Guten Morgen {{vorname}}
In meinen Notizen zum heutigen Programm steht: «Cybersicherheit, beschissen». Das ist unfein ausgedrückt, sorry. Aber ich lasse es einfach mal so stehen.
Etwas eloquenter als diesen Teaser beschreibe ich dir die Neuigkeiten zur Bundesratswahl – es gibt nämlich einen neuen offiziellen Kandidaten – und die News zu den verletzten Persönlichkeitsrechten von Postfinance-Kund:innen. Zum Schluss gibts noch etwas Kuschliges.
International | Cybersicherheit
PHP-Sicherheitslücke bedroht weltweit Millionen von Webseiten

Wegen der PHP-Sicherheitslücke sind weltweit Webseiten bedroht. Auch in der Schweiz.
© Blick / Dukas
In den vergangenen Tagen erzählte ich dir immer wieder von Cyberangriffen, etwa vom Datenklau bei der Softwarefirma PK Softech. Heute gibts erneut eine befremdliche News zum Thema Cybersicherheit: Eine gravierende PHP-Sicherheitslücke bedroht weltweit Millionen von Webseiten – auch in der Schweiz, wie SRF, die NZZ, Watson oder Blick berichten.
Wenn Webseiten, Onlineshops und Nachrichtenportale die Programmiersprache PHP verwenden, auf der laut SRF ein Grossteil des Internets (!) basiert, sind sie derzeit weltweit angreifbar.
Von vorne: Weltweit sind Hunderte Webseiten offline. Dies, weil zwei kritische Sicherheitslücken in der Programmiersprache PHP Hackern ermöglichen, ohne Anmeldung Schadcode auf betroffenen Servern auszuführen. Behörden, Unis oder Spitäler haben deshalb in Ländern wie Deutschland, Finnland und den Niederlanden Webseiten vom Netz genommen.
Und auch in der Schweiz wurden vorsorglich Webseiten abgeschaltet – jene der Universität Genf und jene der EPFL Lausanne waren am Mittwochabend nicht aufrufbar. Der Kanton Basel-Stadt hat seine kantonalen Webseiten präventiv heruntergefahren. Der Bund fordert Nutzer:innen auf, «betroffene Systeme unverzüglich zu aktualisieren».
Das kannst du jetzt auf Empfehlung des Bundesamts für Cybersicherheit (BACS) tun: Prüfe die betroffenen Systeme auf «ungewöhnliche Anfragen, Abstürze, veränderte Dateien und unerwartete Prozesse» und aktualisiere sie unverzüglich. Dies gilt neben Webservern auch für «Anwendungen und Geräte, die PHP als integrierte Komponente verwenden», heisst es in der Meldung des BACS.
Installiere Updates und bestätige dir bei Hosting-Angeboten und Herstellerprodukten die Behebung. Eine genaue Anleitung bietet etwa 20 Minuten.
Schweiz | Bundesratswahlen
SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann will Bundesrat werden

Der Solothurner SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann will Parmelins Nachfolger werden.
© SRF / Tagesschau
Nach der Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz ist nun eine zweite offizielle Kandidatur für die Nachfolge von Guy Parmelin bekannt: Der Solothurner SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann stellt sich als offizieller Kandidat für die Wahl zum Bundesrat zur Verfügung. Seine Kandidatur teilte er laut der Tagesschau an einer Medienkonferenz in Solothurn mit.
«Ich bewerbe mich um diesen Sitz», sagte Wyssmann vor der Presse. Ein Amt als Bundesrat sei kein Preis für eine zurückgelegte Laufbahn, es sei «ein Dienst an unserem Land und an der Bevölkerung», erklärte Wyssmann. Sein Ziel: Er wolle sich für den Mittelstand einsetzen und laut Watson das Vertrauen in den Staat und die Institutionen «wiederherstellen». «In den letzten 30 Jahren wurden unsere Institutionen viel zu häufig von Geschäftemachern, Ideologen oder Gescheiterten aus der Privatwirtschaft missbraucht», sagte er.
Sich selbst bezeichnete Wyssmann als «regierungskritischen Rechtsanwalt»: So hat er in der Vergangenheit mehrfach Entscheide der Solothurner Behörden rechtlich bekämpft und war massgeblich daran beteiligt, dass der Bund die Covid-Impfstoffverträge offenlegen musste.
Der Rechtsanwalt und Notar Wyssmann (SVP) ist seit Dezember 2023 für den Kanton Solothurn im Nationalrat, wo er sich laut 20 Minuten als scharfer Kritiker der Covid-Impfpolitik des Bundes hervorgetan hat. Von 2017 bis 2023 war er auch im Solothurner Parlament, dem Kantonsrat.
Schweiz | Stimmabdrücke
Gerichtsentscheid: Postfinance verletzte Persönlichkeitsrechte ihrer Kund:innen

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass Postfinance keine Stimmabdrücke ohne Einwilligung erstellen darf. © Tages-Anzeiger / Imago
Die Postfinance hat Stimmabdrücke anrufender Kund:innen erstellt – ohne ausdrückliche Zustimmung. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, rügt das Bundesverwaltungsgericht dieses Vorgehen: Die Postfinance muss für die Erstellung von Stimmabdrücken die ausdrückliche Einwilligung der Betroffenen einholen. Für Stimmabdrücke, die bereits erstellt wurden, muss die Postfinance eine nachträgliche Zustimmung einholen, wie das Bundesverwaltungsgericht entschieden hat.
Seit 2018 erfasst Postfinance Stimmabdrücke von anrufenden Kund:innen zu Authentifizierungszwecken. Personen, die dies nicht wünschten, mussten dies aktiv mitteilen.
Das Bundesverwaltungsgericht hat nun entschieden, dass es nicht genügt, die Kund:innen darüber zu informieren und ihnen die Möglichkeit einer nachträglichen Löschung zu bieten – dies stelle keine ausdrückliche Zustimmung dar und sei eine Persönlichkeitsverletzung. Die Bank hat laut Watson bis zum 15. Februar 2027 Zeit, die Daten ohne Zustimmung zu löschen.
Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) könnte ebenfalls betroffen sein: Auch sie erstellt biometrische Stimmabdrücke ihrer Kunden, wie die Aargauer Zeitung berichtet. Nach jedem Anruf mit mindestens 60 Sekunden Sprechzeit wird ein solcher Stimmabdruck angelegt. Kund:innen, die das nicht wollen, müssen nachträglich die Löschung verlangen. Die ZKB reagierte gegenüber der Aargauer Zeitung und gab an, das jüngste Urteil sorgfältig prüfen zu wollen.
Zahl des Tages
2,8 Grad

Prognose zur Erderwärmung: Gemäss Bericht des UN-Umweltprogramms kann es die Welt nicht mehr vermeiden, die 1,5-Grad-Grenze zu überschreiten. © Tagesschau
Extreme Hitzewellen, Überschwemmungen, Waldbrände: Die Erderwärmung schreitet weiter voran und die Folgen sind fatal. Laut Berechnungen des aktuellen Emissions Gap Report des UN‑Umweltprogramms UNEP steuern wir im schlechtesten Fall auf eine Erderwärmung von 2,8 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bis Ende des Jahrhunderts zu, schreiben die Tagesschau und die Zeit.
«Diejenigen, die am wenigsten dafür verantwortlich sind, leiden als Erste und am schlimmsten», sagt UN-Generalsekretär António Guterres. Deshalb sei es wichtig, die Überschreitung des 1,5-Grad-Limits, auf das sich die Weltgemeinschaft 2015 auf der Weltklimakonferenz in Paris einigte, so gering wie möglich zu halten. Denn jeder Bruchteil eines Grades über 1,5 Grad erhöhe das Risiko für Naturkatastrophen wie Fluten, Hitzewellen und Waldbrände, wie sie in diesem Jahr viele Länder erlebt hätten, sagte Inger Andersen, Leiterin des Umweltprogramms.
Die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels sei nicht mehr realistisch. Aber im Optimalszenario könne die Erwärmung Mitte des Jahrhunderts auf 1,7 bis 1,8 Grad steigen und bis 2100 wieder auf 1,5 Grad zurückgebracht werden. Nur: Ohne sofortiges Handeln werde es schnell unmöglich, die Erwärmung bei maximal 1,7 bis 1,8 Grad zu halten, heisst es im Bericht.
Problematisch ist, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen sich «auf Rekordstand» befinden. Die gute Nachricht ist, dass es möglich ist, diese zu senken: «Die Fortschritte der letzten Jahre beweisen, dass es nach wie vor möglich ist, die Treibhausgase runterzubringen», sagt Andersen. Denn die weltweiten Kapazitäten im Bereich erneuerbarer Energien und Stromerzeugung seien seit 2015 gewachsen.

Kurz-News
Schweiz
Verheiratete können wieder Doppelnamen tragen
Ab dem 1. Januar 2027 können verheiratete Paare in der Schweiz wieder einen Doppelnamen verwenden, wie Nau berichtet. Dieser war 2013 abgeschafft worden. Wie der Bundesrat gestern mitteilte, können Ehepaare ab nächstem Jahr wieder einen Doppelnamen mit oder ohne Bindestrich tragen – für Kinder bleibt ein Doppelname auch weiterhin ausgeschlossen. Auch bereits verheiratete Personen können nun laut den vom Bundesrat beschlossenen Änderungen ab 2027 beim Zivilstandsamt einen amtlichen Doppelnamen beantragen.
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Auslöser für tödliche Schlägerei in Tuggen SZ waren Hitlergrüsse
Nachdem ein 27-jähriger Mann in der Nacht auf Sonntag in Tuggen (SZ) nach einer Schlägerei an der Afterparty eines Konzerts starb, informierte nun die Staatsanwaltschaft Kanton Schwyz näher über den Fall: Laut Watson kam es mutmasslich wegen gezeigter Hitlergrüsse zur Auseinandersetzung. Beteiligt waren fünf bis zehn Personen, wie die Behörde mitteilte. Mehrere Anwesende hätten davor an der Party den Hitlergruss gezeigt. Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung werde nun gegen mehrere Personen ermittelt.
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Tox Info: Chemie- und Pharmaindustrie sollen mitfinanzieren
Die nationale Auskunftsstelle für Vergiftungen (Tox Info) soll nicht ausschliesslich durch die öffentliche Hand finanziert werden. Der Bundesrat will die Industrie nun mithilfe von Gesetzesanpassungen dazu zwingen, Tox Info Suisse mitzufinanzieren, wie SRF berichtet. Die chemische und pharmazeutische Industrie sei laut Bundesrat nicht bereit, die Auskunftsstelle auf freiwilliger Basis dauerhaft substanziell zu unterstützen. Mit Anpassungen des Chemikaliengesetzes und des Heilmittelgesetzes sollen die beiden Industriezweige Chemie und Pharma jetzt aber zur Mitfinanzierung verpflichtet werden.
International
Macron warnt, Meloni droht mit hartem Vorgehen
Nach den Protesten und schweren Ausschreitungen in Frankreich wandte sich der französische Präsident Emmanuel Macron an Personen, die am Wochenende an weiteren Demonstrationen «Chaos anrichten» wollen. «Sie werden daran gehindert werden», so Macron gestern laut NZZ in Doha. Die Sicherheitskräfte würden entschlossen auftreten. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verkündete derweil laut Watson nach Demos und Ausschreitungen in Mailand ein hartes Vorgehen gegen Teilnehmer:innen von gewaltsamen Protesten: Unter anderem drohen Haftstrafen und hohe Geldstrafen. Im Süden Italiens weiten sich die Proteste wegen der hohen Inflation und vereinzelter Versorgungsengpässe (Reuters berichtet) aus.
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Meta soll Milliardenstrafe zahlen
Wegen mutmasslicher Verstösse gegen Datenschutz- und Verbraucherschutzregeln im Kontext des Cambridge-Analytica-Skandals droht dem US-Unternehmen Meta eine Strafe von 25 Milliarden Dollar. Wie der Spiegel und The Guardian berichten, haben Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico entschieden, dass Facebook seine User hinsichtlich des Datenschutzes und des Schutzes ihrer Meinungsfreiheit getäuscht habe. Der Konzern hat angekündigt, sich weiter gegen die Vorwürfe zu wehren.
Das Nützliche zum Schluss
Welpen. That’s it, that’s all.

Waren zur Zeit des Screenshots nicht mega aktiv: Die weltberühmten Welpen des «Pentulive»‑Livestreams. © Pentulive / yle.fi
Gestern habe ich dir und mir händeringend herzige Tiervideos für einen soften Start in den Tag gewünscht. Tja, manchmal werden Wünsche tatsächlich wahr – heute deshalb mal ein kuscheliger Tipp.
In Finnland gibt es nämlich einen 24/7-Livestream, in dem du neugeborene Welpen und ihre Mama Hilkka beobachten kannst und den Millionen Zuschauer:innen verfolgen. Die Idee des Livestreams «Pentulive», hinter dem der finnische Rundfunksender «Yle» steckt: Er soll eine kleine Auszeit vom Alltag bieten, wie Watson schreibt. Den Welpen-Livestream gab es schon letztes Jahr und damals erzielte «Pentulive» 6,5 Millionen Seitenaufrufe. In den sozialen Medien erreichten die Welpen 20 Millionen Aufrufe.
Vielleicht brauchen wir alle grad ein bisschen mehr herzige Welpen in unserem Orbit. Falls du mit verliebt-glasigen Augen in den Bildschirm starren und sechs kleinen Hunden beim Spielen und Schlafen und Herzigsein zuschauen willst, kannst du dies hier tun.
Love’n’Peace!
Merci fürs Lesen.
VANJA KADIC
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🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!

