Elio Donauer Vanja Kadic Simon Jacoby
ELIO DONAUER VANJA KADIC SIMON JACOBY

Guten Morgen {{vorname}}

Na, hast du die Zeitumstellung gut überstanden? Dein Backofen zeigt vielleicht noch die falsche Uhrzeit an, wir starten aber wie immer pünktlich um 6 Uhr mit den News. 🤝

Auch nach Beginn der Winterzeit beschäftigen wir uns heute mit der Bundesratswahl – oder genauer gesagt, mit der Kritik an SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz. Ausserdem widmen wir uns einmal mehr den Demonstrationen in Frankreich und schauen auf die finanziellen Konsequenzen der Missbrauchsfälle bei Ärzte ohne Grenzen.

Schweiz | Bundesratswahl

Stiftung kritisiert Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz

Muss Kritik von der Stiftung Ethos einstecken: die Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz. © Tages-Anzeiger

So, die Frist ist am Freitagmittag abgelaufen und die Kandidat:innen für die Bundesratswahl am 9. Dezember stehen fest: Acht sind es schliesslich geworden, fast eine reine Männerrunde. Die einzige Frau, die als Bundesrätin kandidiert, ist die Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz – sie muss nun scharfe Kritik von der unabhängigen Stiftung Ethos einstecken, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Ethos empfiehlt gar, Amaudruz als Verwaltungsratspräsidentin der Groupe Minoteries abzuwählen.

Ethos stellte dem Unternehmen und explizit auch Amaudruz seit Jahren ein schlechtes Zeugnis aus. Die Institution, die etwa im Auftrag von Pensionskassen Unternehmen kritisch durchleuchtet, hat Amaudruz in Berichten wiederholt zur Abwahl empfohlen.

Der Direktor der Unternehmens-Kontrollinstanz Ethos, Vincent Kaufmann, kritisiert, dass Amaudruz «deutlich zu viele Mandate» habe. Bei Groupe Minoteries ist Amaudruz Verwaltungsratspräsidentin, ihre Familie ist Grossaktionärin. Falls dir das nichts sagt: Das börsenkotierte Unternehmen ist einer der grössten Getreideverarbeiter der Schweiz.

«Wir haben die Führungsstruktur der Groupe Minoteries, deren Verwaltungsratspräsidentin Céline Amaudruz ist, wiederholt kritisiert», so Kaufmann. «Auch dieses Jahr bemängelten wir, dass der Verwaltungsrat nicht zufriedenstellend zusammengesetzt und zu wenig unabhängig ist. Deshalb stimmten wir gegen die Wahlvorschläge. Wir empfahlen insbesondere auch die Abwahl von Frau Amaudruz.»

Weiterer Kritikpunkt: Sie erfülle die Mindestfrauenquote nicht. Als Präsidentin habe sie eine wesentliche Verantwortung für die Zusammensetzung des Verwaltungsrats, dort sitze aber nur eine Frau, sagt Kaufmann.

International | Protestbewegung

Grossdemonstrationen und Ausschreitungen: Warum es am Samstag ruhiger ablief

Laut SRF-Korrespondentin Zoe Geissler verhielt sich die Polizei am Wochenende bei den Protesten in Frankreich zurückhaltender.
© SRF / Getty Images / Anadolu / Rachelle Papillon-Amblard

Die Welt schaute am Wochenende nach Frankreich, denn am Samstag gab es erneut landesweite Proteste und Ausschreitungen: 1000 Festnahmen soll es laut NZZ gegeben haben. Die Demonstrationszüge seien an sich «gut verlaufen», sagte Innenminister Laurent Nuñez am Abend vor der Presse. Im ganzen Land protestierten nach Angaben seines Ministeriums 410’000 Menschen. Es hätten sich aber bei fast jeder Versammlung «Risikogruppen gebildet», die etwa mit Angriffen auf Sicherheitskräfte versuchten, Ausschreitungen zu begehen.

Um eine Wiederholung der gewalttätigen Ausschreitungen vom letzten Wochenende zu verhindern, mobilisierte der Staat 70’000 Polizist:innen und Gendarmen, in Paris wurde der Demonstrationszug aus dem Stadtzentrum verbannt. In Städten wie Lyon, Nancy, Besançon und Toulon wurden die Proteste verboten und teilweise mithilfe von Tränengas aufgelöst.

Es kam also wieder zu Verhaftungen und Ausschreitungen – aber warum verliefen die Massenproteste am Samstag ruhiger? «Das Sicherheitsdispositiv nach den schweren Ausschreitungen letzte Woche war diesmal viel grösser, auch wurden die Kontrollen verstärkt», ordnet beim SRF Frankreich-Korrespondentin Zoe Geissler ein. «Das hat sicher geholfen und dürfte auch potenzielle Krawallmacher abgeschreckt haben.» Geschäfte wurden zudem besser geschützt und teils geschlossen.

Und: Die Polizei schien laut Geissler teilweise «zurückhaltender und diskreter» vorzugehen als noch am vorigen Wochenende. «Die Proteste dürften Frankreich also auch in den nächsten Wochen weiter beschäftigen», so Geissler. Der Protest, der eigentlich mit Schüler:innen begonnen hat, richtet sich inzwischen auch gegen die Sicherheitsmassnahmen der Regierung, die den Unmut der Bevölkerung weiterschüren. (Mehr dazu liest du etwa beim Guardian.)

Schweiz | Missbrauchsfälle

Ärzte ohne Grenzen: Bundesgelder nach Missbrauchsfällen im Tschad ausgesetzt

Konsequenzen für Ärzte ohne Grenzen: Der Bund sperrt 1,25 Millionen für 2026.
© NZZaS / Finbarr O'Reilly / Reuters

Nach dem Missbrauchsskandal bei Ärzte ohne Grenzen im Tschad erleidet das Hilfswerk finanzielle Konsequenzen. Wie die NZZ am Sonntag berichtet, hat der Bund eine Zahlungstranche in Höhe von 1,25 Millionen Franken für das Jahr 2026 vorläufig ausgesetzt. In einer internen Prüfung hat die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) festgestellt, dass das Hilfswerk seine «vertragliche Pflicht zur umfassenden und zeitnahen Meldung» von Missbrauchsvorfällen nicht erfüllt hat.

Die Missbrauchsfälle wurden im Juni 2026 von der Nachrichtenagentur AP publik gemacht: Ein interner Untersuchungsbericht von Ärzte ohne Grenzen dokumentiert weitverbreitete sexuelle Ausbeutung. Mitarbeiter sollen die Not geflüchteter Frauen und Mädchen ausgenutzt haben. Das Hilfswerk stiess auf 59 Vorwürfe von Fehlverhalten und entliess 18 Mitarbeitende. Brisant: Das Hilfsprojekt im Tschad wurde von der Deza im Aussendepartement EDA von Bundesrat Ignazio Cassis mit Millionenbeträgen unterstützt.

Die Deza wusste über das Ausmass des Missbrauchs im Tschad lange nicht Bescheid. Interne E-Mails des Aussendepartements und der Deza zeugen laut Artikel ausserdem von einem Kontrollversagen aufseiten des Bundes.

Als Konsequenz verschärft der Bund nun die Regeln für alle Schweizer NGO-Partner. Heisst konkret: Die Deza prüft weitere Massnahmen und setzt alle Verträge für Schweizer NGOs mit Blick auf den Umgang mit Missbrauch neu auf. Ausserdem sind weitere Sanktionen denkbar.

Kurioses

Kreuzfahrtschiff-Passagiere müssen nach Kanada statt zu den Bahamas

Dumm gelaufen: 5000 Gäste des Schiffs «Oasis of the Seas» wollten zu den Bahamas, stattdessen gings nach Kanada. © 20 Minuten / Royal Caribbean

Okay, stell dir das mal vor: Du packst für deine Strandferien und freust dich auf relaxte Ferien und Club-Tropicana-Vibes. 🍹🐬🌴 Stattdessen wird dir zwölf Stunden vor der Abreise mitgeteilt: Upsli, wir steuern spontan eine andere Destination an, und die hat übrigens gar nichts mit Strandferien zu tun. Das klingt seltsam, ist aber laut 20 Minuten und Tages-Anzeiger 5000 Reisenden auf dem Kreuzfahrtschiff «Oasis of the Seas» passiert.

Spontan entschied sich dessen Reederei «Royal Caribbean», statt zu den Bahamas nach Kanada zu fahren. Für die Passagiere des Luxusliners eine üble Überraschung, da man auch nicht die passende Garderobe für das kalte, herbstliche Wetter in Halifax, Nova Scotia, eingepackt hatte. Grund für die spontane Planänderung war stürmisches Wetter in der Karibik.

Während es vorkommt, dass Kreuzfahrtschiffe wegen des Wetters die Route anpassen, ist die dermassen kurzfristige Verlegung in eine komplett andere Region sehr unüblich. Und sorgt nicht nur bei den Reisenden für Ärger, sondern auch für Staunen und Gelächter im Netz. Die Gäste kriegten als Entschädigung immerhin Geld und Reisegutscheine, mussten aber trotzdem nach Kanada.

Kurz-News

Schweiz

Rettungshelikopter-Crew von Laser geblendet
Bei der Landung eines Helikopters der Alpine Air Ambulance (AAA) wegen eines medizinischen Notfalls in Reinach AG wurden die Crewmitglieder während des Anflugs von einem grünen Laserstrahl geblendet. Wie das Unternehmen laut Watson mitteilte, erlitten drei der vier Personen beim Zwischenfall am Samstagabend leichte Augenverletzungen. Die Laserattacke auf den AAA-Helikopter sei hochgefährlich, kritisiert das Unternehmen. Wer dahintersteckt, ist unklar. Die Kantonspolizei Aargau hat eine Fahndung eingeleitet.

 

Zehn Schafe bei Wolfsangriff in Démoret VD getötet
In der Gemeinde Démoret VD wurden in der Nacht auf Sonntag bei einem Wolfsangriff zehn Schafe getötet. Ein elftes Schaf wurde laut Nau verletzt. Der Wildhüter und der Waadtländer Beauftragte für Herdenschutz seien laut Nau am Sonntagmorgen alarmiert worden und hätten die Rissbegutachtung vorgenommen. Die betroffene Herde gehört einem Freiburger Landwirtschaftsbetrieb.

 

Migros-Umbau: Rund 3000 Stellen könnten wegfallen
Die Migros plant, ihre zehn Regionalgenossenschaften zu einer Einheitsgenossenschaft zusammenzuschliessen, wie die SonntagsZeitung berichtet. Die neue Migros-Supermarkt AG soll künftig in sechs Logistikregionen gegliedert werden. Von der neuen Struktur sollen Konsument:innen nichts merken – die Zahl der Supermärkte soll erhöht und die bestehenden Filialen sollen modernisiert werden. Auf die Mitarbeitenden im Backoffice kommt eine harte Restrukturierung zu, heisst es im Artikel: Rund 3000 Stellen könnten wegfallen, vor allem in den Zentralen.

International

Parlamentswahl in Serbien: Niederlage für Aleksandar Vučić
Der langjährige serbische Präsident Aleksandar Vučić hat laut Spiegel und The Guardian eingeräumt, mit seiner seit vielen Jahren herrschenden Fortschrittspartei die Parlamentswahl verloren zu haben. Noch lägen zwar keine endgültigen Ergebnisse vor, auf Basis von Hochrechnungen sei jedoch klar, dass seine Serbische Fortschrittspartei (SNS) die Wahl verloren habe, sagte Vučić gestern vor seinen Anhänger:innen in Belgrad. Die Wahl für sich entschieden habe die Liste «Die Studenten siegen». Diese wird zwischen 135 und 140 ⁠Sitze ⁠im Parlament erhalten. Die Wahlbeteiligung erreichte einen Rekordwert.

 

Präsidentschaftswahl in Brasilien: Lula gewinnt
Der linke brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist nach Angaben der Wahlbehörde für eine vierte Amtszeit gewählt worden, wie die Tagesschau berichtet. Er setzte sich mit 51,8 Prozent der Stimmen in der Stichwahl gegen den rechten Kandidaten Flávio Bolsonaro (48,2 Prozent) durch, den Sohn des unter Hausarrest stehenden rechtsextremen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Bolsonaro weigert sich, Lulas Sieg anzuerkennen: Er will die Wahl annullieren lassen, wie ZDFheute berichtet.

Das Nützliche zum Schluss

Die fetten Jahre sind vorbei

Günstiger Kafi in Zürich: Den praktischen Preisüberblick findest du auf Wobillig.
© Wobillig

Steigende Krankenkassenprämien, Mietzinserhöhungen, Sparmassnahmen und alles einfach zu teuer: Die Zeiten sind für viele hart und das Budget knapp. Oftmals spart man vor allem direkt bei den schönen Dingen – auswärts essen, ✨go käfele✨ oder der lustige Abend in der Bar mit Freund:innen liegt dann kaum mehr drin.

Etwas Abhilfe könnte in diesen Momenten der heutige Tipp schaffen, zumindest wenn du in Zürich unterwegs bist: Auf der Seite Wobillig siehst du, wo du in Zürich günstig Kafi, Bier und Pizza kriegst und wie viel der Cappuccino oder die Prosciutto e Funghi wo kostet. So praktisch!

Und einen passenden Filmtipp, an den ich in den letzten Tagen immer wieder denken musste, lass ich dir heute direkt auch noch da: «Die fetten Jahre sind vorbei» (2004) handelt von drei Aktivist:innen, die Robin-Hood-mässig in die Villen reicher Menschen einbrechen und gegen die ungerechte Verteilung von Reichtum ankämpfen wollen. (Streamen kannst du ihn zum Beispiel bei Netflix oder Apple TV.)

Love’n’Peace!
Merci fürs Lesen.
VANJA KADIC

Vanja Kadic

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

Du gibst ein Wort ein.

Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!