Elio Donauer Vanja Kadic Simon Jacoby
ELIO DONAUER VANJA KADIC SIMON JACOBY

Guten Morgen {{vorname}}
«Zu schön, um wahr zu sein» – die Bedeutung dieses Ausdrucks mussten zwei junge Männer aus dem Kanton Waadt auf bittere Weise lernen. Für Gratis-Ferien in Thailand sollten sie einen Koffer voller iPhones von Phuket in die Schweiz bringen. Im Koffer waren aber keine Smartphones. Und am Schluss wurden die Jugendlichen verhaftet.

Mehr zu diesem Fall und zu den Ausschreitungen in Zürich, die in der Politik Wellen schlagen, liest du weiter unten.

Schweiz · Vorwürfe

Nach Gewalt am Zürcher Hardplatz: Bürgerliche Politiker:innen kritisieren linke Parteien

Die Gewalttaten vom Wochenende in Zürich sorgen für Diskussionen in der Politik. (Screenshot: Tsüri / Elio Donauer)

Die Auflösung einer illegalen Party beim Zürcher Hardplatz am frühen Sonntagmorgen und die massive Gewalt, die danach folgte, waren gestern bereits Thema im 6iBrief. Die Ermittlungen laufen und nach wie vor sei niemand verhaftet worden, schreibt SRF.

Die Polizei spricht von gezielten Angriffen mit Feuerwerksraketen und geht davon aus, dass die Raketen bereits vor der Eskalation deponiert worden waren. Wer die Party organisierte, ist noch unklar, schreibt der Tagi. Nicht bestätigt ist, dass es einen Zusammenhang mit dem Fussballspiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Thun gibt.

In der Politik sorgen die Ausschreitungen für Diskussionen: Bürgerliche Politiker:innen werfen linken Parteien vor, die Gewalt zu dulden, wie Tsüri und 20 Minuten berichten.

FDP-Gemeinderätin Martina Zürcher sei «entsetzt über diese Gewaltbereitschaft». Die Präsidentin der Sachkommission Sicherheitsdepartement/Verkehr sagt: «Solange ein Teil der Politik solche Gewalttaten verharmlost und duldet, wird sich die Situation nicht bessern.» Zürcher richtet ihre Kritik insbesondere an die linken Parteien.

SP und Grüne wehren sich gegen die Kritik aus dem bürgerlichen Lager. So stellt etwa SP-Gemeinderätin Nina Eggenschwiler, Mitglied der Sachkommission Sicherheitsdepartement/Verkehr, klar: «Ich finde es krass, wie das ausgeartet ist, und kritisiere die Gewalt scharf.»

Schweiz · Prognose

Bis 2035 werden mehr Studierende und weniger Primarschüler:innen erwartet

In der Schweiz dürfte es in den nächsten Jahren mehr Studis geben und weniger Primarschüler:innen. (Screenshot: SWI swissinfo / Keystone-SDA)

Die Zahl der Hochschulstudierenden steigt in den nächsten neun Jahren in der Schweiz um mehr als 20 Prozent. Dies zeigen zumindest Berechnungen des Bundes, wie SWI swissinfo.ch berichtet. Gleichzeitig soll es ab 2029 bis 2035 infolge des Geburtenrückgangs weniger Primarschüler:innen geben. Auch diese Erkenntnis geht aus den am Montag vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Bildungsszenarien 2026 bis 2035 hervor.

Aber Obacht: Das BFS betont, dass die Ergebnisse wegen unklarer Geburten- und Zuwanderungszahlen mit Unsicherheiten behaftet sind.

Die Prognose ist trotzdem spannend. So sinken seit 2022 die Geburtenzahlen, weshalb die Zahl der Primarschüler:innen zwischen 2027 und 2028 einen Höhepunkt erreichen und bis 2035 um acht Prozent sinken dürften, lautet der Ausblick des BFS.

In der höheren Berufsbildung wird ein Anstieg um 17 Prozent auf 41’300 Studierende an höheren Fachschulen erwartet. Mit einer Zunahme um 21 Prozent gegenüber 2026 rechnet der Bund bis 2035 an den Universitäten, Fachhochschulen sowie den pädagogischen Hochschulen. Laut Berechnungen werden 305’000 Studierende auf Bachelor- und Masterstufe erwartet.

Die Hauptgründe dafür seien das Bevölkerungswachstum und die Zunahme ausländischer Studierender: Bis 2035 rechnet das Bundesamt für Statistik laut SRF mit über einem Drittel mehr ausländischen Studierenden auf Masterstufe.

International · Drogenschmuggel

Für Gratis-Ferien in Thailand:
Schweizer Jugendliche fielen auf Drogenmasche rein

Die beschlagnahmten Koffer am Flughafen von Phuket: Zwei Schweizer Jugendliche dachten, sie transportieren iPhones – es war Cannabis. (Screenshot: RTS)

Die Geschichte liest sich wie ein Krimi: Zwei Waadtländer, 18 und 19 Jahre alt, reisen für zwei Wochen Gratis-Ferien nach Thailand. Die beiden wurden mit dem Versprechen über Snapchat angeworben, dass ihnen die Reise samt Flug, Hotel und 600 Franken Taschengeld bezahlt werde.

Für ein zusätzliches Honorar von 8000 Franken müssten sie einfach einen Koffer in die Schweiz bringen, in dem sich angeblich iPhones befanden, schreibt 20 Minuten. Doch wie RTS berichtet, befanden sich im Koffer statt Smartphones 16 Kilogramm Cannabis.

Die beiden reisten Mitte Juli nach Phuket und verbrachten dort Ferien am Strand. Einen Tag vor der Rückreise wurden sie von ihrer Kontaktperson aufgefordert, ihre Koffer an der Hotelrezeption abzugeben. Als sie das Gepäck wieder abholten, war dieses ausgetauscht worden. Am Flughafen von Phuket führten Polizisten sie zur Zollkontrolle, wo sie in den Koffern auf die Drogen stiessen. Die beiden wurden verhaftet.

Einer der Jugendlichen konnte nach einer Zahlung von rund 18’000 Franken ausreisen. Der andere junge Mann sitzt in Thailand in Haft und erwartet einen Prozess. Traurig: Dessen Mutter konnte die für seine Freilassung verlangten rund 4000 Franken nicht rechtzeitig beschaffen. Sie arbeitet laut SRF in einer Fabrik, verdient 4800 Franken pro Monat und musste für die Anwaltskosten Geld leihen und Lohnvorschüsse beantragen.

Zahl des Tages

10,25 Prozent

Neue Studie der Uni Zürich: Die weibliche KI verdiente weniger als ihr männlicher «Kollege». (Screenshot: Tages-Anzeiger / Imago)

Eine spannende Studie der Uni Zürich zeigt, wie tief wir eine gewisse Voreingenommenheit und Vorurteile in uns tragen, teilweise unbewusst. So zeigt sich die Gender-Pay-Gap sogar bei Tätigkeiten, die von künstlicher Intelligenz ausgeführt werden. Das haben Forschende der Universitäten Zürich und Limerick sowie der französischen SKEMA Business School in einer Studie herausgefunden.

Das Experiment lief so: 189 Versuchspersonen wurden in ein Virtual-Reality-Büro versetzt. Der Tages-Anzeiger schreibt, dass die Personen berufliche Aufgaben mit verschiedenen KI-Assistenten bearbeiteten. Diese traten teils als einfache «Tischroboter» oder Chatbots auf, teils als menschenähnliche Agenten mit männlichem oder weiblichem Erscheinungsbild. Am Schluss sollten die Studienteilnehmenden echtes Geld für die gemeinsam erbrachte Arbeitsleistung zwischen sich und der KI aufteilen.

Na, was meinst du, was passiert ist?

Die weiblich präsentierte KI «Johanna» wurde für exakt dieselbe Arbeit um 10,25 Prozent geringer entlohnt als der männlich auftretende Agent «Johan». Obwohl beide identische Fähigkeiten besassen. Und, ebenfalls interessant: «Johanna» wurde weniger menschlich wahrgenommen als die männlich dargestellte KI.

Obwohl die meisten Teilnehmenden angaben, dass ihnen das Geschlecht einer KI gleichgültig sei, deutete ihr Belohnungsverhalten auf das Gegenteil hin.

Kurz-News

Swiss Helicopter: Überschreitung von Flugkontingent · Im Berner Oberland soll das grösste Helikopterunternehmen der Schweiz Swiss Helicopter jahrelang mehr Flüge durchgeführt haben, als für den Flugplatz erlaubt, wie Watson schreibt und die Tamedia-Zeitungen berichten. Anwohnende hatten für das Jahr 2025 rund 5000 Flugbewegungen mehr als zulässig gezählt. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat nun ein Verwaltungsstrafverfahren gegen den Flugplatzleiter eröffnet.

Mann stirbt bei Wanderunfall in Bex VD · Am Sonntag ist ein 30-jähriger Wanderer bei Bex VD bei einem Sturz in die Tiefe gestorben. Wie Nau berichtet, ist der Franzose in der Nähe des Gipfels der Dent Rouge rund 300 Meter in die Tiefe gestürzt. Die Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen. Er war am Morgen mit zwei weiteren Personen zu einer Wanderung aufgebrochen, die selbstständig nach Les Plans-sur-Bex zurückkehren konnten. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet.

WhatsApp-Nachrichten nach Datenleck an Ricardo-Kund:innen · Nach einem Hackerangriff auf Ricardo erhalten Kund:innen des Online-Marktplatzes nun betrügerische WhatsApp-Nachrichten. Wie die Aargauer Zeitung berichtet, erbeuteten Kriminelle bei der Cyberattacke persönliche Daten von rund 890'000 Nutzerkonten. Per WhatsApp verschicken Unbekannte nun täuschend echte Phishing-Nachrichten. (Wie du dich in diesem Fall schützen kannst, liest du zum Beispiel bei Blick.)

International

Lebensmittelmarkt in Paris abgebrannt · Der Marché des Enfants Rouges war der älteste überdachte Lebensmittelmarkt von Paris und stand seit 1982 unter Denkmalschutz. In der Nacht auf Montag wurde die Markthalle in der französischen Hauptstadt durch ein Feuer fast vollständig zerstört, schreibt der Spiegel. Rund 150 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Ursache für den Brand war zunächst unklar. Laut Bürgermeister Ariel Weil verloren etwa 20 Händler:innen ihre Stände.

Cyberangriff auf Kühlanlagen in Westeuropa · Hacker haben sich in der Nacht auf Montag Zugriff auf Hunderte Kühlschränke in französischen Supermärkten verschafft: In einer Cyberattacke aktivierten Unbekannte laut der Pariser Staatsanwaltschaft bei den Kühlanlagen die automatische Abtaufunktion. So heizten sie die Kühl- und Gefrierschränke auf über 50 Grad auf, wie The Guardian berichtet. Gemeldet wurden Brände und Lebensmittelverluste. Auch Supermarktketten in Belgien und den Niederlanden seien laut Blick betroffen.

🔧 Nützliches des Tages

Cheese!

Nicht ganz so nostalgisch wie ein echter Fotoautomat, aber die Idee ist herzig: My Sketch Booth. (Foto: My Sketch Booth)

Es sind die kleinen Dinge, die das Leben schön machen, nicht? Brot und Butter, ein frisch angezogenes Bett. Oder der Duft von Sommerregen. Und Fotos aus dem Fotoautomaten! Ich liebe die Dinger, vielleicht du ja auch – dann könnte dir die Seite My Sketch Booth ebenfalls gefallen.

Die Webseite ist quasi eine virtuelle Photobooth. Suche aus, welchen Rahmen deine Föteli haben sollen, ob du sie schwarzweiss oder farbig willst. Setz dich in den digitalen Fotoautomaten und erhalte nach vier Sekunden deinen Fotostreifen.

Herzig als kleine Spielerei zwischendurch, als Fotoautomat-Station an deiner nächsten Homeparty oder wenn du dein Göttikind bespassen willst. Grosses Plus: Die Fotos erhältst du garantiert ohne den klassischen Geruch von faulen Eiern. 🤠

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Ok tschüss und bis morn ✨

Vanja

Reply

Avatar

or to participate