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Drohen auch bei uns Schulblockaden wie jene in Frankreich? Die Kantonspolizei Wallis will es zumindest nicht riskieren und warnte Schweizer Schüler:innen nun vor Protestaufrufen. Wie das ankam (Spoiler: nicht gut) und wie brenzlig die Lage in Frankreich ist, liest du weiter unten.

Wir widmen uns heute ausserdem einem spannenden Themenbouquet, bestehend aus der Frage nach Guy Parmelins Nachfolge (ja, schon wieder), Cybersicherheit und dem crazy Pouletverzehr in der Schweiz.

Schweiz · Politik

Bundesrat Guy Parmelin will einen «Generationenwechsel» nach seinem Abgang

Bundesrat Guy Parmelin gab am Freitag seinen Rücktritt nach elf Jahren im Amt bekannt. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Peter Klaunzer / Keystone)

Schon gestern beschäftigten wir uns an dieser Stelle mit der Frage, wer Guy Parmelins Nachfolge antritt. Bis zum 23. Oktober müssen die jeweiligen Kantonalparteien ihre Nominationen bei der SVP Schweiz einreichen. Und es werden bereits zahlreiche Favoriten als Nachfolger:innen genannt – etwa die St. Galler Ständerätin Esther Friedli, die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli und die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz.

Auch der abtretende Bundesrat selbst verwies im Interview mit den Zeitungen von CH Media auf die drei Frauen, die zwischen 45 und 49 Jahre alt und damit rund 20 Jahre jünger als er sind. Parmelin: «Ich denke, es ist Zeit für einen Generationenwechsel.» Und weiter: «Das ist eine andere Generation. Aber auch sie hat Erfahrung und macht Politik.» Er störte sich daran, dass bei möglichen Kandidatinnen noch immer Vorurteile bestünden, schreibt BlueNews. Fragen wie «Wer kümmert sich um die Kinder?» seien Ausdruck eines «alten, sehr konservativen Denkens».

Wie der Tages-Anzeiger ausserdem berichtet, verzichten die Grünen diesmal auf eine Kandidatur gegen den SVP-Bundesratssitz. Fraktionschefin Greta Gysin begründet dies mit aussichtslosen Machtverhältnissen im Bundeshaus – im nächsten Jahr wollen die Grünen einen FDP-Sitz erobern.

Schweiz · Sicherheit

Cyberrisiken in der Schweiz: Tausende Computer sind ungeschützt erreichbar

In Sachen Cybersicherheit herrschen in der Schweiz erhebliche Sicherheitsmängel. (Foto: Unsplash / Christopher Gower)

In der Schweiz gibt es erhebliche Lücken in der Cybersicherheit. Das hat die Analyse einer österreichischen Firma ergeben, die die Schweiz mit Österreich verglich, berichtet die Branchenplattform Persönlich. Krass: In der Schweiz sind tausende Computer über das Internet ungeschützt erreichbar. Bei jedem vierten Windows-Fernzugang gelangen Angreifer:innen ohne Hürde bis zum Anmeldebildschirm.

In der Schweiz gilt seit dem 1. Oktober 2025 die Meldepflicht für Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen. Die Firma Risikomonitor teilte gestern mit, dass eine Analyse dieser Meldungen nun «erhebliche Sicherheitsmängel» aufzeige. Heisst konkret: 6431 Windows-Fernzugänge stehen insgesamt offen im Netz – bei 1458 dieser Systeme baue das System eine Sitzung für jeden Anrufer auf, ohne davor eine Anmeldung zu verlangen.

Die Schweiz betreibe mehr als doppelt so viele Fernzugänge wie Österreich – und schneide damit im Vergleich schlecht ab. Auch bei der Quote der ungeschützten Zugänge, die bei uns laut Nau mit 27,1 Prozent höher ist als in Österreich (20,5 Prozent). Die Ursache dafür: Standardeinstellungen der Internetanbieter und veraltete Systeme. Die Firma rät, Fernzugänge hinter einem VPN-Zugang zu verstecken und Mehrfaktor-Authentifizierung einzurichten.

Auch die Studie des VZ VermögensZentrum in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern warnt vor drohenden Cyberrisiken, schreibt Watson. Demnach unterschätzen viele KMU das Risiko.

International · Schüler:innenproteste

Proteste in Frankreich: Walliser Polizei warnt vor Schulblockaden in der Schweiz

Ein 15-Jähriger verlor bei einem Schülerprotest in Lens (FR) eine Hand. (Screenshot: ZDFheute)

Seit Wochen wüten in Frankreich landesweit teils gewaltsame Proteste von Schüler:innen gegen Lehrer:innenmangel, Unterrichtsausfälle und schlechte Zustände an Schulen (worum es geht, liest du etwa bei SRF).

Am Wochenende hat die Kantonspolizei Wallis laut 20 Minuten auf Social Media Schweizer Schüler:innen davor gewarnt, wie in Frankreich zu Schulblockaden aufzurufen und keine Mobilisierungsaufrufe weiterzuverbreiten. Die Polizei warnt vor «schwerwiegenden Folgen».

Die Aktion sorgte im Netz für Kritik. Die Juristin Meriam Mastour kritisierte den Beitrag ebenfalls. Es gehe schlicht darum, einzuschüchtern, und die Polizei sei nicht befugt, gegen Aufrufe zu Demonstrationen vorzugehen. «Dieses Vorgehen wirft Fragen auf, insbesondere zum Recht zu demonstrieren und zur Meinungsfreiheit», sagt Mastour.

Die Walliser Kantonspolizei erklärt, sie habe «Aufrufe zur Blockade mehrerer Orientierungsschulen im französischsprachigen Wallis festgestellt». Die Veröffentlichung richte sich «weder gegen die Äusserung einer politischen Meinung noch gegen Unterstützungs- oder Solidaritätsbekundungen».

In Frankreich spitzt sich derweil die Lage zu: Bei einem Schülerprotest in Lens wurde einem 15-Jährigen durch eine Polizeigranate die Hand abgerissen. Gestern Mittag waren laut Tages-Anzeiger 413 der 3700 Schulen im ganzen Land blockiert. Für heute haben laut ZDFheute zahlreiche Organisationen zu einem weiteren grossen Protesttag aufgerufen. In der vergangenen Woche wurden 5000 Menschen im Zusammenhang mit den Protesten festgenommen.

Zahl des Tages

16,5 Kilo

Protein-Inspo aus Bangkok: Na, gibt es Poulet-Smoothies vielleicht auch bald bei uns? Wir lieben schliesslich Hühnerfleisch und der Konsum ist drastisch angestiegen. (Foto: Privat)

Manchmal fällt mir wieder ein, dass Menschen ihren freien Willen dazu nutzen, Poulet in ihre Smoothies zu mischen. So gesehen neulich bei der WOZ und im realen Leben auf dem Menü eines Smoothie-Shops in Bangkok. Mmmh, fein!

In der Schweiz ist mir ein Hühnerfleisch-Smoothie noch nie begegnet – aber lange dürfte es nicht mehr dauern, denn der Poulet-Konsum ist bei uns jetzt schon immens. Konkret hat der Konsum von Pouletfleisch in den letzten 25 Jahren laut SRF um satte 83 Prozent zugenommen und liegt bei jährlich 16,5 Kilo pro Person.

Das macht Poulet laut dem Branchenverband Proviande nach dem Schweinefleisch zum zweitbeliebtesten Fleisch der Schweizer Bevölkerung. Spannend: Während der Konsum von Poulet in den letzten 25 Jahren rasant zunahm, blieb der aller anderen Fleischsorten entweder gleich oder ist gesunken.

Doch die Schweizer Produktion kommt wegen der hohen Nachfrage unter Druck: Die inländische Produktion deckt laut dem Schweizerischen Bauernverband nur 62 Prozent des Konsums. (Zum Vergleich: Die Selbstversorgung bei Kalbfleisch erreicht 97 Prozent und bei Schweinefleisch 95 Prozent). Letztes Jahr importierte die Schweiz fast 50’130 Tonnen Pouletfleisch.

Kurz-News

Ehemaliger Zürcher SVP-Nationalrat Hans Egloff ist tot · Hans Egloff, ehemaliger Zürcher SVP-Nationalrat und langjähriger Präsident des Hauseigentümerverbandes (HEV), ist gestorben. Laut Nau sei der Tod des 66-Jährigen unerwartet gekommen, wie der HEV mitteilte. Der verstorbene SVP-Politiker gehörte von 1995 bis 2011 dem Kantonsrat an, politisierte von 2011 bis 2019 im Nationalrat und engagierte sich laut NZZ bis zu seinem Tod im HEV.

Kaltfront erreicht am Donnerstag die Schweiz · Ab Mittwoch erstreckt sich eine Wolkendecke über die ganze Schweiz, schreibt Watson. Abkühlung und Regen verspricht laut SRF Meteo eine Kaltfront, die am Donnerstag die Schweiz erreicht: Es kommt verbreitet zu kräftigen und anhaltenden Niederschlägen und in den Bergen fällt Schnee. Im Norden sinkt die Schneefallgrenze von 2800 Metern auf rund 1500 Meter. Am Freitagvormittag sind letzte Flocken bis 1200 Meter möglich. Hinter der Kaltfront sinken die Höchsttemperaturen im Flachland auf rund 16 Grad.

Tamedia entlässt 41 Personen · Erneute Hiobsbotschaft für die Schweizer Medienlandschaft: Tamedia baut 34 Vollzeitstellen ab, wie der Verlag gestern mitteilte. Betroffen sind 41 Mitarbeitende: davon 30 Vollzeitstellen in der Publizistik und vier am Print-Desk. Betroffen sind die News-Redaktionen in Zürich, Bern, Basel, Lausanne und Genf. Den Abbau begründet Tamedia mit ihrer «laufenden Transformation». Die Gewerkschaft Syndicom kritisiert die Reorganisation «scharf», schreibt Persönlich. Mehr dazu bei Tsüri.ch.

International

Nach Tod in Sibirien: USA beobachten Pestfall · Nach einem mutmasslichen Zwischenfall in einem Pestforschungsinstitut in Irkutsk, Sibirien, ist vergangene Woche eine russische Laborantin gestorben. Die 28-Jährige wurde während der Arbeit krank und starb zwei Tage später. Die Ursache ist laut Spiegel aber unklar. Die US-Regierung beobachtet die Entwicklung «sehr genau», teilte US-Aussenminister Marco Rubio mit, der unter Berufung auf russische Angaben sagte, es scheine, als habe sich eine Person im Labor infiziert. (Mehr Hintergründe zu diesem Fall etwa bei SRF oder BBC.)

Maschine der British Airways sinkt um 8500 Meter ab · Eine Boeing der British Airways auf der Strecke von London nach Chicago verlor laut The Guardian über Irland plötzlich an Höhe und kehrte nach Heathrow zurück. Die Maschine sank wegen eines technischen Problems in kürzester Zeit um 8500 Meter. Die Pilot:innen setzten den Notrufcode 7700 ab und flogen zurück zum Flughafen London Heathrow. Die Passagiere konnten das Flugzeug normal verlassen, teilte die Fluggesellschaft mit.

🔧 Nützliches des Tages

No risk, no fun

«Bestiaria» von Karen y Los Remedios erscheint am Freitag.
(Screenshot: Instagram / karenylosremedios / Z.A.M.P.A)

Musiktipps sind in etwa so riskant, wie jemandem Parfum zu schenken: Kann ein Volltreffer sein, kann aber auch so gar nicht ankommen. Ich versuche es heute trotzdem und möchte dir sanft, aber bestimmt die mexikanische Band Karen y Los Remedios ans Herz legen.

Am Freitag erscheint das neue Album «Bestiaria» und ich freue mich schon sehr darauf. Seit ich Karen y Los Remedios letztes Jahr an einem Stadtfest in Lausanne live gesehen habe, bin ich Fan ihres Sounds (Cumbia mit psychedelischen Elementen). Die erste Single «Curandera» verspricht schon mal Gutes.

Was bei mir gerade ebenfalls auf Dauerschleife läuft: «Los Ojos Del Cóndor» – das Album von Hermanos Gutiérrez, das gerade erschienen ist.

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

  • Du gibst ein Wort ein.

  • Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.

  • Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

  • Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

Bis dann 🌞

Vanja

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