Guten Morgen {{vorname}}
Na, hast du gestern am Grünen Teppich des Zurich Film Festivals nach Stars Ausschau gehalten? Willem Dafoe und Tom Hiddleston eröffneten die diesjährige Ausgabe. Aber wenn wir ehrlich sind, war die Meme-Ikone «Sales Guy» Roman auf dem Green Carpet wohl der heimliche Star des Abends.
Auf deinem Weg ins Wochenende gebe ich dir heute weniger glamouröse Nachrichten zum Klima (und eine entsprechende Empfehlung am Schluss), Treibstoffpreisen und gefälschten Covid-Zertifikaten mit.
Schweiz · Klima
Hitzewelle verursacht Wirtschaftsschaden von 400 Millionen

Die enorme Hitze geht auch an der Schweizer Wirtschaft nicht spurlos vorbei. (Screenshot: SWI swissinfo / Keystone-SDA)
Der diesjährige Hitzesommer war nicht nur eine Herausforderung für Menschen und die Natur, sondern schadete auch der Schweizer Wirtschaft: Die Hitzewellen kosten die Wirtschaft 2026 rund 400 Millionen Franken, wie SWI swissinfo.ch berichtet. Und wie aus einer Studie des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht, könnten Wetterphänomene auch im nächsten Jahr hohe Kosten verursachen.
Du fragst dich, was extreme Hitze mit der Wirtschaft zu tun hat? Nun, unter den extremen Temperaturen litt die Arbeitsproduktivität. Es kam etwa zu krankheitsbedingten Ausfällen und es waren längere Pausen nötig. Die wirtschaftlichen Einbussen liegen mit 400 Millionen Franken bei etwa 0,05 Prozent des Bruttoinlandproduktes.
«Der Klimawandel wird immer stärker zum Wirtschaftsfaktor», sagte Jan Möllmann, CEO von Allianz Trade in der Schweiz. Das Klimaphänomen El Niño könnte die Weltwirtschaft im Jahr 2027 satte 451 Milliarden US-Dollar kosten. China, die USA und Indien würden zusammen fast 60 Prozent dieser Verluste tragen – für Europa inklusive der Schweiz rechnet man mit einem Nettoverlust von rund 21 Milliarden Euro.
Noch viel besorgniserregender als der wirtschaftliche Verlust: Laut einem Forschungsbericht könnte der diesjährige starke El Niño laut SRF Ende Februar 2027 weltweit zu fast einer halben Million zusätzlichen Todesfällen führen.
International · Treibstoffpreise
Trump prüft Export-Stopp für Diesel: Was das für die Schweiz bedeutet

Verhängen die USA einen Export-Stopp für Diesel, könnte dies auch Auswirkungen auf die Schweiz haben. (Screenshot: Nau / Keystone)
Wegen steigender Spritpreise in den USA prüft US-Präsident Donald Trump einen Export-Stopp für Diesel. Aber welche Folgen hätte das für die Schweiz?
Kurz vor den Zwischenwahlen in den USA wird vor allem Diesel immer teurer, schreibt Nau. Deshalb prüft die US-Regierung einen Export-Stopp. Und der könnte international verheerende Folgen haben, denn Europa zählt zu den wichtigsten Abnehmern von US-Diesel. Die Schweiz wäre von einem Export-Stopp indirekt betroffen: Wir beziehen Diesel aus Europa und müssten steigende Preise mitbezahlen.
«Europa ist auf Dieselimporte angewiesen und mit den USA würde ein wichtiger Lieferant ausfallen», erklärt Ueli Bamert vom Wirtschaftsverband Avenergy Suisse. «Ein Diesel-Export-Stopp der USA hätte mit Sicherheit Auswirkungen auf die Dieselpreise. Und in etwas geringerem Masse auch auf die Versorgungslage», sagt Bamert.
Beim Tankstellenbetreiber Migrol beobachtet man schon jetzt Aufwärtsdruck bei Diesel und Benzin. Eine Entspannung zeichnet sich nicht ab – im Gegenteil.
Expert:innen warnen vor den Folgen eines Export-Stopps. «Es gibt ohnehin schon zu wenig Diesel auf der Welt, gerade auch in Europa», sagt SRF-Wirtschaftsredaktor Manuel Rentsch. «Wenn die USA jetzt den Hahn zudrehen, um die eigene Wirtschaft zu schützen, würde der Preis noch weiter steigen.»
Schweiz · Covid
Gefälschte Covid-Zertifikate: Ist das ethisch vertretbar?

Granit Xhaka empörte mit seiner Beichte des gefälschten Covid-Zertifikats. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Keystone-SDA)
Covid, Impfungen und die Fake-Zertifikate sind nach wie vor ein polarisierendes Thema – wie nicht zuletzt wieder das Geständnis von Granit Xhaka zeigte. Der Nati-Captain gab in einem Instagram-Beitrag zu, 2022 ein gefälschtes Covid-Zertifikat erworben zu haben. Gegen ihn ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Luzern. Aber wie geht man heute mit solchen (mitunter prominenten) Fällen gefälschter Covid-Zertifikate um?
Der Ethiker Jean-Daniel Strub von der Nationalen Ethikkommission ordnet dies im Interview mit dem Tages-Anzeiger ein. Xhakas Vorgehen sei ethisch fragwürdig. Sowohl in seinem Fall als auch beim Ex-Trainer der Eishockey-Nati Patrick Fischer reagierte die Öffentlichkeit mit moralischer Empörung auf die gefälschten Zertifikate.
«Das ist nachvollziehbar, man gelangt aber auch rasch an eine Grenze», erklärt Strub. «Auf der einen Seite gibt es sicher die berechtigte Diskussion um die Vorbildfunktion – ob Xhaka noch Nati-Captain sein kann oder nicht. Wir alle mussten uns einschränken während der Pandemie.» Gleichzeitig sollte man die Leute auch nicht an den Pranger stellen.
Man müsse bei den Fällen die rechtliche Seite anschauen. «Wenn jetzt aber im Wochenrhythmus fehlbare Persönlichkeiten gesucht und zu Fall gebracht werden, hilft das niemandem. Es dient sicher nicht der Aufarbeitung der Pandemie und schon gar nicht einer Versöhnung rund um das Thema», so Strub. Entscheidend sei, dass man Lehren für die Zukunft ziehe.
Aufgeschnappt
KI-Hackerangriff auf australisches Regierungsportal

So fängt halt echt ein Sci-Fi-Horrorfilm an: Anthony Albanese erklärte, dass eine OpenAI-KI sich Zugang zu einem Portal der australischen Regierung verschaffte. (Screenshot: ZDFheute)
Ich habe schon mal erwähnt, dass ich diese Rubrik des 6iBriefs besonders mag. Vor allem, weil an dieser Stelle auch Kurioses Platz hat. Heute hätte ich dir hier zum Beispiel gerne ausführlicher über die bizarre Nachricht des chinesischen Pilzes berichtet (mehr dazu beim Tagi), der seltsame Halluzinationen auslöst: Kocht man ihn zu kurz, sieht man nach Verzehr plötzlich kleine Menschen.
Aber der Platz ist begrenzt – und viel relevanter ist heute tatsächlich die brisante News, dass eine OpenAI-KI ein australisches Regierungsportal gehackt hat. Wie ZDFheute schreibt, verschaffte sich der KI-Agent unbefugt Zugang zu einem Medicare-Portal, das unter anderem Statistiken über Australiens staatliche Krankenversicherung bereitstellt. Dies sagte Premierminister Anthony Albanese in New York und bezeichnete den Vorfall als «inakzeptabel».
Er betonte seinen Ärger darüber, wie lange es dauerte, bis OpenAI die australische Regierung informiert hat: Der Angriff ereignete sich bereits im Juni, die Behörden erfuhren erst jetzt mit einer E-Mail an ein öffentliches Postfach (!) davon.
Das KI-Programm sollte ursprünglich nur medizinische Statistiken recherchieren. Weil beim Medicare-Portal die angeforderten Informationen nicht herausgegeben wurden, wollte sich die KI anderweitig Zugang dazu verschaffen. «Der KI-Agent fand einen Weg, die Sperren zu umgehen. Er wollte ein Nein gewissermassen nicht akzeptieren», erklärte Albanese. Gruslig.
Kurz-News
Cembra Money Bank verlässt Zürich · Nach der Bank Vontobel verlässt auch die Cembra Money Bank Zürich: Wie die NZZ berichtet, verlegt sie ihren Hauptsitz im Herbst 2027 von Zürich Altstetten nach Baden. Bei der Verlagerung des Hauptsitzes geht es nicht um die Steuern, heisst es bei Cembra. Vielmehr habe die Bank mit dem Gebäudekomplex Konnex im ehemaligen Industriequartier Baden Nord passende Büroräumlichkeiten gefunden. Insgesamt werden 660 Arbeitsplätze verlegt.
Valérie Dittli stellt ihre neue Partei vor · Die Waadtländer Regierungsrätin Valérie Dittli hat ihre eigene Partei vorgestellt, nachdem sie vor einem Monat nach viel Kritik mit der Mitte gebrochen hat. Wie SRF berichtet, sei die Liberale Bewegung Ende August gegründet worden und habe rund hundert Mitglieder. Darunter Personen, die noch nicht Parteimitglied waren und Überläufer:innen aus anderen «Mitte-Rechts»-Parteien. «Mehrere Personen» seien für die Wahlen in den Grossen Rat im Februar bereit.
Kantonspolizei Schwyz warnt vor «Choking Challenges» · Im Kanton Schwyz häufen sich unter Kindern und Jugendlichen gefährliche «Choking Challenges», eine Art Würgespiele. Dies meldete gemäss Watson gestern die Kantonspolizei Schwyz. Oft gehe es laut Mitteilung darum, einen «Kick» oder eine Bewusstlosigkeit herbeizuführen, es handle sich um eine Mutprobe oder Spass. Die Polizei warnt vor bleibenden gesundheitlichen Schäden und appelliert mit Tipps an Eltern.
International
Saal leert sich vor Netanjahus Rede · Vor Beginn der Rede des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu verliessen Dutzende Diplomat:innen bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York den Saal. Wie die Tagesschau berichtet, bezeichnete Netanjahu die Delegierten, die den Raum verliessen, als «moralische Feiglinge». Er verteidigte den Angriff auf Iran und wies die Vorwürfe eines Genozids in Gaza laut SRF als «grösste Lüge des Jahrhunderts» zurück. Ausserdem bezeichnete er New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani als «antisemitisch».
Abgewiesene US-Sender sind zurück im Weissen Haus · Die Reporter:innen von CNN, «Politico» und MS NOW erhalten wieder Einlass ins Weisse Haus in Washington, D.C. Ein Gericht gab den US-Medien im Kampf gegen die Hausverbote recht, wie Spiegel berichtet. Der Secret Service hatte den Medienschaffenden gestern trotz richterlicher Anordnung erst den Zutritt verweigert, als sie über den Staatsbesuch von Chinas Präsident Xi Jinping berichten wollten. Trump hatte die drei Sender am Freitag ausgeschlossen.
🔧 Nützliches des Tages
Mit einer Klima-Demo ins Wochenende starten

In der ganzen Schweiz finden heute, am 25. September, Klima-Demos statt. (Screenshot: Instagram / 50.degres)
Hey, cute date idea: Wie wärs, gegen eine Zukunft mit 50°C-Sommern auf die Strasse zu gehen? Nachdem bei Klima-Demos in Lausanne und Genf Tausende gegen zu wenig Massnahmen angesichts der Klimaerwärmung protestiert haben, sind für heute weitere Demos im ganzen Land geplant.
Spätestens der diesjährige Hitzesommer dürfte für viele ein Weckruf gewesen sein. Wenn du dich dem Klimastreik anschliessen möchtest, findest du bei der Koalition «Keine 50° Sommer!» eine Übersicht der verschiedenen Städte, in denen heute die Kundgebungen stattfinden.
Das Ziel von «Keine 50-Grad-Sommer», hinter dem fast 100 Schweizer Organisationen, Gruppen und Parteien stehen: einen grundlegenden Kurswechsel in der Politik und Wirtschaft. Gemeinsam soll der Druck für die sofortige Umsetzung von Schutzmassnahmen gegen die Hitze erhöht werden. 🌍
🔧 Witziges zum Schluss
Witziges der Woche*
*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Machs gut, bis Montag!
Vanja
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