Elio Donauer Vanja Kadic Simon Jacoby
ELIO DONAUER VANJA KADIC SIMON JACOBY

Guten Morgen {{vorname}}

Süsses, sonst gibts Saures! Feierst du am Wochenende Halloween? Falls du lieber zu Hause bleibst: Drei Empfehlungen für gruslige Filme habe ich dir ja schon vor ein paar Tagen ans Herz gelegt.

Angsteinflössender als jeder Plastikgeist dürfte für viele der Blick auf die eigenen finanziellen Reserven sein. Laut einer neuen Studie sei der Notgroschen vieler Schweizer:innen begrenzt – mehr dazu erfährst du weiter unten.

Schweiz | Studie

Vielen Schweizer:innen mangelt es trotz Sparens an finanziellen Reserven

Eine neue Studie zeigt: Fast jede zweite Person könnte höchstens drei Monate überbrücken.
© SRF / Keystone / Martin Ruetschi

Mindestens drei Monate sollten dich deine finanziellen Reserven über Wasser halten können, heisst es oft. Für viele Menschen ist dies keine Realität, wie nun eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zu Sparverhalten und finanziellem Wohlbefinden zeigt. Wie SRF berichtet, sparen Schweizer:innen zwar diszipliniert, bei vielen seien die finanziellen Reserven aber begrenzt.

83 Prozent der Befragten gaben an, zumindest gelegentlich Geld auf die Seite zu legen. 43 Prozent machen dies regelmässig. Trotzdem geben knapp 15 Prozent an, über keinerlei liquide finanzielle Reserven zu verfügen. Anders steht es für ein Viertel der Befragten: Diese Personen könnten länger als ein Jahr ohne Einkommen auskommen. Bei einem Einkommensausfall könnte fast die Hälfte ihren bisherigen Lebensstandard höchstens drei Monate aufrechterhalten. «Regelmässiges Sparen bedeutet noch nicht, dass ein Haushalt ausreichend auf einen Einkommensausfall vorbereitet ist», ordnet ZHAW-Expertin Selina Lehner ein.

Für viele wird es im Alltag knapp: So musste im vergangenen Jahr fast jede vierte befragte Person Geld leihen. Und, besonderer Stolperstein: 29 Prozent hatten in den letzten fünf Jahren mindestens einmal Schwierigkeiten, ihre Steuerrechnung rechtzeitig zu bezahlen.

Da überrascht das Fazit kaum: Die Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation liegt bei lediglich 5,6 von zehn Punkten. Immerhin erreicht die allgemeine Lebenszufriedenheit 7,2 Punkte.

Schweiz | Crans-Montana

Brandkatastrophe: Jessica Moretti von Einvernahme befreit

Für eine Einvernahme laut Gutachten zu psychisch labil: Jessica Moretti.
© Nau / Keystone

Am Montag hätte in Sion laut Nau die Befragung von Jessica und Jacques Moretti stattfinden sollen – dem Betreiberpaar von «Le Constellation» in Crans-Montana VS, in dem es am 1. Januar zur Brandkatastrophe kam. Ein psychologisches Gutachten befreit Jessica Moretti von der kommenden Einvernahme bei der Walliser Staatsanwaltschaft: Sie befinde sich in einem «besonders ausgeprägten Zustand psychischer Labilität». Am Montag wird sich laut RTS nur Jacques Moretti den Fragen der Staatsanwältinnen stellen müssen.

Gemäss Gutachten leidet Jessica Moretti an einer akuten posttraumatischen Belastungsstörung. Dazu kommen die Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen ihren Ehemann, der sich in Untersuchungshaft befindet. Angehörige reagieren mit Kritik und Wut. «Ich bin angewidert», sagt Vinciane Stucky, die Mutter des verstorbenen 17‑jährigen Trystan, zu 20 Minuten. «Sie sagte, sie wolle Verantwortung übernehmen. Das heisst auch, sich diesen Anhörungen zu stellen. Wir durchleben die Hölle, und Jessica Moretti geht ins Fitness oder lässt sich die Nägel machen.»

Für Jim K., die Mutter eines 16-Jährigen, der in der Silvesternacht schwere Verbrennungen erlitt, ist der abgesagte Termin eine Enttäuschung. Jim K. postete Morettis psychologisches Gutachten bei Instagram und schrieb: «Schluss mit Rechtfertigungen. Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen und Antworten zu geben.»

Jessica Morettis Ehemann Jacques Moretti liess sich in der Vergangenheit auch schon entschuldigen: Im Frühling liess er sich wegen Depressionen für mehrere Einvernahmen dispensieren.

Schweiz | Wohnungsmarkt

Verzicht auf eigene Wohnung: Es mangelt an 20’000 bis 30’000 zusätzlichen Haushalten

Die Angebotsmieten sollen nächstes Jahr schweizweit um fast ein Prozent steigen.
© Tages-Anzeiger / Getty Images

Es gibt Neuigkeiten zum Wohnungsmarkt – unser aller liebstes Thema: Gemäss neuen Zahlen der Immobilienberatung Wüest Partner zwangen Wohnungsknappheit und hohe Preise in den letzten drei Jahren Zehntausende dazu, auf eigene Haushalte zu verzichten. Dies berichtet der Tages-Anzeiger. Heisst konkret: Erwachsene Kinder zogen nicht aus, Paare blieben trotz Trennung in der gleichen Wohnung und Junge wohnten in WGs.

Der Anteil junger Menschen bis 34 Jahre, die allein leben, sank zum Beispiel – davor war er jahrelang gestiegen. Dazu wuchs die Bevölkerung schneller, als neue Haushalte entstanden. Es gebe einen Bedarf für 20’000 bis 30’000 zusätzliche Haushalte, schätzt Wüest Partner die Lage schweizweit.

Die Anzahl der Einpersonenhaushalte junger Menschen nahm übrigens vor allem dort ab, wo die Leerstandsquote besonders tief ist, zum Beispiel in Zürich oder Schwyz. Wo es vergleichsweise viele leer stehende und oft auch günstigere Wohnungen gibt, etwa im Jura oder im Tessin, nahm die Zahl alleinlebender junger Menschen hingegen zu.

Eine weitere spannende Erkenntnis in der Studie: Obwohl für 2026 und 2027 über 44’000 respektive 50’000 neue Wohnungen erwartet werden, sollen die Angebotsmieten im Jahr 2027 schweizweit um fast ein Prozent steigen (mehr dazu liest du zum Beispiel bei der NZZ).

Verschwunden ist die Nachfrage nach Wohnraum nicht – «sondern aufgeschoben», heisst es im Bericht. Laut Weinert dürfte jede zusätzliche Wohnung sogleich von Personen bezogen werden, die in den vergangenen Jahren hätten umziehen wollen.

Zitat des Tages

«I will always and forever be an actor.»

Sir Patrick Stewart ist gestorben. © BBC / Getty Images

Der britische Schauspieler Sir Patrick Stewart ist nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 86 Jahren in seinem Zuhause in Los Angeles gestorben, umgeben von Familie und Freund:innen. Bekannt war er etwa wegen seiner Rollen als Captain Jean-Luc Picard in «Star Trek» und Professor Charles Francis Xavier in «X-Men» (seine bekanntesten Rollen hat Rolling Stone zusammengefasst).

Wie der Spiegel und BBC berichten, litt er an einer Alzheimer-Erkrankung sowie an der Lewy-Körperchen-Demenz, einer selteneren Demenzform.

Fans und Weggefährt:innen wie Comedian Ricky Gervais trauern um Stewart. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences schrieb in einem Gedenkbeitrag in den sozialen Medien: «Es war aussergewöhnlich, wie Sir Patrick Stewart selbst die mächtigsten Figuren zutiefst menschlich wirken lassen konnte.»

Er wurde nicht nur als Schauspieler geschätzt, sondern auch für sein soziales Engagement und seine Arbeit im Tierschutz. Stewart wurde 2007 Botschafter der Hilfsorganisation «Refuge» und setzte sich im Kampf gegen häusliche Gewalt ein. Der Schauspieler hatte in seiner Kindheit wiederholt Gewalt miterlebt.

In einem Interview erklärte Stewart im vergangenen Juli, dass er keine Absicht habe, sich jemals beruflich zurückzuziehen, und dass er es schon immer geliebt habe, sich neuen Herausforderungen zu stellen. «Ich kann mir nicht vorstellen, jemals offiziell in den ‹Ruhestand› zu gehen», sagte er. «Ich werde immer und für immer Schauspieler bleiben.» Sir Patrick Stewart hinterlässt seine Ehefrau Sunny Ozell und zwei erwachsene Kinder.

Kurz-News

Schweiz

Eisige Polarluft könnte Wintereinbruch bringen
Um den 10. November könnte eisige Polarluft nach Mitteleuropa strömen, weshalb deutsche Medien von einem «Polar-Hammer» sprechen: Auf rund 1500 Metern Höhe drohen Temperaturen von minus sechs bis minus zehn Grad. Sollte die eisige Luft die Schweiz erreichen, könnte es auch hier bitterkalt werden, schreibt Nau. «Bei diesen Bedingungen wären im Flachland durchaus Tage zu erwarten, bei denen die Temperatur ganztags nicht über null Grad steigt», sagt Andreas Asch von MeteoSchweiz. Für die erste Novemberhälfte wäre ein solcher Kälteeinbruch aussergewöhnlich. Ein verfrühter Wintereinbruch mit Schnee bis in tiefe Lagen ist möglich, aber nicht garantiert, schreibt Blick.

 

Langjährige Haftstrafe für ehemaligen SBB-Abteilungsleiter
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat gestern das Urteil im grössten Betrugsfall der jüngeren SBB-Geschichte gefällt: Wie Watson und BlueNews berichten, wurde der Ex-SBB-Kader, der über 17 Jahre lang mithilfe von Tarnfirmen fast neun Millionen Franken veruntreute, zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sieben Monaten verurteilt. Der 54-Jährige, der geständig ist, wurde von der Strafkammer der mehrfachen ungetreuen Amtsführung, des gewerbsmässigen Betrugs, der mehrfachen Geldwäscherei und der mehrfachen Urkundenfälschung schuldig befunden.

 

Linksextreme Gruppen rufen zu unbewilligten Protesten auf
Wie der Tages-Anzeiger berichtet, rufen linksextreme Gruppen für Samstagabend zu unbewilligten Protesten im Zürcher Kreis 4 auf. Ein genauerer Versammlungsort wurde nicht kommuniziert. Das Bündnis spricht im Aufruf von Unterdrückung und einem Erstarken des Faschismus und kritisiert die staatliche Aufrüstung und stellt Sachbeschädigungen als legitimes Mittel des Protests dar. Die Organisator:innen beziehen sich auf die Schüler:innenprotestwelle in Europa als Inspiration. Die Stadtpolizei bereitet einen Einsatz vor.

International

Frankreich: 70’000 Polizist:innen für Halloween-Wochenende mobilisiert
Der französische Innenminister Laurent Nuñez warnte gestern laut Le Monde vor einem «sehr grossen Risiko öffentlicher Unruhen» und kündigte den landesweiten Einsatz von rund 70’000 Polizist:innen und Gendarm:innen für eine neue Protestwelle an diesem Wochenende an. Demonstrationen seien zwar erlaubt, allerdings nicht in den Stadtzentren. Die Sicherheitsbehörden hätten in den sozialen Netzwerken laut Nau zahlreiche Aufrufe zu Demonstrationen und Versammlungen unter dem Vorwand von Halloween ausgemacht, schrieb der Innenminister.

 

Flávio Bolsonaros Ausreise: Kritik aus eigener Partei
Flávio Bolsonaro wird nach seiner Ausreise in die USA und seinen unbelegten Wahlbetrugsvorwürfen aus dem eigenen politischen Lager kritisiert, schreibt SRF. Er machte in einem offenen Brief einen «abscheulichen Wahlbetrug» für seine Niederlage in Brasilien gegen Luiz Inácio Lula da Silva verantwortlich. Wie der Vorsitzende von Bolsonaros rechter Partei PL, Valdemar Costa Neto, sagt, habe «niemand» den Brief gebilligt. Flávio Bolsonaros früherer Wahlkampfkoordinator Rogério Marinho wies die Betrugsvorwürfe zurück und sagte, die Partido Liberal könne «diese Behauptung nicht aufstellen», da es keine Beweise dafür gebe.

Das Nützliche zum Schluss

Zeitdiebstahl melden

Dir hat jemand ungefragt eine elfminütige Sprachnachricht geschickt? Melde den Zeitklau jetzt beim Amt für Zeit. © Amt für Zeit

Wartezeit in der Arztpraxis trotz Termin? Care-Arbeit, die niemand sieht und zahlt? Verspätete Verkehrsmittel (💀) oder Meetings ohne Ergebnis (💀💀)? Es gibt vieles, was uns im Alltag die Zeit klaut.

Jetzt kannst du beim Amt für Zeit, das vor wenigen Tagen im Zürcher Karl der Grosse eröffnet wurde, Zeitdiebstahl melden. Das Amt für Zeit ist keine öffentliche Behörde, sondern ein Forschungs- und Projektvorhaben – und die Seite ist äusserst charmant gemacht (das Logo sind zwei Schildkröten!).

Du findest auf der Webseite etwa einen Rechner, der den eigenen Zeitnotstand beziffert, Merkblätter und Verordnungen und gar eine Zeitkummernummer, wenn du über Sonntage sprechen willst, die sich wie Vorbereitungszeit anfühlen, oder über das Gefühl, ständig hinterherzulaufen. Schau es dir mal an. Sofern Zeit bleibt.

Witziges zum Schluss

Witziges der Woche*

Gehören sie ins Büro oder nicht? © Planet Volumes/Unsplash

*Präsentiert von Petarde – der unabhängigen Schweizer Satiremarke

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Love’n’Peace!
Merci fürs Lesen.
VANJA KADIC

Vanja Kadic

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

Du gibst ein Wort ein.

Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

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