Elio Donauer Vanja Kadic Simon Jacoby
ELIO DONAUER VANJA KADIC SIMON JACOBY

Guten Morgen {{vorname}}

Bist du ein Migros-Kind oder Coop-Kind? Okay, das spielt eigentlich für deinen weiteren Leseverlauf des 6iBriefs nicht so eine Rolle. Hingegen alles Wichtige, was du zum geplanten Umbau der Migros wissen musst, findest du weiter unten.

Heute ausserdem auf dem Programm: ein furchtbarer Fund am Rheinufer in Stein AG und Neues zum Skandal an der Herzklinik des USZ.

Schweiz | Umstrukturierung

Aus elf Genossenschaften soll eine werden: Was du zur neuen Migros-Struktur wissen musst

Umbau: Die Migros plant die Fusion ihrer Regionalgenossenschaften.
© 20 Minuten / Adrian Moser / Tamedia AG

Die Migros plant, ihre zehn Regionalgenossenschaften sowie die Dachorganisation, den Genossenschafts-Bund, zu einer Einheitsgenossenschaft zusammenzuschliessen, wie die SonntagsZeitung berichtete und CEO Mario Irminger und Präsidentin Ursula Nold gestern Morgen mitteilten. Du fragst dich jetzt vielleicht: Was heisst das?

Die neue Migros-Supermarkt AG soll künftig in sechs Logistikregionen mit sechs Regionalchefs gegliedert werden. Dazu will Mario Irminger laut 20 Minuten und Tages-Anzeiger zur Urabstimmung im nächsten Sommer zurücktreten. Mit ihm will auch Supermarkt-Chef Peter Diethelm das Unternehmen verlassen. Die Suche nach ihrer Nachfolge habe begonnen, sagte Nold. Die Migros-Spitze verspricht sich von dieser Neuausrichtung mehr Effizienz.

Die Konkurrenz, vor allem die deutschen Discounter Aldi und Lidl, macht der Genossenschaft das Leben schwer. Präsidentin Ursula Nold sagte: «Die Veränderungen kommen immer schneller.» Mit dem Umbau könnten bis zu 3000 Stellen bei der Migros wegfallen, vor allem in der Verwaltung. Das mögliche Einsparpotenzial wird auf jährlich 300 bis 400 Millionen Franken geschätzt, schreibt Watson. Bis Mitte 2028 gibt es keine Entlassungen, danach soll der Abbau über Fluktuationen erfolgen.

Definitiv ist der Beschluss noch nicht: Die Migros ist dafür auf ihre Genossenschafter:innen angewiesen und braucht in jeder einzelnen Genossenschaft eine Mindestbeteiligung von 25 Prozent und eine Zweidrittelmehrheit. Heisst: Insgesamt sind 2,3 Millionen Menschen befugt, abzustimmen. (Mehr zum Thema liest du etwa bei der NZZ oder beim SRF, wo Irminger die Pläne ausführt.)

Schweiz | Gewalt

Männer finden Leichenteile am Rheinufer in Stein AG

Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus: Am Rheinufer in Stein AG wurden am Wochenende Leichenteile gefunden.
© Blick / ZVG

Am Sonntagmorgen fanden drei Bewohner eines nahegelegenen Asylheims in Stein AG am Rheinufer einen Sack mit menschlichen Überresten, wie Blick und der Tages-Anzeiger berichten. Sie glauben, dass es sich beim Opfer um einen ihrer Freunde handelt, der ebenfalls im Asylheim lebt.

Die Polizei konnte später weitere Säcke mit weiteren Leichenteilen aus dem Fluss bergen. Noch ist die Identität des Opfers von der Polizei nicht bestätigt, die Ermittlungen laufen. Die Polizei geht laut 20 Minuten von einem Tötungsdelikt aus. Gemäss den Bewohnern des Asylheims handelt es sich bei dem Verstorbenen um ihren Mitbewohner, der seit Freitagabend vermisst werde. Der Vermisste soll Ende 20 sein und sich seit 2022 in der Schweiz befinden. Er wird als sehr zuverlässig und stets pünktlich in der Unterkunft beschrieben.

Blick schreibt, dass es sich um Emmanuel T. (Name geändert) handelt, der ursprünglich aus Burundi komme. Dies sagt Faustin, einer der Männer, die die Leichenteile entdeckt haben. Er ist ebenfalls aus Burundi in die Schweiz geflüchtet.

Faustin fürchtet um seine eigene Sicherheit und habe um Polizeischutz gebeten. Er sagt: «Ich weiss nicht, wer meinen Freund getötet hat.» Der Mann spricht «von Politik und Konflikten in Burundi» und glaubt nicht an die Tat einer einzelnen Person: «Solche Leute bilden ein kriminelles Netzwerk.» Ob Emmanuel T. in solche Konflikte involviert gewesen sei, wisse er nicht genau.

Die Aargauer Staatsanwaltschaft will laut der Polizei Aargau in den nächsten Tagen über die Identität des Opfers informieren.

Schweiz | Gesundheit

Herzklinik-Skandal am USZ: Kontrollbehörde Swissmedic machte Fehler

Vorwürfe wegen Skandals an der Herzklinik des USZ: Das Heilmittelinstitut Swissmedic muss Kritik einstecken. © SRF / Keystone / Peter Schneider (Symbolbild)

Swissmedic liess den Herzchirurgen Francesco Maisano auch bei Komplikationen gewähren. Dies zeigen zumindest Recherchen von SRF Investigativ.

Aber von vorne: Der Herzchirurg Francesco Maisano implantierte am Universitätsspital Zürich vor zehn Jahren erstmals das von ihm mitentwickelte Cardioband. Das Drahtsystem sollte undichte rechte Herzklappen reparieren. Doch die Herzklappe einer Patientin war weiterhin undicht und bei der Implantation kam es zum Drahtbruch.

«Gerade bei neuartigen Implantaten sind solche Komplikationen am Herzen als lebensgefährlich einzustufen», sagt Herzchirurg André Plass zum damaligen Eingriff. Plass brachte den Medizinskandal am USZ ins Rollen und verlor dabei seinen Job. Das Cardioband hätte wegen grundlegender technischer Mängel «zu keinem Zeitpunkt am Menschen implantiert werden dürfen».

Das Medizinprodukt der höchsten Risikoklasse hatte 2016 keine CE-Zertifizierung und war für die rechte Herzklappe noch nie am Menschen getestet worden. Deshalb musste das Spital das Heilmittelinstitut Swissmedic um eine Ausnahmebewilligung ersuchen. Brisant: Die Aufsichtsbehörde bewilligte den experimentellen Eingriff und stellte dabei weder dem Hersteller noch dem Spital Fragen zur Sicherheit des Produkts.

«Es handelt sich hier um einen Prüfverzicht, und der lässt sich nicht mit dem Auftrag von Swissmedic vereinbaren», sagt der ETH-Professor Jörg Goldhahn. Swissmedic weist den Vorwurf zurück.

Swissmedic habe laut dem Artikel keine zusätzlichen Berichte angefordert, um nicht zu penetrant zu wirken, wie es in internen Mails heisst. Wenn eine Behörde ihre gesetzlichen Möglichkeiten zum Schutz der Patient:innen nicht nutze, verfehle sie ihren Auftrag, sagt Plass. Laut Watson kam es im untersuchten Zeitraum in der Herzklinik des USZ bei rund 4500 Operationen zu 68 bis 74 Todesfällen mehr, als statistisch zu erwarten gewesen wäre.

Zahl des Tages

Vier Milliarden Euro

Nach Protesten von Schüler:innen und Student:innen in Frankreich reagiert die Regierung auf die Forderungen. © 20 Minuten / AFP

Nach wochenlangen Schüler:innenprotesten ging Frankreichs Regierung auf die Forderungen ein und versprach mehr Ressourcen: Wie 20 Minuten und der Spiegel berichten, versprach die Regierung Milliarden für die Sanierung von Schulen und Universitäten, Hunderte neue Stellen für Lehrkräfte, eine Bildungsreform und das Ende des umstrittenen Hochschulzulassungssystems Parcoursup bis Herbst 2028.

Die Zulassungsverfahren sollen bis zur Ablösung des Systems transparenter und Absagen künftig begründet werden, wie der Hochschulminister Philippe Baptiste ankündigte. Geplante Stellenstreichungen im Bildungsbereich werden zurückgenommen, ausserdem sollen neue Lehrkräfte eingestellt werden.

Für die Sanierung von Gymnasien sind bis 2030 vergünstigte Kredite in Höhe von vier Milliarden Euro vorgesehen, für die Renovierung von Universitäten bis 2029 zusätzlich eine Milliarde Euro. Die Ankündigungen wurden von den Vertreter:innen der Protestierenden laut Watson gelobt, gleichzeitig riefen sie dazu auf, weiter zu protestieren.

Jugendliche gehen in Frankreich in mehreren Städten seit Wochen wegen maroder Schulgebäude oder Lehrkräftemangels auf die Strasse, inzwischen haben sich den Protesten andere Gruppen angeschlossen. Ausserdem gab es, wie du weisst, neben Protesten schwere Ausschreitungen.

Kurz-News

Schweiz

An Ebola erkrankte Schweizerin in Genf behandelt
An den Genfer Universitätsspitälern wird eine Schweizer Patientin behandelt, die sich in Nigeria mit Ebola infiziert hat. Wie Nau berichtet, liegt der Ehemann der Frau im Unispital Zürich auf der Isolationsstation. Er arbeitet in Nigeria laut 20 Minuten bei der Schweizer Botschaft. Die Frau wurde am Montag aus Nigeria in die Schweiz zurückgebracht, ihr Gesundheitszustand sei stabil. Sie soll so lange isoliert bleiben, wie es ihr Zustand und die gesundheitlichen Anforderungen erforderten.

 

Tuggen SZ: Mutmasslicher Täter soll Neonazi-Netzwerk angehören
Nachdem bei einem Streit nach einem Konzert in Tuggen SZ eine Person ums Leben gekommen ist, ist nun mehr zum mutmasslichen Täter bekannt, wie Schweiz aktuell berichtet. Laut SonntagsBlick handelt es sich bei dem Opfer um einen 27-jährigen Mann. Der mutmassliche Täter soll seit Jahren beim Neonazi-Netzwerk «Blood and Honour» aktiv sein und sitzt in Untersuchungshaft. Mehrere Quellen hätten jedoch bestätigt, dass das Eventlokal ein beliebter Treffpunkt für Personen aus dem rechtsextremen Milieu sei. Die Betreiber:innen des Lokals betonen, dass man politisch neutral sei.

 

Ex-SBB-Kadermitglied: Veruntreuung von neun Millionen Franken
Über 17 Jahre lang soll ein ehemaliger SBB-Abteilungsleiter rund neun Millionen Franken veruntreut haben, wie Watson schreibt. Unter anderem soll er sich damit ein Luxusleben finanziert haben, berichtet der Tages-Anzeiger. Das Geld floss über mehrere Firmen in sein Privatvermögen, in ein Haus in Florida und in ein Waffenarsenal. Aufgrund seiner Position verfügte er über umfangreiche Berechtigungen, wodurch der Abteilungsleiter angeblich benötigte Ausgaben selbst erfassen und Aufträge an externe Firmen weitergeben konnte. Der Mann wurde im November 2024 verhaftet und bei den SBB entlassen.

International

Trump nennt Wahl in Brasilien «manipuliert»
Donald Trump, US-Präsident und Unterstützer der Bolsonaro-Familie, behauptet, dass die Wahl in Brasilien «manipuliert» sei, schreibt der Spiegel. Nach dem Wahlsieg des linksgerichteten brasilianischen Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva und der Niederlage von Flávio Bolsonaro teilte Trump mit, die Stichwahl «wirkte so korrupt». Die brasilianische Wahlbehörde verkündete den Sieg ‌Lulas (51,8 Prozent) in der Stichwahl gegen den rechten ‌Senator Bolsonaro (48,2 Prozent) laut BBC am Sonntag. Lula tritt somit seine vierte Amtszeit an. Bolsonaro wurden nur einen Tag nach seiner Wahlniederlage laut Tages-Anzeiger wegen Ermittlungen zu mutmasslicher Geldwäsche seine Pässe entzogen.

 

Terroranschlag in Paris: Täter schoss mehr als 100 Mal
Der mutmassliche Täter bei dem als rassistisch eingestuften Terroranschlag in Paris hat mehr als 100 Schüsse abgegeben, wie Nau berichtet. Wie der Anti-Terrorstaatsanwalt Olivier Christen sagte, habe man 128 abgefeuerte Patronen gezählt. Eine Person starb beim Anschlag und vier weitere wurden teils sehr schwer verletzt. Der Tatverdächtige schoss am Freitag an acht Orten in einem Umkreis von zwölf Kilometern und habe den Angriff in besonderem Masse vorbereitet. Die Behörden ermitteln wegen Mordes und versuchten Mordes mit Terrorbezug und rassistischer Komponente.

Das Nützliche zum Schluss

Cozy herbstliche Rezepte 🍂

Sorry, Banger: Ein richtig gutes Steinpilz-Risotto mit Mascarpone.
© Tages-Anzeiger / Getty Images

Ich komm einmal mehr mit Ideen für dein Znacht um die Ecke. Falls du keine Pilze magst, tut es mir leid, denn der heutige Tipp ist sehr Pilz-heavy: Beim Tagi habe ich kürzlich sieben herbstliche, feine Pilzrezepte entdeckt, die ich dir gerne weitergeben möchte. Am meisten habe ich Lust, die Pilz-Lauch-Quiche, die Enoki-Pilze in koreanischer Gochujang-Sauce und das Steinpilz-Risotto mit Basilikum und Mascarpone nachzukochen.

Aber falls du keine Pilze magst, hab ich heute doch noch was für dich. Ich finde nämlich, dass diese drei Rezepte für Älplermagronen beim SRF richtig gut klingen – wie wärs zum Beispiel mit einer Version mit Kürbis oder Birnen und Wirz? Lass mich wissen, falls du eines der Rezepte ausprobierst, ich find, die klingen super.

Love’n’Peace!
Merci fürs Lesen.
VANJA KADIC

Vanja Kadic

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

Du gibst ein Wort ein.

Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!