Guten Morgen {{vorname}}
Angeblich fängt heute der Herbst spürbar an, das habe ich aber schon ein paar Mal verkündet. Zu hartnäckig ist der Hitzesommer! Mal schauen, was die versprochene Kaltfront tatsächlich bringt …
Hartnäckig war auch Maricarmen Abascal, die Rentnerin, deren Wohnung in Madrid zwangsgeräumt wurde. Die aktuelle News zur 87-jährigen Seniorin voller Kampfgeist hat mich heute richtig traurig gemacht – mehr zu Maricarmen liest du weiter unten.
Schweiz · Klima
Unterstützung für Bauern in Not: Freiburg spricht 10 Millionen

Bauern und Bäuerinnen in finanzieller Not kriegen Soforthilfe, die sie nicht zurückzahlen müssen. (Screenshot: SRF / Keystone / Anthony Anex)
Als erster Kanton unterstützt Freiburg die Landwirtschaft mit A-fonds-perdu-Beiträgen, schreibt SRF. Konkret heisst das: Bauern und Bäuerinnen in Not kriegen Soforthilfe in der Höhe von zehn Millionen Franken, die sie nicht zurückzahlen müssen. Grund für die Not ist die anhaltende Trockenheit, die der Schweizer Landwirtschaft stark zusetzt und die Erträge bei Getreide, Gemüse und Obst schmälert.
«Bauernfamilien können zum Teil ihre Rechnungen kaum zahlen und wissen nicht, wie sie sich auf das nächste Jahr vorbereiten sollen», sagt SVP-Grossrat und Landwirt Eric Barras. Er hat gemeinsam mit Adrian Brügger die Forderung nach Soforthilfe für Landwirtschaftsbetriebe im Freiburger Kantonsparlament eingereicht.
Das Geld soll aber nicht an alle, sondern nur an jene Betriebe fliessen, die grosse Schäden erlitten haben. Noch unklar ist, wie dies gemessen werden soll, so Staatsrat Didier Castella. «Es soll möglichst schnell und unkompliziert gehen ohne zusätzliche Formulare für die Bauernbetriebe», hält er fest.
Auch andere Kantone reagierten auf die finanzielle Not, die durch die Trockenheit ausgelöst wurde. In Solothurn und Bern können betroffene Landwirtschaftsbetriebe einen zinslosen Überbrückungskredit beantragen. Und im Kanton Zürich wurden etwa die Auflagen für Direktzahlungen bis Ende September ausgesetzt.
Schweiz · Crans-Montana
Die Morettis warnten schon 2019 vor Wunderkerzen

Die Morettis sollen ihr Personal schon Jahre vor der Brandkatastrophe vor Wunderkerzen gewarnt haben – aber in der Bar nicht darauf verzichtet haben. (Screenshot: Tages-Anzeiger / Keystone / PD)
Schon 2019 sollen Jacques und Jessica Moretti ihr Personal vor der Brandgefahr durch Wunderkerzen gewarnt haben. Und diese in ihrer Bar trotzdem weiterverwendet haben, wie der Tages-Anzeiger berichtet.
Zweimal warnte das Betreiber-Paar des «Le Constellation» in Crans-Montana VS, in dem es in der Silvesternacht zur Brandkatastrophe kam, vor den Wunderkerzen. Dies sollen WhatsApp-Chats zeigen, die der Ermittlungsakte beigefügt wurden. Das Feuer wurde durch Wunderkerzen ausgelöst, die die Schaumstoffdecke in Brand setzten.
Jacques Moretti schickte im November 2019 eine Warnung an seine Angestellten: «Keine Wunderkerze an die Kunden. (…) (Ein Gast) hat sie unbeaufsichtigt auf dem Tisch liegen lassen. Wenn sie auf den Boden oder auf die Sofas gefallen wäre … das Constellation würde brennen.» Rund einen Monat später schrieb Jessica Moretti eine ähnliche Nachricht in die Gruppe.
Interpretiert werden die Warnungen allerdings unterschiedlich. So sagen die Anwälte der Morettis, dass dem Paar zu Unrecht vorgeworfen werde, keine Anweisungen gegeben zu haben: Die Nachrichten würden zeigen, dass sie «Risiken natürlich mitbedacht» hätten, «mit denen alle Lokalbetreiber konfrontiert sind».
Anders sieht dies etwa der Genfer Anwalt Robert Assaël, der zwei Brandopfer vertritt. Für ihn zeigen die Warnungen, «dass sie eine Brandgefahr erkannt, sich aber damit abgefunden haben, indem sie weiterhin Umzüge mit Wunderkerzen machten».
Schweiz · Service public
SRF-Mitarbeiter:innen verfassen nach Abgang von Auslandchefin Protestbrief

Die Entscheidung sorgte für Kritik: Susanne Brunner arbeitet seit 40 Jahren für SRF und muss nun gehen. (Foto: Unsplash)
120 SRF-Mitarbeitende haben einen internen Protestbrief unterzeichnet, der am Dienstag an die Co-Leitung der Information geschickt wurde. Wie Watson schreibt und Schweiz heute berichtet, laufe die Unterschriftensammlung weiter.
Was ist passiert? Konkret sorgt die Absetzung der Auslandchefin des Radios, Susanne Brunner, für Kritik. Die 62-Jährige arbeitet seit 40 Jahren für SRF, war Korrespondentin in den USA und im Nahen Osten und moderierte danach während elf Jahren das «Tagesgespräch». Brunner hat nun nicht nur ihre Führungsfunktion verloren. Sie wurde laut dem Schreiben «dazu gebracht (...), SRF zu verlassen.»
«Wir sind tief beunruhigt über das, was in den letzten Tagen in unserer Abteilung passiert ist», heisst es im Brief. Dass die Verantwortlichen für Brunner keinen «angemessenen Platz in den neuen Strukturen» gefunden hätten, wollen die Unterzeichnenden nicht hinnehmen.
Ein weiterer Kritikpunkt: Im Prozess der Neustrukturierung des Unternehmens vermissen die Radiomitarbeiter:innen «publizistische Überlegungen». So heisst es: «Welchen Journalismus streben wir mit diesen Veränderungen überhaupt an? Dazu haben wir wenig gehört in den letzten Wochen und Monaten.» Es gehe vor allem um die Fragen der Distribution. Viel wichtiger seien allerdings gute Inhalte.
SRF teilt mit, dass man den Brief zur Kenntnis nehme und die «darin geäusserten Anliegen» intern aufarbeiten werde.
Zitat des Tages
«I haven't managed to defend my home, but I have fought so that others can learn to fight for what's theirs.»

Maricarmen Abascal ist zwei Wochen nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung in Madrid gestorben.
(Screenshot: BBC / Europa Press via Getty Images)
Auf die traurige News hätte ich gut verzichten können: Maricarmen Abascal ist gestorben. Du erinnerst dich – vor zwei Wochen wurde sie in Madrid nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung geschmissen. Die Zwangsräumung der spanischen Seniorin sorgte für landesweite Proteste gegen die Wohnungskrise, und Abascal wurde zum Symbol des Protests gegen zu hohe Mietpreise (ein neuer Investor hatte die Miete in ihrem Haus um 275 Prozent erhöht). Nun starb Maricarmen Abascal im Alter von 87 Jahren, wie BBC berichtet.
Dies gab die Mietvereinigung Madrid in einer Mitteilung bekannt. Ihre Situation habe «einen Wendepunkt in der Geschichte des Landes» ausgelöst. «Spekulation kostet Leben. Und heute hat der Rentierismus unserer Kollegin Maricarmen endgültig das Leben gekostet. Ihr Andenken lebt mit uns weiter», sagte Sprecherin Alicia del Río. Nach ihrem Tod zündeten Menschen vor ihrem früheren Wohnhaus Kerzen an und legten Blumen nieder. Hunderte demonstrierten laut Nau vor dem Parlamentsgebäude.
Ihr Fall sorgte international für Schlagzeilen. Die neue Vermieterschaft bot Abascal schliesslich zwar an, zu einem niedrigeren Mietpreis wieder in ihre Wohnung einzuziehen. Doch der lag immer noch 300 Euro über ihrer monatlichen Rente. Sie konnte nie mehr in ihre Wohnung zurückkehren.
Nach der Zwangsräumung wurde die Seniorin in ein Spital gebracht, wo sie schliesslich auch verstarb. In einer Videobotschaft, die dort aufgezeichnet wurde, sagte sie folgenden starken Satz: «Ich habe es zwar nicht geschafft, mein Zuhause zu verteidigen, aber ich habe gekämpft, damit andere lernen können, für das zu kämpfen, was ihnen gehört.» 🤍
Kurz-News
Zwei Verletzte bei Brand auf Campingplatz · In Olten SO kam es gestern auf einem Campingplatz zu einem Brand mit mehreren Explosionen, berichtet 20 Minuten. Zwei Personen wurden dabei verletzt, eine davon schwer – sie musste mit dem Helikopter in ein Spital gebracht werden. Laut Kantonspolizei Solothurn stand ein Wohnwagen bei Eintreffen der Feuerwehr in Vollbrand, schreibt Nau. Die Brandursache ist derzeit noch unklar.
Verhafteter Ex-BND-Chef machte Geschäfte in der Schweiz · August Hanning wurde am Dienstag im deutschen Nordwalde verhaftet: Der ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes sitzt wegen schwerer Spionagevorwürfe in Untersuchungshaft, berichtet die NZZ. Laut Tages-Anzeiger werfen ihm die Ermittelnden vor, geheime Informationen beschafft und kommerziell verwertet zu haben. Der Ex-Geheimdienstchef geschäftete auch in der Schweiz: Hanning war bei zwei Luzerner Sicherheitsfirmen als Verwaltungsrat tätig.
Über 100'000 Unterschriften gegen «Lohnangriff» eingereicht · Gestern hat ein Komitee aus Gewerkschaften und Parteien mehr als 100'000 Unterschriften gegen die Übersteuerung kantonaler Mindestlöhne eingereicht. Nach der Auszählung der Unterschriften entscheidet die Bundeskanzlei, ob das Referendum gegen die vom Parlament verabschiedete Vorlage zustande kommt. Angesichts der hohen Zahl eingereichter Unterschriften dürfte dies eine Formsache sein, schreibt SRF. Nötig wären laut 20 Minuten nur 50’000 Unterschriften gewesen.
International
Nach Hinrichtungsversuch: Christa Pike ist «wütend» · Christa Pike, der vergangene Woche in Nashville, USA, zwei Giftspritzen verabreicht wurden, die sie überlebte, sei «wütend und verwirrt». Die wegen Mordes zum Tod verurteilte 50-Jährige leide laut Spiegel an einer Lungenentzündung und könne gemäss ihrem Anwalt weder essen noch ihre Arme bewegen. Pike sei sich im Klaren darüber, dass der Staat versucht habe, sie hinzurichten. Ihre Zukunft sei ungewiss, laut Watson werden drei Szenarien diskutiert (mehr hier).
Möglicher zweiter Todesfall in Irkutsk · Gemäss Nau hat die Weltgesundheitsorganisation Russland um Informationen über einen möglichen weiteren Todesfall durch eine Lungenentzündung im russischen Irkutsk gebeten. Dies, nachdem vergangene Woche nach einem mutmasslichen Zwischenfall am Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten in Irkutsk eine Laborantin gestorben ist. Russland bestritt nach Angaben der WHO, dass die Wissenschaftlerin an Lungenpest gestorben sei und es einen Unfall an dem Institut gegeben habe.
🔧 Nützliches des Tages
Get well soon

Bouillon, Propolis, Ruhe: Gute Besserung an alle Erkälteten. (Foto: Unsplash)
Wie herzig ist bitte die 6iBrief-Community? Gestern habe ich im Intro über eine blöde Erkältung im Anfangsstadium geklönt – und ihr habt reichlich Tipps geliefert (danke dafür). Ich dachte mir: Eigentlich zu schade, die alle für mich zu behalten. Falls du auch gerade am pfnüseln bist oder einen kratzigen Hals hast, hier also ein paar Empfehlungen aus der Community:
«Heisse Bouillon und Tee abwechselnd trinken. Nur essen, was du wirklich magst und: Ausruhen, schlafen, dem Körper genug Zeit geben, mit den bösen Viren oder Bakterien fertig zu werden.»
«Johannisbeerknospen-Spray! Insanely guet.»
«Versuchs mit Artemisia annua (einjährigem Beifuss). Gibts in pulverförmigen Kapseln. Das wirkt bei mir Wunder!»
«Warmer Whiskey, Zitrone vor dem Zubettgehen.»
«Propolis wäre eine natürliche Unterstützung gegen deine Erkältung. Sonst: Ruhe, Ingwer-Zitronen-Tee mit Honig und die Beine hochlegen.»
(Prüfe bitte vor der Einnahme von Arzneimitteln und naturpflanzlichen Mitteln genau, ob und in welcher Dosierung diese für dich geeignet sind. Gute Besserung!)
🎲 Rätsel zum Schluss
Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.
So funktioniert es:
Du gibst ein Wort ein.
Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.
Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.
Viel Spass beim Knobeln!
Bis morn ✨
Vanja
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