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16.10.2026 6iBrief – Vanja Kadic VANJA KADIC

Guten Morgen {{vorname}}

Huch, schon wieder: Bereits zum zweiten Mal in nur wenigen Tagen erreichte mich eine Mail, in der ich über eine Cyberattacke und meine möglicherweise betroffenen Daten informiert wurde – ging dir vielleicht auch so. Gestern gab nämlich das digitale Magazin Republik bekannt, dass Hacker Nutzer:innendaten erbeutet haben. Mehr dazu liest du weiter unten.

Ausserdem beschäftigen wir uns kurz vor dem Wochenende mit dem Entscheid des Bundesgerichts im Fall der gestrichenen CS-Boni. Und, nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal, mit der Nachfolge von Guy Parmelin.

Schweiz | Politik

SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz will Parmelins Nachfolgerin werden

Erste offizielle Kandidatin: Céline Amaudruz stellt sich als Nachfolgerin von Guy Parmelin zur Verfügung. © Tages-Anzeiger / Martial Trezzini / Keystone

Sie galt nach der Bekanntgabe des Rücktritts von Bundesrat Guy Parmelin als eine der drei grossen Favoritinnen im Rennen um seine Nachfolge: Gestern hat die Genfer SVP-National­rätin Céline Amaudruz als erste offizielle Kandidatin angekündigt, dass sie als Bundesrätin kandidiert. Laut 20 Minuten informierte sie an einer Pressekonferenz in Genf darüber.

Seit 2016 ist Amaudruz Vizepräsidentin der SVP Schweiz und wäre bei einer Wahl die erste SVP-Frau im Bundesrat, schreibt Watson. Welches Departement sie übernehmen möchte, liess Amaudruz an der Medienkonferenz offen. «Ich kandidiere für den Bundesrat, nicht für ein bestimmtes Departement», sagte sie.

Im Interview mit dem Tages-Anzeiger reagiert die SVP-Kandidatin auf Kritik aus der Partei – so beschreibt sie Roger Köppel etwa als «politisches Leichtgewicht». Amaudruz sagt: «Es überrascht mich, dass man mich seit zehn Jahren als Vizepräsidentin unter drei verschiedenen Parteipräsidenten für fähig hielt, und ausgerechnet jetzt nicht mehr.»

Im Interview äussert sich Amaudruz auch auf die irritierende öffentliche Debatte zur Frage, ob sich das Amt mit ihrer Mutterrolle vereinbaren lasse. «Diese Debatte macht mir Angst um unsere Gesellschaft. Was senden wir damit für ein Signal aus? Heute reicht für viele Familien ein einziges Einkommen nicht mehr, Frauen müssen arbeiten», so Amaudruz. Eine solche Frage im Jahr 2026 zu stellen, sei komplett deplatziert, sagte sie an der Pressekonferenz.

Schweiz | Rechtsstreit

Kürzungen waren rechtmässig:
Karin Keller-Sutter gewinnt vor Bundesgericht im Fall CS

Das Bundesgericht bestätigt: Die Streichung der Boni für die obersten drei Führungsebenen der Credit Suisse war rechtens.
© NZZ / Keystone

Das Bundesgericht gab Finanzministerin Karin Keller-Sutter im Nachgang zur Rettung der 2023 untergegangenen Credit Suisse Recht: Das oberste Gericht hält in einem letztinstanzlichen Urteil fest, dass die Streichung von Boni durch den Bund bei rund 1000 ehemaligen Kaderangestellten der CS rechtmässig war, wie die NZZ und SRF berichten.

Das oberste Gericht widerspricht damit der Vorinstanz: Es hebt ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2025 auf, das zugunsten der betroffenen CS-Kaderleute entschieden hatte, schreibt 20 Minuten. Nachdem 2023 bekannt wurde, dass die UBS die Credit Suisse übernimmt, ordnete das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) an, die Boni für die obersten drei Führungsebenen der Credit Suisse und der CS Group als Reaktion auf die Rettung der Bank mit Milliardenhilfen ganz oder teilweise zu streichen.

Der Geschäftsleitung sollten die Vergütungen laut Blick ganz gestrichen werden, bei der Ebene darunter um 50 Prozent, auf der dritten Ebene noch um 25 Prozent. Gegen den Entscheid legten zwölf Kaderleute Beschwerde ein – und bekamen im Mai 2025 zunächst recht. Das Bundesverwaltungsgericht entschied damals, dass die vom Bund verfügte Kürzung oder Streichung von Bonuszahlungen für CS-Kader rechtswidrig war.

Beim Eidgenössischen Finanzdepartement von Karin Keller-Sutter kommt der gestern publizierte Entscheid des Bundesgerichts gut an, schreibt der Tages-Anzeiger (Artikel noch nicht online). Ihr Sprecher sagt: «Das EFD nimmt das Urteil zur Kenntnis und stellt fest, dass das Bundesgericht die Rechtsauslegung des EFD stützt.»

Schweiz | Engpass bei Kerosin

Drohender Treibstoffmangel am Flughafen Zürich: Bund öffnet Pflichtlager

Die Versorgung des Flughafens Zürich mit Flugpetrol ist beeinträchtigt: Darum wurde die Entnahme von Kerosin aus den Pflichtreserven erlaubt.
© SRF / Keystone / Silvia Schnurrenberger

Nicht nur der Flughafen Frankfurt ist von Kerosinknappheit betroffen: Auch in der Schweiz ist der Flugtreibstoff am Flughafen Zürich knapp, wie Echo der Zeit berichtet. Ohne Gegenmassnahmen droht dem grössten Schweizer Flughafen ein Engpass beim Flugtreibstoff. Wie der Delegierte für wirtschaftliche Landesversorgung des Bundes (BWL) entschieden hat, dürfen deshalb die Pflichtlager angezapft werden.

In den nächsten zwei Wochen sollen konkret bis zu 30 Millionen Liter Kerosin freigegeben werden. Das entspricht 6,5 Prozent des eingelagerten Flugtreibstoffes. «Mit der Freigabe (…) konnte ein Versorgungsengpass verhindert werden», so Tess Sapin, Sprecherin des BWL, zu 20 Minuten.

Aber warum überhaupt der drohende Engpass? Die Gründe dafür sind logistische Probleme auf dem Rhein und Zufahrtsstrecken aus Deutschland. Dort kommt es derzeit im internationalen Schienengüterverkehr zu Verspätungen und Komplettausfällen, wodurch der Nachschub an Treibstoff für den Flugbetrieb ins Stocken geraten ist.

Wegen des Niedrigwassers auf dem Rhein können die Frachtschiffe nicht voll beladen werden oder fallen ganz aus. Heisst: Die dadurch notwendigen Ersatztransporte für Güter wurden bereits auf die ohnehin stark ausgelastete Schiene verlagert.

«Wir spüren keine Auswirkungen für die Betankung unserer Flugzeuge», sagte eine Swiss-Sprecherin. «Am Flughafen Zürich besteht aktuell keine Einschränkung.» Dasselbe gelte auch für den Flughafen Genf.

Meinung der Community

Wie stehst du zum Thema Lebensträume? 🫧

Illustration: 6iBrief

Du erinnerst dich: Gestern wollte ich von dir wissen, wie du zum Thema Lebensträume stehst (und wovon du träumst). Gehörst du zu den 49 % der Schweizer:innen, die sie aufschieben? Es freut mich zu lesen, dass die 6iBrief-Community mehrheitlich versucht, sich ihre Träume zu erfüllen.

Insgesamt haben 810 Personen abgestimmt, 471 davon (58,15%) für: «Meine Lebensträume erfülle ich mir, so gut und oft es geht.» 286 Leser:innen würden sich ihre Träume gerne mehr verwirklichen. Und 42 Personen haben angegeben, dass sie keine Träume haben 💔.

So, you dreamer du, lies unten ein paar spannende Stimmen aus der Leser:innenschaft:

❝

«Ich habe 50 Jahre für andere Menschen gelebt, jetzt geht es um meine ganz persönlichen Lebensträume ❤️»

Stimme aus der Community
❝

«Versuche täglich, mindestens einmal ein Glücksgefühl zu haben, dieses zu erkennen und mich an diesem zu erfreuen.»

Pi
❝

«Das geht wahrscheinlich nur, weil ich privilegiert bin. Gute Beziehungen, guter Job, keine Geldsorgen. Bin dankbar!»

Christina
❝

«Es ist schwer, sich diese zu verwirklichen, weil die Finanzierung nicht so leicht ist.»

Virginia
❝

«Ich habe mir so viele Träume erfüllt – jetzt, mit fast 70, bin ich glücklich mit meinen beiden Hunden.»

Stimme aus der Community

Zahl des Tages

1587 Meldungen

Hackerangriff: Beim digitalen Magazin Republik flossen Daten ab.
© Persoenlich / Keystone / Gaetan Bally

Schon wieder eine Cyberattacke: Nachdem in den vergangenen Tagen Ricardo, die Pensionskasse des Bundes Publica und der Onlinehändler Offerz Hackerangriffe erlebten, wurde auch das digitale Magazin Republik angegriffen. «Bei der Republik ist es zu einem Datenleck gekommen. Es sind Nutzerinnen­daten, aber keine Kreditkarten­informationen abgeflossen», heisst es in einer Meldung auf der Webseite.

Der unerlaubte Zugriff lief seit August. Unbekannte hätten über eine Sicherheits­lücke des internen Analyse­tools Metabase Daten aus der Daten­bank abgerufen, darunter die Benutzerdaten der aktuellen und ehemaligen Abonent:innen. Bekannt war die Sicherheitslücke bereits seit dem 6. August, aber man habe versäumt, rechtzeitig die nötigen Gegen­massnahmen zu treffen.

Wie die Branchenplattform Persoenlich schreibt, spricht nach Einschätzung der Republik vieles für eine breit angelegte, automatisierte Angriffswelle und gegen einen gezielten Angriff. Das Magazin habe den Angriff gestern dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten gemeldet, schreibt Watson.

Wie der Tages-Anzeiger berichtet, gingen beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) in der ersten Oktoberwoche 1587 freiwillige Meldungen über Cyberangriffe ein. Ein Höchststand für dieses Jahr. Wie nun bestätigt ist, wurden beim Cyberangriff auf PK Softech auch Personendaten von Versicherten der Zürcher Pensionskasse gestohlen: Betrüger könnten nun AHV-Nummern und Bankdaten kennen.

Wie der Cyber-Security-Experte Ivano Somaini sagt, werden Cyberkriminelle durch KI immer raffinierter. «Wenn ein Softwareunternehmen heute ein neues Sicherheitsupdate aufschaltet, benötigen die Hacker nur noch Stunden bis wenige Tage, um zu entschlüsseln, für welche Schwachstelle das Update konzipiert wurde», sagt Somaini. Er empfiehlt Firmen und Privatpersonen gleichermassen, Updates möglichst schnell zu installieren. Spannend: Einen direkten Zusammenhang zwischen den Hackerangriffen der letzten Tage sieht der Experte nicht.

Kurz-News

Schweiz

Im Kanton Waadt häufen sich Borkenflechte-Fälle
Kinderärzt:innen beobachten im Kanton Waadt eine auffällige Zunahme der hochansteckenden Hautkrankheit Impetigo contagiosa, auch Borkenflechte genannt. Wie 20 Minuten berichtet, bestätigt das Departement für Gesundheit und Soziales des Kantons Waadt die Häufung. Die Situation sei aber nicht besorgniserregend und der Krankheitsverlauf «sehr günstig». Die Gründe für die Häufung sind unklar. Die Hautinfektion kommt vor allem bei kleinen Kindern häufig vor und wird durch Bakterien verursacht. Die Infektion zeigt sich meist zuerst um Mund und Nase.

 

Sparmassnahmen bei der SRG: Abbau weiterer 202 Vollzeitstellen
Die SRG baut in ihrer Verwaltung sowie in den zentralen Technologie- und Produktionsbereichen 202 Vollzeitstellen ab. Das Medienunternehmen will dadurch 41 Millionen Franken sparen. Der Abbau ist Teil der angekündigten Massnahmen, mit denen die SRG insgesamt 80 Millionen Franken pro Jahr einsparen will. Bis 2029 muss die SRG aufgrund des politischen Sparauftrags rund 270 Millionen Franken einsparen. (Einen spannenden, aktuellen Leitartikel zu den Sparmassnahmen bei Tamedia und SRF findest du bei der WOZ.)

 

Migros ruft Fertigprodukte mit Poulet zurück
Die Migros hat gestern vier verschiedene Poulet-Produkte zurückgerufen, weil möglicherweise nicht ganz durchgegartes Geflügel darin ist. Dies berichtet der Tages-Anzeiger. Betroffen sind ein Caesar-Salat und drei Bowls. Der Rückruf ist regional stark eingegrenzt. In Einzelfällen könnte es nach dem Verzehr zu Beschwerden wie Fieber, Durchfall oder Bauchschmerzen kommen – wer Symptome bemerkt, sollte sich ärztlich beraten lassen.

International

19 Verletzte: Bus kollidiert in Frankreich mit Zug
Im französischen Eingang des Eurotunnels zwischen Frankreich und Grossbritannien kam es gestern Abend laut ZDFheute zu einem Unfall. Ein Minibus und ein Zug kollidierten, dabei wurden 19 Menschen verletzt. Der Bus prallte am Ladekai auf dem Eurotunnel-Gelände gegen eine stehende Güterzuglok. Zwei Menschen wurden schwer verletzt und ins Spital nach Lille gebracht, die übrigen Verletzten wurden in umliegenden Spitälern behandelt. Wie es zum Unfall kam, wird noch ermittelt.

 

Trump will Hinrichtung doch nicht livestreamen
Nachdem das Pentagon vor wenigen Tagen bekannt gab, am 3. Dezember die Hinrichtung des Attentäters von Fort Hood, Nidal Hasan, im Bundesstaat Texas per Livestream zu übertragen, krebst Donald Trump zurück. Der Stream der Erschiessung werde nicht live übertragen, so der US-Präsident laut Watson und BBC auf seiner Plattform Truth Social. Weitere Trump-News: Die neue Sprecherin des Weissen Hauses, Katie Zacharia, ist nach ihrer viralen ersten Pressekonferenz wegen ihres Lebenslaufs unter Druck geraten. Sie soll Falschangaben gemacht haben, weil sie sich als Anwältin bezeichnet, in den USA aber gar keine Zulassung habe. Sie sagt laut CBS, sie habe sich selbst nie als Rechtsanwältin bezeichnet. Medien wie 20 Minuten oder The Guardian berichten.

Das Nützliche zum Schluss

3 Dokumentarfilme über Personen, die polarisieren

Stark, verletzlich, authentisch: Der Dokumentarfilm «Pamela, A Love Story» zeigt die Frau hinter der «Baywatch»-Ikone. © Netflix

An dieser Stelle habe ich dir unlängst von Nathan Fielders Dokumentarfilm «You Can See Everything» über die verurteilte «Theranos»-Gründerin Elizabeth Holmes berichtet, der bald in die Kinos kommt und bereits als Oscar-Favorit gehandelt wird. Bis das Datum des Schweizer Kinostarts feststeht und er endlich auch bei uns läuft, empfehle ich dir hier drei weitere tolle Dokumentarfilme über Figuren, die polarisieren. Vielleicht ist auch was für dich dabei:

«Pamela, A Love Story» (2023) von Ryan White: Feinfühliges, respektvolles Porträt von Pamela Anderson, das den facettenreichen, starken Menschen hinter dem roten «Baywatch»-Badeanzug zeigt. Pam forever, der Film ist rührend. Auf Netflix verfügbar.

«Amanda Knox» (2016) von Brian McGinn, Rod Blackhurst: Hat sie es getan oder nicht? Spannende Doku über Amanda Knox, die in Italien wegen Mordes verurteilt und später freigesprochen wurde. Der Film beleuchtet auch, wie brutal und frauenfeindlich die Presse damals über den Fall berichtete. Auf Netflix verfügbar.

«Diego Maradona» (2019) von Asif Kapadia: Für viele gilt Maradona als der grösste Spieler aller Zeiten. Asif Kapadia beleuchtet in seinem Film Maradonas Leben hinter den Schlagzeilen, den Pelzmänteln und dem Trubel – und das ist teilweise ganz schön düster. Spannend, sogar für Leute, die nichts mit Fussball anfangen können (moi, zum Beispiel). Auf Cinu verfügbar.

Love’n’Peace!
Merci fürs Lesen.
VANJA KADIC

Vanja Kadic

Engagement

🎲 Rätsel zum Schluss

Errate im 6iBrief Rätsel das gesuchte Wort in höchstens sechs Versuchen. Jeden Tag gibts ein neues Wort zu erraten.

So funktioniert es:

Du gibst ein Wort ein.

Grün: Buchstabe ist richtig und am richtigen Ort.
Gelb: Buchstabe ist im Wort, aber an der falschen Stelle.

Grau: Buchstabe kommt im Wort nicht vor.

Viel Spass beim Knobeln!

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