussert haben.»
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Zahl des Tages
4,27 Sekunden

Krass: Lian Yunzhi hat mit gerade einmal sechs Jahren einen Weltrekord aufgestellt. (Screenshot: Watson / Keystone)
Was hast du mit sechs Jahren gerne gemacht: draussen Versteckis gespielt oder Micky-Maus-Heftli gelesen? Tja, manche stellen als Sechsjährige bereits Weltrekorde auf: So etwa die Chinesin Lian Yunzhi aus Chengdu. Sie schaffte es bei einem Wettbewerb in Guangzhou im Durchschnitt in nur 4,27 Sekunden, einen Zauberwürfel zu lösen.
Das hat vor ihr noch kein Mädchen und auch keine erwachsene Frau geschafft, wie Watson berichtet. Bei einem Wettbewerb in Wuhan hatte die Sechsjährige bereits zuvor mit einer Zeit von 4,52 Sekunden eine Bestmarke für weibliche Teilnehmerinnen aufgestellt.
Zum ersten Mal spielte Lian mit vier Jahren mit dem Rubik's Cube und beherrscht heute mehr als 1300 Lösungsformeln, um den Würfel zu knacken. Aber dafür zahlte das Mädchen wohl auch seinen Preis: Pro Tag habe sie in den vergangenen zwölf Monaten zwei bis drei Stunden geübt. Ihre Familie ist für Unterricht bei einem spezialisierten Trainer (!) sogar extra nach Shanghai gereist.
Kurz-News
Schwere Schäden in der Landwirtschaft wegen Sommerhitze · Die Dürreperiode, Hitzewellen und Hagelschlag im Sommer haben in der Schweiz schwere Schäden in der Landwirtschaft hinterlassen. Vor allem die Trockenheit wirkte sich auf Sommerkulturen wie Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben, Sonnenblumen und Futterwiesen aus, schreibt SRF. Bis Ende September schätzt der Agrarversicherer «Schweizer Hagel» die Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen auf 59,2 Millionen Franken.
Schweiz bietet gute Bedingungen für Rentner:innen · Die Schweiz ist für Rentner:innen nach wie vor ein attraktives Land – obwohl sie im Global Retirement Index 2026 leicht abrutscht. Im internationalen Vergleich der französischen Investmentbank Natixis belegt die Schweiz Platz vier, letztes Jahr war es Platz drei. Das liegt laut Blick vor allem an der negativen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt und der erhöhten Arbeitslosenquote. Bei der Lebenserwartung belegen wir dafür den ersten Platz. Als beliebtestes Land für Rentner:innen wurde dieses Jahr Norwegen definiert.
ZFF steht in der Kritik · Heute startet in Zürich die 22. Ausgabe des Zurich Film Festival. Auf dem grünen Teppich werden Schauspieler:innen wie Willem Dafoe, Julianne Moore oder Naomi Watts erwartet (Mehr Infos hat Blick. Und bei annabelle gibts ein spannendes Interview mit Festival-Direktorin Reta Guetg, die erklärt, wie man die Stars nach Zürich holt.) Weil das ZFF laut NZZ kurzfristig den umstrittenen Dokumentarfilm «Naza» über Gaza ins Programm aufgenommen hat, kritisiert der Präsident des Vereins Fokus Israel und Nahost das Festival wegen Einseitigkeit.
International
Kolosseum nach tödlichem Sturz geschlossen · Im Kolosseum in Rom stürzte ein 22-jähriger Arbeiter zehn Meter in die Tiefe und starb. Der Mann war mit der Installation einer neuen Beleuchtungsanlage beschäftigt, als er das Gleichgewicht verlor und stürzte. Das berühmteste Denkmal Italiens wurde laut SRF vorübergehend für Tourist:innen geschlossen. Die Staatsanwaltschaft Rom leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt ein.
15 Jahre Haft für Harvey Weinstein · Harvey Weinstein ist wegen eines Sexualverbrechens aus dem Jahr 2006 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden, wie ZDFheute schreibt. Der ehemalige US-Filmproduzent sitzt bereits seit Jahren im Gefängnis: 2020 war er in New York zu 23 Jahren Haft verurteilt worden, doch das Verfahren wurde neu aufgerollt. 2025 gab es ein gespaltenes Urteil und Weinstein wurde in einem von drei Anklagepunkten schuldig gesprochen.
🔧 Nützliches des Tages
Ein Buchtipp zum Schluss

Aktuelle Lektüre: «Kitchen Confidential» von Anthony Bourdain. (Foto: Bloomsbury Academic)
Kaum eine TV-Persönlichkeit war cooler als Anthony Bourdain. Ich mag seine bodenständige Art, den bösen, ironischen Humor und seine Offenheit und Neugier auf die Welt. 2018 ist der amerikanische Autor, Koch und Reisejournalist verstorben. Erst jetzt habe ich angefangen, seine berüchtigten Memoiren «Kitchen Confidential» (2000) zu lesen.
Ich bin noch nicht fertig, aber kann es dir jetzt schon ans Herz legen, wenn du an Essen, Genuss und einem ungeschönten Blick hinter die Kulissen der Gastrobranche interessiert bist.
Parallel dazu lohnt es sich, eine seiner Serien «Parts Unknown» (2013–2018) oder «No Reservations» (2005–2012) zu bingen. Zuzuschauen, wie Bourdain kettenrauchend, mürrisch und in Lederjacke die Welt bereist und Land und Leute kennenlernt, ist eine Wonne. Und falls du immer noch nicht genug hast: In den USA lief gerade das Biopic «Tony» an. Für die Schweiz gibts leider noch kein Kinostartdatum, aber immerhin kannst du dich schon mal darauf freuen. Das Schlusslicht der heutigen Empfehlung bildet mein Lieblings-Bourdain-Meme:

Er liebte Käfele: Bourdain being Bourdain. (Foto: Das Internet)
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Bis morn 🌞
Vanja
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